Boxen: Klitschko knockt Pianeta aus

Boxen: Kämpfer mit Herz und ohne Plan Fotos
DPA

Es war wie früher im Sparring: Box-Weltmeister Wladimir Klitschko hat seinen Herausforderer Francesco Pianeta klar beherrscht und in der sechsten Runde K.o. geschlagen. Dank seines insgesamt 60. Sieges machte der Schwergewichtler auch den Mega-Fight gegen Alexander Powetkin perfekt.

Hamburg - Kämpfe von Wladimir Klitschko dauern nicht lange. Daran änderte sich auch in Mannheim gegen den in Gelsenkirchen aufgewachsenen Italiener Francesco Pianeta, der früher einmal Klitschkos Sparringspartner war, nichts. Der Ukrainer erledigte den Herausforderer offenbar mühelos, in der sechsten Runde schlug Klitschko ihn K.o. Der 37-Jährige behält damit die WM-Gürtel der Verbände WBA, WBO, IBF und IBO.

"Er hat natürlich alles versucht", sagte Klitschko: "Es waren die stärksten Schläge, die ich je gespürt habe. Wenn sie mich getroffen hätten, wäre ich auf dem Boden geblieben." Für Klitschko war es der 60. Sieg im 63. Kampf, darunter der 52. durch K.o., Pianeta kassierte die erste Niederlage seiner Profi-Karriere (28 Siege, 1 Unentschieden). "Ich bin sehr enttäuscht", so Pianeta, "es war einfach nicht mein Tag."

Schwergewichtler Klitschko sicherte sich durch den Erfolg zudem einen persönlich Rekordkampf: Am 31. August trifft der Ukrainer in Moskau vor 60.000 Zuschauern auf den Russen Alexander Powetkin. Für diesen Fight erhält Klitschko rund 17 Millionen Dollar (umgerechnet rund 13 Millionen Euro) und damit so viel wie noch nie zuvor. Powetkins Manager Vlad Chrunow hatte sich die Vermarktungsrechte an dem Kampf für 23 Millionen Dollar gesichert. Bei einer Niederlage Klitschkos wäre der Deal geplatzt.

Pianeta schon vor K.o. zweimal angezählt

Zweimal zuvor hatten die beiden Boxer schon gegeneinander antreten wollen, beide Male wurde das Duell versteigert, doch der Russe Powetkin zog jeweils zurück. 2008 musste er wegen einer Verletzung am Sprunggelenk absagen; zwei Jahre später kam der Fight nicht zustande, weil Powetkins Vater gestorben war.

In Mannheim hatte Klitschko keine Probleme mit dem Rechtsausleger Pianeta. Der Champion hielt den Herausforderer auf Distanz. Dafür dass Pianetas einzige Chance die Flucht nach vorne war, präsentierte sich der Italiener recht passiv. In der vierten Runde ging Pianeta erstmals zu Boden - allerdings nicht durch eine Schlagwirkung. Der Boxer war über Klitschkos Füße gestolpert.

Kurz darauf war es dann aber soweit: Pianeta musste nach einer harten Rechten Klitschkos angezählt werden, die Glocke rettete den 28-Jährigen in die fünfte Runde. In dieser schickte ihn Klitschko erneut zu Boden, Pianeta schaffte es jedoch noch einmal in die Ringpause. Der Weltmeister landete weiterhin Treffer um Treffer - in der sechsten Runde war es schließlich soweit: Mit einer Rechts-Links-Kombination knockte er Pianeta aus.

Die Hoffnungen auf einen spannenden Klitschko-Fight ruhen nun auf Alexander Powetkin.

max

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insgesamt 55 Beiträge
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1. Klitschko
a0406342 04.05.2013
Wenn man gegen Aufbaugegner (was anderes ist Pianeta ja nicht) boxt, ist es zu erwarten das der Kampf nicht über die Zeit geht. Klitschko's sollten vllt. nicht gegener zwischen platz 10 und 20 aussuchen. Die Rangliste befinnt mit 1. Aber wenn man nur auf einen blütenweisen Kampf aus ist. Vllt. fährt ja Vettel demnächst auch in seinem F1 Wagen gegen die DTM. Dann brauchen wir uns um seinen Titel auch keine Sorgen mehr machen.
2. Show
Spine 05.05.2013
1. Show 2. Show 3. Show 4. Ein lächerlicher Klitschko(Nr.1 oder Nr.2) gegen Fallobst das sich nicht wert-Kampf 5. Klitschko: Ein schwerer Kampf. Ein sehr guter Gegner mit harten Schlägen! 6. LOL 7. Ende Das war der typische RTL-Box(Zirkus)abend!
3. Hatte der Pianeta keinen Trainer?
Grafsteiner 05.05.2013
Gegen einen so sehr gösseren und schwereren Schwergewichtler, der dazu noch völlig austrainiert ist, hat ein eher Halbschwergewichtler keine Chance, wenn er denn unbedingt aufrecht stehend sterben möchte. Da muss er eben kriechen oder laufen, um überhaupt die 12 Runden zu überstehen. Rocky Marchiano (Schwergewichtler trotz 180 cm Körperlänge und nur um 80 kg) duckte sich immer auf Grasnabenhöhe ab, dass kein normaler Schwergewichtler ihn erwischen konnte. Auch einer der Klitschko-Brüder hatte mal erhebliche Schwierigkeiten mit einem schwarzen, sehr robusten aber kleinen und beweglichen Boxer aus den USA, der abgeduckt seitlich boxte. Es gibt taktische Möglichkeiten, auch gegen solche guten Schwergewichtsboxer wie den Klitschkos zu bestehen. Nicht zu besiegen, sondern zu bestehen. Der einzige Boxer, der bisher dem Vitali Klischko (der m.E. der bessere Boxer der beiden Brüder ist), auf Augenhöhe und aufrecht stehend begegnen konnte, war Lennon Lewis. Ähnlich gross, mit hervorragenden "Augen". Die es ihm ermöglichten sehr ständig präzise Schläge zu landen. Immer auf die gleiche Stelle. 8. Runde technischer K.o. gegen Vitali Klitschko. Taktisch richtig geboxt. Ich hätte den Pianeta nie gegen einen der Klitschko-Brüder als "Fallobst" verbrannt, sondern würde den auf 81 kg abtrainieren und dann eine grosse Karriere als Halbschwergewichtler in Europa machen lassen. Aber das grosse Geld wird eben im Schwergewicht verdient. und dafür lässt man sich dann halt von den Klitschkos verprügeln.
4. peinlich
nonerd 05.05.2013
war das ein Kampf??? War das Sport??? Neben 3/4 der Spielshow habe ich nur Werbung gesehen und das eigentliche "Event" war anscheinend bestimmt von den Werbeeinnahmen...
5. Wie wäre es mit Ankündigungen?
ElHombreQuiereMas 05.05.2013
Ich war heute bzw. gestern oft auf SpOn unterwegs, doch leider wies mich kein Artikel auf diesen Kampf hin... Jetzt habe ich ihn verpasst. Schade.
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Box-Legenden: Historische Kämpfe

Box-Glossar
Beim Boxen ist die Stellung der Kämpfer ausschlaggebend, dazu kommen in der Regel drei verschiedene Schlag-Varianten zum Einsatz. Diese werden untereinander beliebig zu sogenannten Schlag-Kombinationen zusammengefügt. Ebenfalls ein probates Mittel ist das Klammern, um sich aus ungünstigen Situationen zu befreien.

  • Auslage: Unter der Auslage eines Boxers versteht man die Stellung und Richtung zum Gegner. Die Kämpfer stehen dabei einander nicht frontal, sondern versetzt gegenüber, wobei diejenige Hand, die dem Gegner näher ist, als Führhand, die hinten liegende Hand als Schlaghand bezeichnet wird. Da die meisten Menschen Rechtshänder sind, gilt die Linksauslage als normal und wird meistens Normalauslage genannt. Bei ihnen stehen linkes Bein und linke Hand näher zum Gegner - in der Rechtsauslage entsprechend andersherum.

    Jab: Eine abrupt geschlagene Gerade mit der Führhand. Der Schlag hat zumeist den Kopf zum Ziel. Der Jab zählt dabei nicht zu den stärksten Schlägen, nur selten geht ein Boxer nach einem einzelnen Jab zu Boden.

    Cross: Eine Gerade, die mit der Schlaghand geschlagen wird. Die Schlaghand wird vom Kinn auf einer geraden Linie ins Ziel geführt. Die Führhand wird dabei zurückgenommen, um das Kinn zu schützen. Der Cross ist ein sogenannter Powerpunch.

Haken: Ein Schlag, bei dem zwischen Kopf- und Körperhaken unterschieden wird. Zum Einsatz kommt der Haken beim Boxen in der Halbdistanz. Der Schlag eignet sich vor allem als K.o.-Schlag, da er zumeist von der Seite kommt und so durch die Deckung des Gegners geht.

Klammern: Eine taktische Maßnahme, um sich eine Pause zu verschaffen oder sich aus einer ungünstigen Position zum Gegner zu befreien. Der Ringrichter muss die Kontrahenten aus der Klammerung trennen, so dass eine neue Kampf-Situation entsteht. Klammern stellt einen Regelverstoß dar, der aber aufgrund der Häufigkeit oft geduldet wird. Ab einem gewissen Grad wird das Vergehen jedoch mit Verwarnungen und damit mit Punktabzügen bestraft.