Frage: Herr Klitschko, vor dem Kampf wurden Sie von David Haye beleidigt und provoziert. Wie groß ist die Genugtuung?
Klitschko: Es ist ein ganz besonderer Sieg, weil es ein Sieg über David Haye ist. Außerdem ging es um den letzten Titel, den wir noch nicht hatten. Jetzt ist der auch in der Familie und ich freue mich wahnsinnig darüber.
Frage: War es die angekündigte Lehrstunde?
Klitschko: Natürlich wäre ein K.o.-Sieg am Ende noch eindrucksvoller gewesen, leider hat es nicht geklappt. Aber auch so hat er genug abgekriegt, um zu verstehen, dass er im Schwergewicht nichts zu suchen hat und aus einem anderen Holz geschnitzt ist. Vielleicht sollte er zurück ins Cruisergewicht gehen.
Klitschko: Menschlich bin ich nach wie vor enttäuscht von ihm. Das mit dem T-Shirt mit meinem abgeschlagenen Kopf, das fand ich wirklich widerlich. Das war unter der Gürtellinie. Es hat mich richtig genervt. Aber boxerisch muss ich ihm auch ein Kompliment machen.
Frage: War er der stärkste Gegner Ihrer Karriere?
Klitschko: Es kommt nicht oft vor, dass ich mit Wunden im Gesicht auf einer Pressekonferenz sitze, deshalb gebührt ihm Respekt. Er war schnell, aggressiv und hat es verstanden, sich zu schützen und Schläge zu vermeiden. Aber letztlich reicht das nicht, um ein richtiger Schwergewichts-Weltmeister zu sein. Dazu muss man auch groß und schwer sein. Deshalb denke ich, dass Haye auch nicht ins Schwergewicht gehört.
Frage: Haye sagte, er hätte sich im Training vor dem Kampf den kleinen Zeh des rechten Fußes gebrochen.
Klitschko: Das ist doch eine billige Ausrede, er sollte seine Niederlage einfach hinnehmen. Es gab Kämpfe, in denen habe ich mir die Hände gebrochen und kein Wort darüber verloren. Letztlich bekommt jeder den Platz im Leben, den er verdient, und das Ergebnis des Kampfes spricht für sich.
Frage: Ein Rückkampf wurde von Haye schon ins Gespräch gebracht. Wie stehen die Chancen?
Klitschko: Ich hatte nicht das Gefühl, dass er es wirklich will. Er klang nicht wirklich überzeugend. Es ist jetzt zu früh, über so etwas zu spekulieren. Ich sage nur eins: Beim nächsten Mal knocke ich ihn aus.
Aufgezeichnet von Kristof Stühm, SID.
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