Dopingverdacht gegen Radstar Wiggins spricht von Hexenjagd

Hat Großbritanniens Rad-Idol Bradley Wiggins gedopt? Der Verdacht hat sich erhärtet. Wiggins selbst beteuert seine Unschuld und sieht sich als Opfer einer Kampagne.

Sir Bradley Wiggins
AP

Sir Bradley Wiggins


Der frühere Tour-de-France-Sieger Bradley Wiggins hat Dopingverdächtigungen gegen ihn erneut scharf zurückgewiesen. In einem Interview des Senders BBC vom Montagabend sprach der 37 Jahre alte Brite von einer "Hexenjagd" und einer "Hölle auf Erden". Seine Kinder würden in der Schule angefeindet, er müsse nun die Scherben zusammenkehren. "Wenn ich jemanden ermordet hätte, würde ich mehr Rechte haben als bei diesem Vorgang", sagte Wiggins.

In einem am Montag veröffentlichten britischen Parlamentsbericht heißt es, der fünffache Radsport-Olympiasieger habe eine leistungssteigernde Substanz dazu genutzt, die Tour de France 2012 zu gewinnen. Damit habe er zwar nicht gegen die Anti-Doping-Regeln verstoßen, wohl aber gegen die ethischen Prinzipien seines Rennstalls Team Sky. "Zu keiner Zeit in meiner Karriere haben wir eine ethische Grenze überschritten", betonte Wiggins dagegen in der BBC.

Vor der Tour 2012 hatte er eine Ausnahmegenehmigung erhalten und durfte das Mittel Triamcinolon zur Behandlung medizinischer Probleme einnehmen. Das Arzneimittel wird normalerweise dazu verwandt, Allergien und Atemwegserkrankungen zu behandeln. Wiggins erklärte, er habe es ausschließlich aus medizinischen Gründen genommen, schloss eine unbeabsichtigte leistungssteigernde Wirkung jedoch nicht aus. "Absicht - das ist der Schlüssel", sagte er. Auf die Frage, ob er ausschließen könne, jemals in seiner Karriere betrogen zu haben, sagte Wiggins: "Zu hundert Prozent."

aha/dpa



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patschel 06.03.2018
1. Parallelen
... Armstrong lässt grüßen.
Dogbert 06.03.2018
2. Die Frage muss schon erlaubt sein
warum unter Radfahrern, wie überhaupt bei vielen Profisportlern, die Rate an Erkrankungen bei denen bestimmte , potentiell leistungsfördernde, Medikamente gegeben werden, so exorbitant hoch ist ??
taglöhner 06.03.2018
3. Hustenreiz
Zitat von Dogbertwarum unter Radfahrern, wie überhaupt bei vielen Profisportlern, die Rate an Erkrankungen bei denen bestimmte , potentiell leistungsfördernde, Medikamente gegeben werden, so exorbitant hoch ist ??
Hier handelt es sich um Atemwegsdinge. Wenn Sie Ausdauersport betreiben wissen sie, dass es einen Unterschied macht, wenn man mit Tiefenatmung stundenlang das zehnfache an Luft jeder Qualität filtert wie ein Spaziergänger. Dies fördert einerseits natürlich (behandlungsbedürftige) Erkrankungen, ebnet aber auch potentieller Leistungssteigerung durch solche Präparate den Weg. Armstrong war EPO. Anderer Fall.
seven21 06.03.2018
4.
Zitat von Dogbertwarum unter Radfahrern, wie überhaupt bei vielen Profisportlern, die Rate an Erkrankungen bei denen bestimmte , potentiell leistungsfördernde, Medikamente gegeben werden, so exorbitant hoch ist ??
Das nennt sich Belastungsasthma und ist tatsächlich ein nicht zu unterschätzendes Poblem bei Ausdauersportlern. Allerdings ist das Thema Dosierung, wie bei Froome, und natürlich auch Missbrauch durch nicht betroffene Sportler im Auge zu behalten.
hle 06.03.2018
5. @#3 Nicht nachvollziehbar
Wenn Sein Körper den Ausdauersport nicht verkraftet, dann muss er sich eine andere Sportart suchen. Wenn man kleinwüchsig ist, sollte man auch nicht versuchen, den Weltrekord im Hürdenlauf zu brechen. Ganz einfach. Hier wird mit fragwürdigen Bescheinigungen das Doping legitimiert. Schon bezeichnend, dass ein Asthamtiker die härteste Radtour der Welt gewinnt .. und das gleich mehrmals.
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