Schwimm-DM: Steffen erlebt Debakel im Vorlauf

Schwimmerin Steffen: Hoffen auf den Endlauf Zur Großansicht
Getty Images

Schwimmerin Steffen: Hoffen auf den Endlauf

Einst waren die 100 Meter Freistil die Paradestrecke von Britta Steffen. Nun muss die Schwimmerin um die WM-Qualifikation über diese Distanz zittern. Die 29-Jährige verpasste die Normzeit bei den deutschen Meisterschaften deutlich und muss auf eine Ausnahmegenehmigung hoffen.

Hamburg - Schon nach ihrem Aus bei den Olympischen Sommerspielen in London hatte Britta Steffen gemutmaßt: "Vielleicht ist meine Zeit einfach vorbei, was die 100 Meter betrifft." Und womöglich hatte die Schwimmerin recht. Bei den deutschen Meisterschaften in Berlin verpasste Steffen im Vorlauf überraschend die WM-Norm über 100 Meter Freistil. In 55,68 Sekunden blieb sie 0,16 Sekunden über der geforderten Zeit.

Die 29-Jährige wollte sich zunächst nicht zu dem Debakel äußern. "Ich muss erst einmal selbst runterkommen", sagte Steffen, die nun auf eine Ausnahmeregelung des Deutschen Schwimm-Verbands (DSV) hoffen muss. Laut Nominierungskriterien ist die Kurzbahn-Weltmeisterin als Olympia-Vierte nur über die 50 Meter vorqualifiziert.

Später meldete Steffen sich krank und sagte alle weiteren Starts ab. Damit steht auch ihre WM-Teilnahme auf der Kippe. Mannschaftsarzt Sven Lodziewski sprach von einer "akut aufgetretenen Problematik", Details wollte er mit Hinweis auf seine Schweigepflicht nicht nennen. Chef-Bundestrainer Henning Lambertz betonte, Steffen sei nur auf sein Bitten überhaupt geschwommen: "Sie fühlte sich wirklich nicht gut. Wir haben dann gemeinsam beschlossen, dass weitere Starts keinen Sinn machen."

Über die doppelte Distanz muss Steffen wie alle anderen auch festgelegte Zeiten sowohl im Vorlauf als auch im Finale erreichen. Schnellste im Vorlauf war Daniela Schreiber in 54,74 Sekunden vor Dorothea Brandt (54,82 Sekunden), beide erfüllten damit die Norm. Im Finale blieb nur Schreiber in 54,31 Sekunden unter der geforderten Zeit und ist damit für die WM in Barcelona (19. Juli bis 4. August) qualifiziert. Der zweite deutsche Startplatz blieb vorerst unbesetzt, somit könnte Steffen nachnominiert werden. BundestrainerLambertz betonte, dem DSV-Aushängeschild "alle erdenklichen Optionen offen zu halten".

2008 hatte Steffen bei den Olympischen Sommerspielen in Peking jeweils Gold über die 50 und 100 Meter Freistil gewonnen, ein Jahr später holte sie über beide Strecken die WM-Titel. Auf der Langbahn hält Steffen seit 2009 die Freistil-Weltrekorde über beide Distanzen.

max/dpa/sid

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 8 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Steffen sollte langsam mal daran denken,
wwwwalter 27.04.2013
ob es noch Sinn macht, ihre Karriere fortzuführen. Bitte keine Sondergenehmigung - nur die Besten sollten schwimmen !
2. Mal wieder
hermes69 27.04.2013
Frau Steffen sollte evtl. über Ihr Karriereende nachdenken. Das ist leider zu wenig
3.
Ostwestfale 27.04.2013
Es war ein Vorlauf, meine Güte, was soll dieser Aufriss? Die Regelung die Norm bei einer Veranstaltung 2x schwimmen zu müssen ist doch absurd.Wenn Steffen das Ding unter der Normzeit gewinnt, warum soll sie dann niht zur WM fahren?
4. Tut mir leid
haraldf56 27.04.2013
besser an einen Abschied denken
5. Tschüß Britta!
cmann 27.04.2013
Danke für tolle Sportmomente, aber jetzt: Ende Gelände;)
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Sport
Twitter | RSS
alles zum Thema Britta Steffen
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 8 Kommentare