Olympische Spiele 2024 Bürger entscheiden Ende November über Hamburgs Bewerbung

Soll sich Hamburg für Olympia 2024 bewerben? Die Entscheidung darüber treffen die Menschen der Hansestadt. Die Bürgerschaft hat das Referendum nun endgültig auf den Weg gebracht. Kritik gibt es am Text der Abstimmungsvorlage.

Hamburger Rathausmarkt: Die Bürger entscheiden über eine Olympia-Bewerbung
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Hamburger Rathausmarkt: Die Bürger entscheiden über eine Olympia-Bewerbung


Hamburgs Bürger entscheiden am 29. November endgültig, ob sich die Stadt um die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2024 bewirbt. Die Bürgerschaft machte mit den Stimmen von SPD, Grünen, CDU, FDP und AfD den Weg frei für das vom rot-grünen Senat beantragte Referendum.

Damit kann das Volk in knapp vier Monaten mit Ja oder Nein auf den Satz antworten: "Ich bin dafür, dass sich der Deutsche Olympische Sportbund mit der Freien und Hansestadt Hamburg um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele im Jahr 2024 bewirbt."

Einzig die Linke votierte gegen das Referendum. Ihrer Meinung nach kommt die Befragung zu früh, da die Kosten der Spiele noch unklar seien. Zudem ist der Partei die Frage nicht neutral genug formuliert.

Umfragen hatte vor einigen Monaten ergeben, dass es in Hamburg eine Mehrheit für eine Bewerbung gibt. Jüngere Erhebungen gibt es allerdings nicht. Sollte das Referendum eine Zustimmung ergeben, muss die bereits gegründete Olympia-Bewerbergesellschaft bis zum 8. Januar 2016 das sogenannte Mini Bid Book mit den Bewerbungsunterlagen beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) einreichen. Stimmen die Hamburger gegen Olympia, ist das gesamte Verfahren für die Hansestadt beendet, da das Referendum rechtlich bindend ist.

Bewerbungskosten liegen bei rund 50 Millionen Euro

Die Olympia-Bewerbung selbst wurde bislang auf rund 50 Millionen Euro taxiert. Vorsorglich sollen für den Fall der Fälle aber bis zu 70 Millionen Euro zur Verfügung stehen, weshalb der Senat bis zu 15 Millionen Euro bei der Bürgerschaft beantragt hat. Der Bund und die Wirtschaft haben bereits zugesichert, die Bewerbung mit insgesamt 55 Millionen Euro zu unterstützen. Unklar ist bislang, was die Spiele den Steuerzahler kosten würden. Auch aus diesem Grund halten Olympia-Gegner, die bereits eine Volksinitiative gestartet haben, das Referendum für verfrüht.

Neben Hamburg wollen sich auch Boston, Paris, Rom und Budapest um die Sommerspiele in neun Jahren bewerben. Wer den Zuschlag erhält, darüber entscheidet das IOC bei seiner Sitzung im Sommer 2017 in Perus Hauptstadt Lima.

ham/dpa



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insgesamt 4 Beiträge
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ein-berliner 08.07.2015
1. Optimal
Ohne Kostenaussage ist die Frage natürlich sehr fragwürdig. Glücklicherweise werden bis Ende November detaillierte und nachprüfbare Informationen vorliegen, sodass die Hamburger sich reale Vorstellungen machen können. Dafür werden die hanseatischen Kaufleute gewiss sorgen. Dann wird demokratisch abgestimmt und bezahlt.
W113 08.07.2015
2.
Die direkten Kosten sind egal. Schlimmer ist, dass im Falle des Zuschlags die Stadt auch im Ausland zunehmend in den Fokus rückt, die gefühlte Wertigkeit Hamburgs weiter steigt und die Mieten dadurch abermals deutlich angehoben werden. Zu den ganzen Spekulationsobjekten in der Hafencity werden etliche in den aufstrebenden Stadtteilen hinzukommen. Was für Eigentümer ein Segen ist, entwickelt sich für Mieter zum blanken Horror. Für Olympische Spiele in Hamburg wünsche ich allen Mietern starke Nerven.
Discordius 09.07.2015
3. heuchelnder SPON
so wie der SPIEGEL gegen München und Garmisch bei der Olympibewerbung geschrieben hat, kann man nur NEIN sagen. Seltsamerweise ist nun alles in Hamburg gut: Nichts ist zu teuer, die Umwelt wird nicht im geringsten beeinträchtigt usw. Sehr geehrte SPIEGEL-Journalisten: Sie sind wirklich die dümmsten und heuchlerischten Journalistenschweine die es in Deutschland gibt. Wenn Sie nicht eingestehen, dass Sie absichtlich die Münchner Olympiabewerbung mit Ihrem Einfluss auf die öffentliche Meinung kaputt gemacht haben, wünsche ich Ihnen, dass die Hamburger Bewerbung scheitert.
espet3 09.07.2015
4.
Bekanntlich werden die Spiele an aufstrebende Nationen wie China, Brasilien und Russland vergeben, was Deutschland doch gar nicht ist.
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