Nichtnominierung für Olympia Friedek gewinnt Prozess gegen DOSB

Er kämpfte sieben Jahre lang vor Gericht, jetzt hat Charles Friedek den Rechtsstreit mit dem Olympischen Sportbund gewonnen. Der frühere Dreispringer hofft nach der Nichtnominierung für die Sommerspiele 2008 auf mehr als 100.000 Euro Schadensersatz.

Ex-Leichtathlet Friedek: Normweite für die Spiele 2008 zweimal erfüllt
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Ex-Leichtathlet Friedek: Normweite für die Spiele 2008 zweimal erfüllt


Der frühere Leichtathletik-Weltmeister Charles Friedek hat sich im jahrelangen Rechtsstreit mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) um die verpasste Olympia-Teilnahme von 2008 durchgesetzt. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe urteilte, dass der DOSB als Monopolverband zur Nominierung von Athleten seine Pflicht "schuldhaft" verletzt habe. Dies habe zuvor schon das Landgericht Frankfurt rechtsfehlerfrei festgestellt.

Der heute 44-jährige Dreisprungs-Weltmeister von 1999 war beim Meeting in Wesel im Juni 2008 die vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) geforderte Normweite von 17 Metern zweimal gesprungen - allerdings innerhalb dieses einen Wettkampfs. Der DLV verlangte, dass sie bei zwei verschiedenen Wettkämpfen erbracht wird, was aber damals nicht eindeutig so festgeschrieben war. Daraufhin wurde Friedek nach einer DOSB-Entscheidung nicht zu den Sommerspielen nach Peking mitgenommen. Friedek wehrte sich juristisch und hatte auf Schadensersatz für seine verpasste Olympia-Teilnahme in Peking geklagt.

Mit dem Revisionsprozess unter dem Vorsitzenden Richter Alfred Bergmann war ein sieben Jahre langer Rechtsstreit Friedeks mit dem DOSB in die dritte und letzte Instanz gegangen, nachdem zuvor das Oberlandesgericht Frankfurt das Urteil des Frankfurter Landgerichts aufgehoben hatte. Über die Höhe des Schadensersatzes muss nun das Landgericht Frankfurt entscheiden. Friedek fordert 133.500 Euro für entgangene Sponsoren-, Preis- und Startgelder.

chp/dpa

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