Doping-Vorwurf Tour-de-France-Sieger Froome positiv getestet

Gesamtsieg bei der Tour de France, danach auch bei der Vuelta: Es war das Jahr des Christopher Froome. Nach einem positiven Dopingbefund bei der Spanien-Rundfahrt gerät der Dominator des Radsports nun unter Druck.

Christopher Froome
AFP

Christopher Froome


Droht dem vierfachen Tour-de-France-Sieger Christopher Froome eine lange Sperre? Bereits am 7. September soll der britische Radsport-Star bei einer Dopingprobe bei der Spanien-Rundfahrt den erlaubten Grenzwert für das Asthma-Medikament Salbutamol deutlich überschritten haben. Das ergab eine gemeinsame Recherche von "Guardian" und "Le Monde", der Radsport-Weltverband UCI hat den positiven Test bestätigt.

Froome hat bereits auf die Anschuldigungen reagiert. Dass er an Asthma leide, sei allseits bekannt, er behandle die Symptome der entzündlichen Erkrankung der Atemwege mithilfe eines Inhalators. "Mein Asthma ist während der Vuelta schlimmer geworden, deshalb habe ich auf den Rat des Teamarztes die Salbutamol-Dosis erhöht." Dabei habe er jedoch sorgfältig darauf geachtet, die zulässige Dosis nicht zu überschreiten.

"Ich nehme meine Führungsrolle in meinem Sport sehr ernst. Die UCI ist absolut im Recht, Testergebnisse zu untersuchen. Zusammen mit meinem Team werde ich alle Informationen zur Verfügung stellen, die nötig sind", sagte er.

Sky-Teamchef Dave Brailsford erklärte, es gebe "komplexe medizinische und physiologische Probleme, die den Stoffwechsel und die Ausscheidung von Salbutamol beeinflussen". Der Rennstall habe sich verpflichtet, die Fakten zu ermitteln "und genau zu verstehen, was bei dieser Gelegenheit passiert ist". Nach Angaben der UCI lag der Wert der Probe bei einer Konzentration von 2000 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml), der Grenzwert des Welt-Anti-Doping-Agentur WADA ist bei 1000 ng/ml.

Froome wurde laut UCI den Regeln gemäß nicht vorläufig suspendiert. Der 32-Jährige muss aber erklären, warum der Grenzwert überschritten wurde. Froome gewann im September die Vuelta, nachdem er im Juli bereits zum vierten Mal die Tour für sich entschieden hatte.

chh/dpa



insgesamt 67 Beiträge
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doppelnass 13.12.2017
1. Asthma
Nee, ist klar. Der Arme hat Asthma. Sicher passiert in diesem Fall nichts. Man sollte ihn fort jagen. Das macht vieles kaputt. Wenn sich herausstellt, dass er in den letzten Jahren gedopt hat, geht der Radsport richtig zu Grunde. Deshalb wird man das sicher klein halten.
austromir 13.12.2017
2. so what?
wo ist der Neuigkeitswert? Sportler dopen und vertuschen das durch "Erkrankungen". Das ist längst normal. Genau deswegen interessieren sich immer weniger Menschen für Sport und verantwortungsbewusste Eltern halten ihre Kinder vom Leistungssport fern.
jean-baptiste-perrier 13.12.2017
3. Asthmatiker = Spitzensportler ?
Es ist schon grotesk wie häufig man hört, dass zahlreiche Spitzensportler in den unterschiedlichsten Sportarten Arzneimittel gegen Asthma benutzen. Und wenn man dann überlegt wieviele staatliche Mittel zur Förderung des Kommerz-Betriebs Spitzensport bereitgestellt werden, dann wird einem ganz anders. Von staatlicher Seite sollte meiner Meinung nach einzig und allein der Breiten-Sport gefördert werden - jenseits kapitalistischem Gewinnstrebens.
Papazaca 13.12.2017
4. Wir wollen an den Weihnachtsmann glauben
Früher habe ich auch Ulrich & Co. bewundert. Die Tour de France zu fahren ist eine Riesenleistung. NUR, was ich lange ausblendete war die Doping-Realität. Wer sich für Profi-Radsport interessiert, muß von Doping ausgehen, auch wenn es nicht immer der Fall ist. Klar, wir wollten lange an den Weihnachtsmann glauben und haben die Realität ausgeblendet.
marialeidenberg 13.12.2017
5. Vielleicht wird er suspendiert,
vielleicht auch nicht. Es wird einen neuen Star geben, bis man feststellt... Doping gehört zum Radsport wie ein genuiner Körperteil. Das Publikumsinteresse, d.h. das wirtschaftliche Interesse an diesem Zirkus ist derart groß, dass auch in Zukunft alles gesundgebetet werden wird.
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