Chronologie Leipzigs gescheiterte Bewerbung


Leipzig - Leipzig ist als Bewerber für die Olympischen Spiele 2012 ausgeschieden. Ausschlaggebend waren nach Aussage des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) vor allem logistische Gründe. Nach der Nominierung Leipzigs als deutscher Bewerber war die Vorbereitung jedoch von einigen negativen Zwischenfällen gestört worden.

12. April 2003: Leipzig wird als deutscher Kandidat für die Olympischen Spiele 2012 nominiert.
14. April 2003: Die Bewerbungskomitee Leipzig 2012 GmbH wird gegründet. NOK-Präsident Klaus Steinbach wird Vorsitzender des Aufsichtsrats, Leipzigs Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee wird sein Stellvertreter. Geschäftsführer der GmbH ist Dirk Thärichen.
29. April 2003: Mike de Vries wird zweiter Geschäftsführer.
15. Mai 2003: Der frühere Oberbürgermeister von Riesa, Wolfram Köhler, wird Olympia-Staatssekretär bei der Landesregierung um Georg Milbradt.
4. Oktober 2003: Thärichen, der beim Wachregiment des früheren Ministeriums für Staatssicherheit der DDR seinen Wehrdienst abgeleistet hatte, gerät unter Stasi-Verdacht. Tiefensee stellt sich vor den Olympiamanager.
8. Oktober 2003: Thärichen lässt sein Amt ruhen. Auch Jochen Lohse, Mitglied des Beirates des Fördervereins Wirtschaft für Leipzig 2012, erklärt, er werde seine Tätigkeit bis auf weiteres ruhen lassen. Gegen Lohse waren ebenfalls Vorwürfe wegen früherer Stasi-Verbindungen laut geworden.
18. Oktober 2003: Nach Untreue-Vorwürfen wird Thärichen vom Aufsichtsrat der Bewerber-GmbH vom Posten des Geschäftsführers abberufen.
30. Oktober 2003: Köhler wird von Milbradt in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Hintergrund sind Vorwürfe wegen Vetternwirtschaft aus seiner Zeit als Oberbürgermeister in Riesa.
6. November 2003: Leipzigs Olympiabeauftragter und Bürgermeister Burkhard Jung gerät wegen vermeintlicher Genehmigung dubioser Provisionszahlungen unter Druck.
7. November 2003: Jung lässt seine Ämter ruhen. Neuer Olympiabeauftragter wird Stadtbau-Bürgermeister Engelbert Lütke Daldrup.
19. November 2003: Ex-Wella-Manager Peter Zühlsdorff wird Vorsitzender der Geschäftsführung der Bewerber-GmbH.
27. November 2003: Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Thärichen wegen Untreue. Gegen Jung wird dagegen nicht ermittelt, so dass er sein Amt als Bürgermeister wieder aufnehmen kann. Olympiabeauftragter bleibt aber Lütke Daldrup.
18. Dezember 2003: Die Bewerberkomitee Leipzig 2012 stellt das Motto der Bewerbung vor: "One family".
8. Januar 2004: Bundeskanzler Schröder und Bundesinnenminister Otto Schily sind ab sofort "Offizielle Fans der Bewerbung Leipzigs für die Olympischen Spiele 2012".
15. Januar 2004: Leipzig gibt seine Bewerbungsunterlagen beim IOC in Lausanne ab. Im so genannten "Questionnaire" stellt die Stadt ihr Konzept kompakter Spiele vor.
28. Januar 2004: Ex-Außenminister Hans Dietrich Genscher wird auf der konstituierenden Sitzung Kuratoriums der Bewerbergesellschaft einstimmig zum Vorsitzenden des Gremiums gewählt.
12. April 2004: Als Initiative Leipziger Sportstudenten beginnt ein Nonstop-Staffellauf auf einem sieben Kilometer langen Rundkurs durch die Stadt.
19. April 2004: IOC-Präsident Jacques Rogge besucht Leipzig und äußert sich unter anderem anerkennend über das "innovative Beherbergungskonzept". Er nennt Spiele in einer 500.000-Einwohner-Stadt möglich.
28. April 2004: Regisseur Sönke Wortmann ("Das Wunder von Bern") beginnt mit den Dreharbeiten für einen Image-Film für die Olympia-Bewerberstadt Leipzig.
11. Mai 2004: Die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft stellen sich in einer gemeinsamen Erklärung noch einmal hinter die Bewerbung Leipzigs.
15. Mai 2004: Trotz Dauerregens bilden etwa 5000 Teilnehmer in Leipzig eine Menschenkette, um die Bewerbung der Stadt für die Austragung der Olympischen Spiele 2012 zu unterstützen.
18. Mai 2004: Das IOC gibt seine Entscheidung bekannt. Leipzig verfehlt die Aufnahme in den Kreis der offiziellen Kandidatenstädte. Nominiert werden Paris, Madrid, London, New York und Moskau.



© SPIEGEL ONLINE 2004
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.