Streit mit Verband Entscheidung im Pechstein-Prozess erst im Juni

Die Entscheidung des Bundesgerichtshofs im Fall Claudia Pechstein wird mit Spannung erwartet. Doch das Gericht teilte nun mit, das Urteil erst im Juni zu verkünden.

Claudia Pechstein bei einem Wettkampf Anfang März in Berlin.
DPA

Claudia Pechstein bei einem Wettkampf Anfang März in Berlin.


Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe wird erst am 7. Juni ein Urteil im Pechstein-Prozess verkünden. Das teilte Richterin und BGH-Präsidentin Bettina Limperg heute in der Verhandlung vor dem Kartellsenat mit.

Verhandelt wird die Revision des Eislauf-Weltverbandes ISU gegen das Urteil des Oberlandesgerichts München in der Schadensersatzklage von Eisschnelllauf Olympiasiegerin Claudia Pechstein.

"Der Senat hat noch gar nichts rausgelassen, wohin er tendiert", sagte Prozessbeoachter und Sportrechtler Michael Lehner der Deutschen Presse Agentur. Es gebe weiter die Hoffnung, dass es eine große Entscheidung für die Sportgerichtsbarkeit gebe. Es habe die "größeren Argumente" für die Pechstein-Seite gegeben, fügte Lehner hinzu.

Pechstein kämpft mit ihrer Schadensersatzklage über fünf Millionen Euro gegen ihre Zwei-Jahres-Sperre durch die ISU und die Wiederherstellung ihres ramponierten Rufes. Pechsteins Anwalt Gottfried Hammer verdeutlichte in der mehr als zweistündigen Verhandlung, dass sich seine Mandantin nicht generell gegen die Idee internationaler Schiedsgerichte wende.

Aber ein Schiedsgericht müsse "sich an den Maßstäben aller Rechtsordnungen messen lassen, von denen es anerkannt werden will". Entscheidend sei, ob die Klägerin freiwillig gehandelt habe, als sie sich dem CAS unterworfen habe. ISU-Anwalt Reiner Hall argumentierte hingegen: "Die Klägerin hat sich sehenden Auges auf die Athletenvereinbarung eingelassen."

elo/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.