Kontroverser NFL-Star Colin Kaepernick Teil weltweiter Werbekampagne

Quarterback Colin Kaepernick hatte mit seinem Hymnenprotest für politische Kontroversen bis ins Weiße Haus gesorgt. Der Sportartikelhersteller Nike macht den Footballprofi nun zum Testimonial einer großen Jubiläumskampagne.

Colin Kaepernick
REUTERS/ USA Today Sports

Colin Kaepernick


"Wir glauben, dass Colin einer der inspirierendsten Athleten dieser Generation ist", sagte Nikes Vizepräsident Gino Fisanotti, nachdem der Konzern bekanntgegeben hatte, den umstrittenen NFL-Profi Colin Kaepernick zum Teil einer großen Werbekampagne zu machen. Der Sportartikelhersteller feiert den 30. Geburtstag seines berühmten Slogans "Just do it".

US-Medien veröffentlichten am Montag Fotos, auf denen Kaepernicks Gesicht in Nahaufnahme zu sehen ist, dazu der Schriftzug: "Glaube an etwas. Selbst wenn es bedeutet, alles zu opfern." Auch der 30-Jährige zeigte das Foto zusammen mit dem Hashtag "Just do it" ("Mach es einfach") auf seinem Twitter-Account.

Neben dem ehemaligen NFL-Spieler sind unter anderem auch Odell Beckham Jr. (American Football), Serena Williams (Tennis) und LeBron James (Basketball) Teil der Kampagne. Kaepernick wird seit 2011 von Nike gesponsert.

Kaepernick hatte in der Saison 2016/2017 für Aufregung gesorgt, als er vor den Spielen der US-Profiliga NFL beim Abspielen der Nationalhymne auf die Knie gegangen war. Der Quarterback gab an, damit eine Botschaft gegen Polizeigewalt und Rassendiskriminierung im Land senden zu wollen. US-Präsident Donald Trump wirkte beharrlich darauf hin, dass diese Proteste von der Liga unterbunden werden.

Der Aktion des Spielers schlossen sich Sportler weltweit an, die Liga knickte unter dem politischen Druck hingegen ein. Kaepernick selbst verlor seine Anstellung bei den San Francisco 49ers im März 2017, seitdem wartet er vergeblich auf neue Angebote aus der NFL und hatte zuletzt Beschwerde gegen die Liga eingereicht, weil er den Teambesitzern eine systematische Ausgrenzung unterstellte. In einem ersten Prozess bekam der Sportler Recht zugesprochen.

tip/sid



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Jetzt_mal_ernsthaft 04.09.2018
1. Leider nicht
"In einem ersten Prozess bekam der Sportler Recht zugesprochen." Er hat lediglich das Recht bekommen einen Schlichter anzurufen. Aber Hut ab vor Nike (in diesem Fall).
Lankoron 04.09.2018
2. Kapernick verlor
seine Anstellung nicht wegen seiner Proteste, sondern weil er die letzten 2 Jahre schlecht spielte und für sein Leistungsvermögen zu teuer war. Und er wurde ja nicht gefeuert, sondern sein Vertrag war ausgelaufen. Und er hatte seitdem mindestens 3 mögliche neue Angebote, die er aufgrund eigener Forderungen, Fehlverhalten seiner Freundin etc. alle verloren hat. Ein Quarterback, der in seiner vorletzten Spielzeit ein Rating unter 90 erhielt und in seiner letzten Saison nach 8 Spielen seinen Startplatz verlor, wird wohl bei keinem Verein einen Vertrag nahe der 10-Mio-Grenze und erst recht keinen Starting Platz versprochen bekommen.
mingolan 04.09.2018
3. Kleine Korrektur
Seinen Job bei den 49ers ist Kaepernick los, weil er selbst entschieden hat, dort aus seinem Vertrag auszusteigen, was er aufgrund einer Vertragsklausel konnte. Dass er seitdem keinen neuen Verein gefunden hat, der ihn nicht zumindest als Back-Up haben will, ist natürlich nur sehr schwer nachzuvollziehen.
gekreuzigt 04.09.2018
4. Eigenes Unvermögen
zu verdrängen und stattdessen andere zu beschuldigen. Ich habe das Gefühl, das geht nur, wenn die eigene Person das Einzige ist, was einen interessiert. Von einer erfolgsorientierten Truppe wird er jedenfalls keinen Vertrag mehr bekommen. Er ist bei den Niners ja auch zum Ende hin immer schlechter geworden.
Turbo 04.09.2018
5. Leistung vs. Ballast
Man sollte schon erwähnen, dass seine Leistung zum Ende hin nachließ und er nicht mehr als Starter angesehen wurde. Dass er aber zumindest als Backup ein guter QB gewesen wäre, steht außer Frage. Und meines Wissens hatte er auch Angebote, die er allerdings ablehnte. Warum nur eine Handvoll Teams das auf sich nahmen, ist recht klar, wenn man die NFL kennt. Nichts fürchten die Teams mehr, als Unruhe in der Saisonvorbereitung, die monatelang geht und die wesentlichen Weichen für die Saison legt. Wäre Kaepernick einer der top 5 QBs der Liga, hätten die meisten Teams da nicht mit der Wimper gezuckt. Aber für einen Ersatz-QB brachte er irgendwann zu viel medialen Sprengstoff mit, selbst für Teams, die hinter seinen Aktionen stehen.
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