Cricket Indischer Schuljunge soll 117-jährigen Rekord gebrochen haben

Er spielte, bis sein Schläger brach: Ein 15-jähriger Inder hat mit einem spektakulären Lauf offenbar einen Uralt-Rekord im Cricket gebrochen. Der Junge erzielte in einem Durchgang mehr als 1000 Punkte - üblich sind eher um die 300.

Schüler Dhanawade: "Gespielt wie immer"
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Schüler Dhanawade: "Gespielt wie immer"


Ein Schüler im indischen Mumbai soll einen mehr als hundert Jahre alten Rekord im Cricket gebrochen haben. Der 15-jährige Pranav Dhanawade hat in einem zweitägigen Schulturnier, das am Montag endete, 1009 Punkte (Runs) in einem Innings erzielt. Das sagte ein Sprecher der Cricket-Vereinigung Mumbais. Ob der Rekord anerkannt werde, sei aber noch unklar, da noch nicht geklärt ist, ob das Spielfeld den Regularien entsprochen habe.

Bisheriger Rekordhalter ist laut indischen Medien der Brite A.E.J. Collins, der im Jahr 1899 im Clifton College 628 Punkte holte. Durchschnittlich für ein Innings sind Werte zwischen 300 und 350 Punkten - wohlgemerkt für ein ganzes Team. Ein Innings ist eine Spielphase, in der eine der beiden Mannschaften Punkte erzielt. Je nach Art der Partie werden ein oder zwei Innings pro Team ausgespielt.

Auf seinem Twitter-Kanal zeigte Dhanawade ein Foto, auf dem er nach der Partie auf Händen getragen wird. Während seines 395 Minuten andauernden Rekordlaufs hatte er indes mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen. "Nach seinem riesigen Innings hat er Krämpfe bekommen", sagte Dhanawades Vater, ein Auto-Rikscha-Fahrer, der indischen Zeitung "dna".

Zudem war Dhanawades Schläger sogar gebrochen, wie der Schüler der Zeitung "Mid-Day" berichtete: "Da das Ende meines Schlägers einen Riss hatte, habe ich versucht, den Ball in der Mitte zu nehmen und gegen die Spielfeldgrenze zu schlagen." Schließlich habe er seinen Schläger getauscht. Seine Mitspieler hätten ihn mit Zuckerwasser versorgt, damit er durchhalten konnte.

Cricket-Legende Sachin Tendulkar lobte Nachwuchsspieler Dhanawade via Twitter: "Ich gratuliere #PranavDhanawade dazu, als erster 1000 Runs in einem Innings geschafft zu haben. Gut gemacht, arbeite weiter an dir", schrieb der ehemalige Kapitän der indischen Nationalmannschaft.

Und Dhanawade? Der gab sich hinterher selbstbewusst. "Ich war schon immer ein guter Hitter", sagte er den "Hindustan Times". An den Rekord hatte er während des Spiels aber nicht gedacht: "Ich habe einfach gespielt wie immer."

mon/dpa/Reuters

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insgesamt 8 Beiträge
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rudisresterampe 05.01.2016
1. Endlich mal was positives aus Indien...
...was sonst nur durch Korruption, Epedemien, Armut, Unfälle und Umweltverschmutzung Schlagzeilen macht.
kloppskalli 05.01.2016
2.
.. OK - und was hat Ronnie O'Sullivan's twitter post damit zu tun?
maphry 05.01.2016
3. Eine enorme Leistung
Sicherlich, wie immer bei solchen Rekorden kann man darüber streiten ob die Gegner (also die die die Bälle gebowlt haben) von ausreichender Qualität waren. Aber über so viele Stunden bei 323 regelgerecht gebowlten Bällen bei vollem Risiko keinen Fehler zu machen, wo schon wenige Millimeter Abweichung ausreichen um auszuscheiden, ist eine beachtliche Leistung. Zudem ist er ja auch nicht ausgeschieden, sondern das Team hat entschieden das es besser wäre nun abzubrechen um noch eine Chance auf einen Sieg zu haben. Seine bisherige Höchstleistung von 152 Runs zieht das ganze in Perspektive, es wird wohl das Spiel seines Lebens gewesen sein. Eventuell erhält er so die Chance in der regionalen Jugendauswahl sein können zu demonstrieren und damit die Chance auf ein anderes Leben, auch wenn man bedenken muss, dass in Indien die Konkurrenz für Cricket-Spieler schlicht endlos ist.
Babel 05.01.2016
4. Sr
Zitat von maphrySicherlich, wie immer bei solchen Rekorden kann man darüber streiten ob die Gegner (also die die die Bälle gebowlt haben) von ausreichender Qualität waren. Aber über so viele Stunden bei 323 regelgerecht gebowlten Bällen bei vollem Risiko keinen Fehler zu machen, wo schon wenige Millimeter Abweichung ausreichen um auszuscheiden, ist eine beachtliche Leistung. Zudem ist er ja auch nicht ausgeschieden, sondern das Team hat entschieden das es besser wäre nun abzubrechen um noch eine Chance auf einen Sieg zu haben. Seine bisherige Höchstleistung von 152 Runs zieht das ganze in Perspektive, es wird wohl das Spiel seines Lebens gewesen sein. Eventuell erhält er so die Chance in der regionalen Jugendauswahl sein können zu demonstrieren und damit die Chance auf ein anderes Leben, auch wenn man bedenken muss, dass in Indien die Konkurrenz für Cricket-Spieler schlicht endlos ist.
1009 Punkte bei 'nur' 323 Bällen ? Stimmt das tatsächlich ? Bei der Strike Rate würde selbst Chris Gayle blass werden....
mark_dencker 05.01.2016
5.
In cricket ist der Durchschnitt eher 10-20. 300 wird sehr, sehr, sehr selten erreicht. Bitte besser recherchieren, denn der Eindruck einer 3-fache Erhöhung ist absolut irreführend.
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