London Zwei Frauen wollen die Darts-WM aufwirbeln

Die Darts-Party geht wieder los - und dieses Mal sind zwei Frauen dabei: Bei der WM gehen die Russin Anastasia Dobromyslova und Lisa Ashton an den Start. Der Gegner der Britin ist nicht begeistert.

Lisa Ashton
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Lisa Ashton


Bei den Ashtons ist Darts Familiensache - vor allem bei den Frauen. Die Töchter Danielle und Lindsey sind dem Pfeilewerfen verfallen, doch der eigentliche Star ist Mutter Lisa Ashton, 48 Jahre alt. Die Britin hat bereits viermal den Titel der "Women's World Championship" des kleineren BDO-Verbands gewonnen. Und nun will sie am Donnerstag für eine Premiere sorgen: den ersten Sieg einer Frau bei der WM des größeren PDC-Verbands.

"Für mich ist das ein absoluter Traum, der wahr wird. Ich hoffe, dass ich alle Frauen stolz machen kann", sagte Ashton: "Ich freue mich einfach nur, auf diese Bühne zu kommen." Ashton hat sich für einen der zwei Plätze qualifiziert, die erstmals für Frauen im berühmten Alexandra Palace in London freigehalten wurden. "Wir werden die Flagge der Frauen hochheben", sagt sie.

Neben Ashton wird auch die Russin Anastasia Dobromyslova mitmischen. Die 34-Jährige hatte bereits 2009 dank einer Wildcard mitgemacht, konnte aber keinen Sieg feiern. Sie hat bereits drei "World Championship"-Titel einsammeln können. Beide Frauen haben sich nun über zwei Turniere für die Weltmeisterschaft des PDC-Verbands sportlich qualifiziert - das gab es noch nie.

"Sie werden sich etablieren"

Die PDC hat die Partie von Ashton am ersten Abend angesetzt, die Aufmerksamkeit wird also hoch sein. In ihrem Erstrundenmatch trifft Ashton auf den Niederländer Jan Dekker, der mit der Auslosung nicht wirklich glücklich schien: "Es wird richtig schwer. Es ist ein Spiel, bei dem ich eigentlich nur verlieren kann."

Anastasia Dobromyslova
Getty Images

Anastasia Dobromyslova

Dobromyslova spielt am Montag gegen den Briten Ryan Joyce. Sie hat einen berühmten Fan: Darts-Ass Michael van Gerwen prognostizierte im niederländischen Fernsehen ihren Zweitrundeneinzug. Auch der Deutsche Martin Schindler glaubt an eine Zukunft weiblicher Spielerinnen: "Ich denke, sie werden sich auch etablieren."

"Wir leben in sich verändernden Zeiten", sagte PDC-Chef Barry Hearn dem "Daily Telegraph". Es gelte herauszufinden, wie gut die Frauen seien. Für ihn ist klar: "Manche dieser Mädels können wirklich spielen." Hearn ist 70 Jahre alt, er hat die PDC-WM zu dem Megaevent gemacht, das sie heute ist und gilt als strategisch denkender Geschäftsmann.

Ashtons Töchter wollen die Mutter schlagen

Deshalb glaubt Dobromyslova auch nicht, dass die zwei Startplätze für Frauen aus gutem Willen freigegeben wurden. "Wer Barry kennt, der weiß, dass er das nicht einfach so und ohne guten Grund macht", sagte sie der "Welt am Sonntag". Sie glaubt, dass der Promoter Aufmerksamkeit für eine zukünftige PDC-Turnierserie für Frauen erregen möchte.

Ashton sieht sich als Wegbereiterin für ihre Töchter Danielle und Lindsey. Es sei großartig, dass ihre Töchter auch spielen. "Es ist schön, dass sie in meine Fußstapfen treten", sagte sie. Diesmal werden die Töchter noch ihre Mutter anfeuern. Beim nächsten Mal könnte das schon anders aussehen.

"Mein Ziel ist es, meine Mutter zu schlagen", sagte Danielle.

bka/sid/dpa



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