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Darts-Profi Artut: Der Adler will den großen Wurf

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Darts-Profi Jyhan Artut: Warten auf den großen Wurf Fotos
imago

Er ist eine Rampensau, wird aber Adler genannt - und kann das Gejohle von 3000 freudetrunkenen Fans ausblenden: Jyhan Artut ist einer von drei deutschen Profis, die ab Donnerstag bei der Darts-WM in London antreten. Es war ein harter Weg nach oben.

Das also war lange Zeit das Basislager des deutschen Darts-Profi Jyhan Artut. Die Pestalozzi-Klause mitten im bunten Hannoveraner Stadtteil Linden ist eine ziemlich verräucherte Kneipe. Am Tresen sitzen Männer und Frauen, sie sind stolz auf "ihren Jyhan", der es vom Kneipenhinterzimmer bis in die Weltspitze geschafft hat und immer häufiger im Fernsehen zu sehen ist.

Wie zum Beispiel bei der kommenden Weltmeisterschaft in London (17. Dezember bis 3. Januar), die sich auch hierzulande zum TV-Spektakel entwickelt hat (in Deutschland überträgt Sport1 das Event). Artut trifft in der 1. Runde auf den derzeit formschwachen Stephen Bunting, der im Vorjahr das Viertelfinale erreicht hatte. Ein hartes Los, aber Angst hat Artut nicht: "Wer nach vorne will, muss genau solche Leute schlagen."

"Ich habe ein Riesentalent"

Die internationale Darts-Szene ist im Wandel, sie kämpft verbissen darum, ihr von Bier und Qualm geprägtes Image abzuschütteln. Hinter Stars wie Serienweltmeister Phil Taylor wächst eine neue Generation heran, an deren Spitze Stars wie Michael van Gerwen stehen. (Hier finden Sie ein Interview mit dem Niederländer). Sie stählt sich im Kraftraum, lebt fokussiert für ihren Sport und lässt Dummheiten lieber aus. Der 39-jährige Artut weiß, dass ihm ein Wettbewerbsnachteil entstanden ist. "Ich habe bisher nicht wirklich an mir gearbeitet. Ich habe ein Riesentalent, das weiß ich. Aber dabei belasse ich es auch", sagt der ehemalige Amateurfußballer.

Artut ist gelernter Drucker und war Besitzer von zwei Kneipen. Von seinen Preisgeldern bei Darts-Turnieren konnte er nicht leben. Er hat in einer Autowerkstatt gearbeitet und sein Turnierpensum Stück für Stück gesteigert. "Das war eine schwierige Zeit. Ich habe meiner Freundin vor drei Jahren gesagt: Du musst damit rechnen, dass wir auch mal eine Woche lang Nudeln essen müssen, weil ich Flüge und Hotels bezahlen muss", sagt er.

Aus dem Hobby ist inzwischen ein Beruf geworden, für den Artut quer durch Europa fliegen muss - und seine neunjährige Tochter viel zu selten sehen kann. Der Blick in seinen Koffer verrät, was ihm als Darts-Profi wirklich wichtig ist. Beim Einchecken am Flughafen finden die Sicherheitsbeamten in seinem Reisegepäck ein eigenes Darts-Board für unterwegs, Pfeile, Graubrot aus der Heimat und das heimische Kopfkissen für die vielen Nächte in diversen Hotels.

Vor großen Turnieren trainiert Artut rund drei Stunden pro Tag an seiner Scheibe. Ansonsten mag er es, an der PlayStation zu "daddeln". "Ich spiele gerne Sachen, bei denen ich mich konzentrieren muss. Da tauche ich richtig ein. Wie in einen Tunnel", so Artut. Bei der WM muss er in der Lage sein, das Gejohle von bis zu 3000 freudetrunkenen Zuschauern auszublenden. "Du darfst keine Angst haben. In unserem Sport muss man machen, nicht versuchen", sagt Artut.

Sehnsucht nach dem großen Wurf

Ein bisschen Show gehört natürlich dazu. Wie es sich für einen Pfeilewerfer von Welt gehört, tritt auch Artut in London mit einem Beinamen auf. Er will den Alexandra Palace als "The Eagle" betreten, begleitet vom Foo Fighters-Hit "The Pretender". Artut hat auch deshalb internationale Aufmerksamkeit erlangt, weil er bei der WM 2012 im Duell mit dem damaligen Vizeweltmeister Gary Anderson eine Sensation verpasste. 2:0 geführt, mehrere Match-Darts ausgelassen: Die Geschichte von dieser bitteren Niederlage verfolgt ihn bis heute.

Seine Sehnsucht nach einem Volltreffer im Rampenlicht treibt ihn weiter an. Er wird immer häufiger für Showkämpfe gebucht. Artut lebt nicht vom Fleiß, sondern vor allem von seinem besonderen Händchen und mentaler Stärke. Er könne sich auf den Punkt konzentrieren, sagt Artut. Das muss er nun bei der WM beweisen.

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insgesamt 7 Beiträge
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1. Jyhan Artut?
gtuerk 16.12.2015
Der Mann heißt "Cihan Artut"!!!
2.
unter_linken 16.12.2015
Man will mir erzählen, Dart wäre Profisport. Warum sehen Darter dann immer aus wie ihre eigenen besoffenen Fans?
3. Interessant...
der_bulldozer 16.12.2015
Dann erklaären Sie mir mal wieso er sich auf seiner Facebook-Seite selbst Jyhan Artut nennt? Er wird wohl selbst am besten wissen, wie er heisst, oder?
4. albern
kazong1974 16.12.2015
Zitat von unter_linkenMan will mir erzählen, Dart wäre Profisport. Warum sehen Darter dann immer aus wie ihre eigenen besoffenen Fans?
Offensichtlich kriegen die Jungs Kohle für ihre Leistung. Einige mehr, andere weniger. Die Topspieler bestreiten damit ihren Lebensunterhalt. Wie sie dabei aussehen ist sekundär. Ich empfehle ihnen mal bei Gelegenheit den Terminus "Profisport" zu googeln.
5. Topspieler
thomasconrad 16.12.2015
fahren Bentley und sind gern 'Multi'(wie Phil Taylor gern betont)-Millionäre. Ein derartiges Konzentrations-und Koordinationsniveau erreichen soo viele nicht....
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Das macht den Dartsport aus
Dartscheibe
Die Dartscheibe teilt sich in 20 Felder mit Wertigkeiten von 1 bis 20 auf. Dabei sind die Felder mit sich abwechselnden ein- und zweistelligen Zahlen so angeordnet, dass bei einem Wurfabstand von 2,37 Metern eine hohe Treffsicherheit erforderlich und nicht der Zufall entscheidend ist.

Den Mittelpunkt bildet das rote Bull's Eye auf einer Höhe von 1,73 Metern. Ein Treffer bringt 50 Punkte ein. Umgeben wird es von dem grünen Single Bull, welches 25 Punkte beinhaltet.

Des Weiteren ist die Scheibe in zwei Ringe aufgeteilt. Der äußere wird als Doppel-Feld bezeichnet und verdoppelt die geworfene Punktzahl. Der innere Dart Triple-Ring verdreifacht sogar das geworfene Feld und bringt die höchsten Punktzahlen. So ist nicht das Bull's Eye das wichtigste Feld, sondern die dreifache 20.

Ein hochwertiges Board besteht meistens aus afrikanischen Sisal-Fasern, die sich beim herausziehen des Pfeils wieder in ihre ursprüngliche Form zusammenschließen.
Dartpfeile
Für jeden Wurfdurchgang hat ein Spieler drei Pfeile zur Verfügung. Diese bestehen aus der Metallspitze (Tip), einer metallischen Grifffläche (Barrel), einem Zwischenstück (Shaft) und dem Flight, welcher den Flugverlauf stabilisiert.

Ein Dartpfeil darf dabei nicht länger als 30,5 Centimeter bei einem maximalen Gewicht von 50 Gramm sein. Er erreicht eine Geschwindigkeit von bis zu 60 km/h.
Spielweise
Die gängigste Spielvariante ist das Double Out. Ein einzelnes Leg beginnt meistens bei 501 Punkten. Wer als erster Spieler genau auf null Punkte herunterwirft, gewinnt das Leg. Dazu bedarf es im letzten Wurf jedoch einen Treffer in das Doppelfeld.

Dabei errechnen die Spieler den Punktestand und die notwendigen Kombinationen selbst oder lassen sich von Punkteschreibern und dem Sprecher informieren.

Wenn ein Spieler eine gewisse Anzahl an Legs holt (bei der PDC drei), gewinnt er den Satz. Erreicht ein Spieler eine bestimme Anzahl an Sätzen, gewinnt er das Spiel.

Wirft der Spieler mehr Punkte als erforderlich, hat er sich überworfen und der Wurf wird nicht gewertet.

Mit nur neun Darts, einem 9-Darter beziehungsweise dem perfekten Spiel, ist es möglich, das Leg vorzeitig zu beenden.
Rangliste und die WM
In der bedeutendsten Dartorganisation, der Professional Darts Corporation (PDC), setzt sich die Weltrangliste seit 2007 nach dem gewonnenen Preisgeld der Spieler bei den jeweiligen PDC-Wettbewerben zusammen. Dabei werden die Hauptturniere der vorigen zwei Jahre sowie die restlichen Pro-Turniere des vergangenen Jahres gewertet.

Während der WM, die jedes Jahr im Dezember und Anfang Januar in London ausgetragen wird, werden insgesamt über 1,25 Millionen Pfund (1,9 Millionen Euro) an Preisgeldern verteilt. Der neue Weltmeister steigt in der Weltrangliste weit auf.

Phil Taylor ist 16-facher Weltmeister, die Nummer eins der Welt ist der Niederländer Michael van Gerwen, Gary Anderson ist Titelverteidiger.
Dart-Weltmeister des Verbandes PDC
Jahr Weltmeister Ergebnis Finalist
2015 Gary Anderson 7:6 Phil Taylor
2014 Michael van Gerwen 7:4 Peter Wright
2013 Phil Taylor 7:4 Michael van Gerwen
2012 Adrian Lewis 7:3 Andy Hamilton
2011 Adrian Lewis 7:5 Gary Anderson
2010 Phil Taylor 7:3 Simon Whitlock
2009 Phil Taylor 7:1 Raymond van Barneveld
2008 John Part 7:2 Kirk Shepherd
2007 Raymond Van Barneveld 7:6 Phil Taylor
2006 Phil Taylor 7:0 Peter Manley
2005 Phil Taylor 7:4 Mark Dudbridge
2004 Phil Taylor 7:6 Kevin Painter
2003 John Part 7:6 Phil Taylor
2002 Phil Taylor 7:0 Peter Manley
2001 Phil Taylor 7:0 John Part
2000 Phil Taylor 7:3 Dennis Priestley
1999 Phil Taylor 6:2 Peter Manley
1998 Phil Taylor 6:0 Dennis Priestley
1997 Phil Taylor 6:3 Dennis Priestley
1996 Phil Taylor 6:4 Dennis Priestley
1995 Phil Taylor 6:2 Rod Harrington
1994 Dennis Priestley 6:1 Phil Taylor


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