Darts-WM Barney im Netz der Spinne

Das Favoritensterben bei der Darts-WM geht weiter: Nach Rekord-Champion Phil Taylor ist auch der Niederländer Raymond van Barneveld ausgeschieden. Gegen den Waliser Mark "The Spider" Webster spielte er ein enttäuschendes Match.

Getty Images

Hamburg - Immer wieder hallte es durch die riesige Halle des Alexandra Palace: "The Barney Army, the Barney Army!" Doch die bunt verkleideten und größtenteils auch nicht mehr ganz nüchternen Fans des Niederländers Raymond "Barney" van Barneveld - es war immerhin um Mitternacht in London - riefen umsonst. Der fünfmalige Weltmeister (viermal bei der BDO und einmal bei der PDC) verlor im Achtelfinale der Darts-WM gegen Mark Webster (Spitzname: "Spider") mit 3:4-Sätzen - und konnte niemand anderem dafür die Schuld geben als sich selbst.

Denn in den entscheidenden Phasen warf van Barneveld seine Darts einfach zu ungenau - vor allem beim Auschecken auf die Doppelfelder. Nach einer 3:2-Führung verlor der 46-Jährige gegen den 16 Jahre jüngeren Waliser Webster zwei Sätze hintereinander und sogar alle sechs Legs (0:3, 0:3). Webster, BDO-Weltmeister von 2008, steht damit im Viertelfinale und trifft dort entweder auf Top-Favorit Michael van Gerwen oder Gary Anderson - deren Achtelfinalduell steht heute an (ab 13.40 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).

Das Turnier-Aus van Barnevelds war schon die zweite große Überraschung dieser WM. Bereits in der zweiten Runde hatte sich Rekord-Weltmeister Phil "The Power" Taylor gegen den erst 23 Jahre jungen Michael Smith verabschieden müssen - doch für den Jugend-Weltmeister von 2013 war nun eine Runde später ebenfalls Endstation.

In einem packenden Duell musste sich Smith gegen einen überragend aufspielenden Peter Wright geschlagen geben. Erst im entscheidenden siebten Satz behielt "Snakebite" die Oberhand und konnte das Match mit einem Wurf auf die Doppel-Zehn mit 4:3-Sätzen für sich entscheiden. Mit einem Drei-Darts-Average von 105,07 Punkten stellte Wright einen neuen Turnierrekord auf. Am heutigen Abend trifft er in der Runde der besten acht auf Wes Newton (ab 20.15 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).

Derweil gibt sich Simon Whitlock weiterhin keine Blöße: Der 44-jährige Australier setzte sich mit 4:0-Sätzen gegen Kevin Painter durch und bewahrte damit seine makellose Bilanz bei der laufenden WM. Bereits seine Partien in den ersten beiden Runden hatte der "Wizard" ohne Satzverlust gewonnen. Im Viertelfinale trifft er am Abend auf Ian White.

tpr



insgesamt 2 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
faust1911 28.12.2013
1. Wobei
das Favoritensterben wenig mit der Stärke der jungen Generation zu tun hat, sondern vielmehr mit einer fast unglaublichen Schwäche der vermeintlichen Favoriten. Abgesehen vom fünften Satz war Barneys Spiel unterirdisch, sehr schwach auf die Tripple, noch schwächer auf die Double. Schade, Barney gegen van Gerwen hätte ein interessantes Match ergeben, außer dieser scheidet heute ebenfalls aus ;)
derlabbecker 28.12.2013
2. Barney...
Zitat von faust1911das Favoritensterben wenig mit der Stärke der jungen Generation zu tun hat, sondern vielmehr mit einer fast unglaublichen Schwäche der vermeintlichen Favoriten. Abgesehen vom fünften Satz war Barneys Spiel unterirdisch, sehr schwach auf die Tripple, noch schwächer auf die Double. Schade, Barney gegen van Gerwen hätte ein interessantes Match ergeben, außer dieser scheidet heute ebenfalls aus ;)
... und Taylor scheinen ihre besten Jahre hinter sich zu haben.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.