Davis Cup Deutschland verpasst ersten Halbfinaleinzug seit 2007 knapp

Es hatte nicht viel gefehlt: Deutschlands Tennis-Herren sind im Viertelfinale beim Davis Cup an Spanien gescheitert. Die Entscheidung fiel in einem dramatischen letzten Match.

Philipp Kohlschreiber
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Philipp Kohlschreiber


Die deutsche Davis-Cup-Mannschaft hat den ersten Halbfinal-Einzug seit elf Jahren knapp verpasst. Philipp Kohlschreiber unterlag im abschließenden Einzel gegen David Ferrer 6:7 (1:7), 6:3, 6:7 (4:7), 6:4, 5:7. Die Partie in der Stierkampfarena von Valencia dauerte 4:51 Stunden.

Damit verlor die Auswahl des Deutschen Tennis Bundes (DTB) das Viertelfinal-Duell gegen Spanien 2:3. Zuvor unterlag Alexander Zverev im Spitzenduell gegen Rafael Nadal klar in drei Sätzen. Die 2:1-Führung nach dem Doppel am Samstag war damit dahin.

"Ich bin natürlich sehr frustriert. Das ist wahrscheinlich eine der bittersten Niederlagen, wenn nicht die bitterste in meiner Karriere", sagte Kohlschreiber. "Am Freitag gegen Nadal konnte ich danach sagen, ich hatte keine Chance. Heute habe ich sicher einige ausgelassen."

"Es ist ein Traum. Das ist der tollste Tag in meiner Laufbahn", sagte Ferrer nach dem Triumph in seiner Heimatstadt. Spaniens Coach Sergi Bruguera zollte dem unterlegenen Kohlschreiber seinen Respekt. "Ich habe Philipp noch nie so gut gesehen. Beide hätten es verdient gehabt, zu gewinnen."

David Ferrer nach dem Sieg
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David Ferrer nach dem Sieg

Kohlschreiber und Ferrer schenkten sich in ihrem Marathonmatch von Beginn an nichts. Lange Ballwechsel, ständige Führungswechsel, eine Unterbrechung wegen Blitz und Donner und zwischenzeitliche kleine Windhosen auf dem Platz verliehen der Partie Dramatik.

Schon der erste Durchgang dauerte mehr als eine Stunde, ehe Ferrer den Tiebreak 7:1 gewann. Doch Kohlschreiber, am ersten Tag gegen Nadal noch ohne jede Chance, kam zurück in die Partie und holte sich den zweiten Abschnitt.

Zweimal lag Kohlschreiber in der Folge ein Break vorne und schlug beim 5:4 sogar zum Satzgewinn auf. Doch Ferrer ließ sich nicht abschütteln. Hatte er sich am Freitag gegen Zverev noch in sein sportliches Schicksal ergeben, rannte er jetzt um jeden Ball. Mit einem Netzroller beim Satzball sicherte er sich den dritten Durchgang im Tiebreak.

Beim Stand von 5:4 erspielte sich Kohlschreiber die ersten Breakbälle im vierten Durchgang und nutzte gleich den ersten zum Gewinn des vierten Satzes. Es passte zum Matchverlauf, dass er, wie Ferrer im Abschnitt zuvor, beim Satzball von einem Netzroller profitierte. Doch das Momentum ging schnell wieder auf Ferrers Seite, dem sofort ein Break gelang. Am Ende reichte es für Kohlschreiber nicht zum Erfolg.

mon/dpa/sid



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