Davis Cup Deutschland steht gegen Frankreich vor dem Aus

Zwei Auftritte, zwei Niederlagen: Im Davis-Cup-Duell mit Frankreich steht es schlecht um das deutsche Tennis-Team. Jan-Lennard Struff und Philipp Kohlschreiber verloren jeweils ihr Match. Es droht die Abstiegsrelegation.

DTB-Profi Kohlschreiber: Niederlage gegen Monfils
AP/dpa

DTB-Profi Kohlschreiber: Niederlage gegen Monfils


Hamburg - Dem deutschen Davis-Cup-Team droht der Gang in die Abstiegsrelegation. Im Erstrundenduell mit Frankreich liegt die Mannschaft des neuen Kapitäns Michael Kohlmann nach dem ersten Tag 0:2 zurück und muss damit die restlichen drei Partien gegen den Vorjahresfinalisten gewinnen, um den Sprung ins Viertelfinale zu schaffen.

Bislang sind Benjamin Becker und Andre Begemann für die Partie am Samstag (13.00 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) vorgesehen. "Ich habe ein gutes Gefühl für die Partie, egal wer auf dem Platz steht", ließ Kohlmann die Besetzung noch offen. Zum ersten Tag sagte er: "Ich habe vorher gesagt, dass wir in jedem Match eine Chance haben. Das war heute so, leider haben wir sie nicht nutzen können."

In Frankfurt verpasste Debütant Jan-Lennard Struff zunächst eine Überraschung gegen den französischen Spitzenspieler Gilles Simon. Struff musste sich trotz einer ganz starken Leistung nach fast viereinhalb Stunden 6:7 (4:7), 6:2, 7:6 (7:1), 2:6, 8:10 geschlagen geben.

"Die Enttäuschung überwiegt"

Danach stand Kohlschreiber gegen Gaël Monfils auf verlorenem Posten. Die gesundheitlich noch angeschlagene Nummer eins unterlag dem Franzosen 4:6, 5:7, 6:7 (4:7). Dem Augsburger waren die Nachwirkungen seiner fiebrigen Erkältung klar anzumerken.

Gegen den stark aufspielenden Monfils hatte Kohlschreiber nur im zweiten Satz eine Chance auf die Wende. Er zog auf 5:2 davon, verlor dann aber fünf Spiele in Serie und den Satz 5:7. "Der zweite Satz hat wehgetan. Er hat mir eine Chance gegeben, ich habe sie nicht genutzt", so Kohlschreiber

Struff hatte zuvor eines der besten Spiele seiner Karriere gezeigt. "Natürlich freue ich mich, dass ich ein gutes Match gezeigt habe. Aber am Ende überwiegt ganz klar die Enttäuschung, dass ich die Partie verloren habe", sagte Struff nach dem Marathonmatch, das erst nach 4:24 Stunden ein Ende fand.

Im entscheidenden Durchgang war Struff beim Stand von 7:7 nur zwei Punkte vom Matchgewinn entfernt, wenig später musste er sich aber doch geschlagen geben.

mon/dpa



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 6 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
echnaton12 07.03.2015
1. als Becker noch spielte, kam das Live
in ARD oder ZDF bis weit nach Mitternacht, wenn es sein musste. Und halb Deutschland guckte zu. Heute wußte ich nichtmal, dass überhaupt gespielt wird... unfassbar, wie der Tennishype nach Becker und Graf eingegangen ist. Genau das Gleiche wünsche ich mir für Fussball, nachdem selbiger nur noch eine Perversion darstellt!
usfriend 07.03.2015
2. Da warten wir weiter auf die ...
... Geburt eines zweiten Boris Becker! Weltklassetennis gibt es in Deutschland seit seinem Rücktritt nicht mehr (abgesehen von Stich und Haas, die beide nur kurz aufgeflackert sind, aber die Massen nicht mitreißen könnten). Was erwartet man von den zweitklassigen Jungs? Wahrscheinlich ist die Festhalle halb leer und im TV wird es auch nur auf Bezahl-Sendern übertragen ...
swestside 07.03.2015
3.
Man kann beim Stand von 7:7 nicht zwei Punkte vom Matchgewinn entfernt sein..
countrushmore 07.03.2015
4.
---Zitat--- Genau das Gleiche wünsche ich mir für Fussball, nachdem selbiger nur noch eine Perversion darstellt! ---Zitatende--- Dem schließe mich ich mich an. Wird aber nicht passieren. ---Zitat--- Wahrscheinlich ist die Festhalle halb leer und im TV wird es auch nur auf Bezahl-Sendern übertragen ---Zitatende--- Es lief im Free-TV auf Sat.1 Gold, einem 2 Jahre jungen Sender, der zwar mittlerweile einen Marktanteil von über 1% hat, aber immer noch winzig ist. Vielleicht sollte man auf Schnee oder Eis spielen, damit sich ARD und ZDF für Tennis interessieren.
clauebers 07.03.2015
5.
Zitat von echnaton12in ARD oder ZDF bis weit nach Mitternacht, wenn es sein musste. Und halb Deutschland guckte zu. Heute wußte ich nichtmal, dass überhaupt gespielt wird... unfassbar, wie der Tennishype nach Becker und Graf eingegangen ist. Genau das Gleiche wünsche ich mir für Fussball, nachdem selbiger nur noch eine Perversion darstellt!
es ist wohl leider sehr normal, dass das interesse beim zuschauer bei individualsportarten sehr von überragenden akteuren aus dem jeweiligen land abhängt. hat man ja auch beim tennis schön an der wimbledon finalteilnahme von lisiki gesehen, schon war der hype wieder ein wenig da, auch wenn die dame natürlich nachher nicht mehr viel geliefert hat. aber ein deutscher grand slam sieger, und schon wird auch wieder tennis im ÖR übertragen könnte ich mir vorstellen. mir soll es recht sein, ich schau es mir gerne an. allerdings muss ich auch dazu sagen, dass auch in seiner besten zeit tennis nie und nimmer an fussball rangekommen ist in seiner beliebtheit. der wird wohl für immer die unangefochtene nr1 bleiben in diesem land
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.