Deutsches Davis-Cup-Team Tennis-Weltverband untersucht Absagen-Eklat

Die Halle war voll, doch die Stars traten nicht an: Weil Thomas Haas, Philipp Kohlschreiber und Florian Mayer kurzfristig beim Davis Cup absagten, hat der Tennis-Weltverband Untersuchungen gegen den DTB eingeleitet.

Tennisprofis Mayer (l.), Haas: Attestierte Spieluntauglichkeit
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Tennisprofis Mayer (l.), Haas: Attestierte Spieluntauglichkeit


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Hamburg - Es war ein denkwürdiger Auftritt des deutschen Davis-Cup-Teams in der ersten Runde gegen Spanien. Überraschend hatte die Auswahl des Deutschen Tennis Bundes (DTB) schon nach dem Doppel den vorzeitigen Viertelfinaleinzug feiern dürfen. Doch nur einen Tag später schlug die Stimmung in Frankfurt am Main um, weil die Top-Spieler Thomas Haas, Philipp Kohlschreiber und Florian Mayer allesamt für die sportlich unbedeutenden Einzel absagten.

Dieser Skandal könnte nun ein Nachspiel für den DTB haben. Francesco Ricci-Bitti, Präsident des Weltverbandes ITF, bestätigte dem Sport-Informations-Dienst, dass die ITF Untersuchungen eingeleitet und auch schon den Oberschiedsrichter der Begegnung offiziell befragt habe. Welche Konsequenzen drohen, blieb jedoch unklar.

"Das war eine sehr unglückliche Situation", sagte Ricci-Bitti: "Die Halle in Deutschland war voll, und das an einem Sonntag. Das hat uns besonders geärgert." Die Spieler hätten mit dieser Aktion eine ganze Tennis-Nation enttäuscht: "Die eigenen Zuschauer sollte man mit Respekt behandeln."

Mit Haas, Kohlschreiber und Mayer hatten drei von vier deutschen Spielern jeweils ein Attest vorgelegt, das sie als spieluntauglich auswies. Die Zuschauer bekamen deshalb nur noch das Einzel zwischen Daniel Brands und Roberto Bautista Agut zu sehen und quittierten die Ereignisse mit wütenden Piffen.

Ob der DTB tatsächlich Konsequenzen seitens der ITF befürchten muss, ließ Ricci-Bitti noch offen: "Das ist im Moment schwer zu sagen." DTB-Präsident Karl Altenburg kann sich keine Sanktionen durch die ITF vorstellen: "Formal ist ja alles korrekt gelaufen."

max/sid



insgesamt 8 Beiträge
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kahabe 05.02.2014
1. Hä?
Ist das nicht übliche Praxis? Bei entschiedenem Ergebnis. Das mit der Spielabsage mittels erforderlichem Attest. Ich kenne das eigentlich nicht anders. Bei allen Teams, immer wieder mal.
Msc 05.02.2014
2. optional
Nachweisen, dass der auf dem Attest angegebene Grund so nicht stimmt. Dem ausstellendem Arzt Berufsverbot erteilen (zumindest im Tennis). Aus die Maus mit dieser Praxis.
swandue 05.02.2014
3. Gut, dann also das nächste Mal das Spiel beginnen
Zitat von MscNachweisen, dass der auf dem Attest angegebene Grund so nicht stimmt. Dem ausstellendem Arzt Berufsverbot erteilen (zumindest im Tennis). Aus die Maus mit dieser Praxis.
. . . und nach zehn Minuten mit einer Zerrung aufgeben.
karlbe 05.02.2014
4. Und Spanien?
Wenn Deutschalnd für dieses absolut übliche Verhalten bestraft wird, müsste Spanien bestraft werden, weil sie nicht mit dem stärksten Termin angetreten sind. Für eine Bestrafung dürfte die Rechtsgrundlage fehlen. Wenn man was dagegen hat, dass Spieler wegen Verletzung absagen, kann man doch ganz einfach eine Vorschrift erlassen, dass ein Verbandsarzt die Verletzung prüfen muss. Das ist aber auch unzuverlässig, weil bspw. Rückenschmerzen oder auch nur eine Leistenzerrung nicht verifizierbar sind. Dann muss man eben den Spielmodus so ändern, dass jedes gewonnene Duell zählt oder dass das Doppel, das am Samstag gespielt wird, nur zählt, wenn die Einzel, die freitags und sonntags gespielt werden, zu einem unentschieden führen.
BruSie 05.02.2014
5.
Zitat von karlbeWenn Deutschalnd für dieses absolut übliche Verhalten bestraft wird, müsste Spanien bestraft werden, weil sie nicht mit dem stärksten Termin angetreten sind. Für eine Bestrafung dürfte die Rechtsgrundlage fehlen. Wenn man was dagegen hat, dass Spieler wegen Verletzung absagen, kann man doch ganz einfach eine Vorschrift erlassen, dass ein Verbandsarzt die Verletzung prüfen muss. Das ist aber auch unzuverlässig, weil bspw. Rückenschmerzen oder auch nur eine Leistenzerrung nicht verifizierbar sind. Dann muss man eben den Spielmodus so ändern, dass jedes gewonnene Duell zählt oder dass das Doppel, das am Samstag gespielt wird, nur zählt, wenn die Einzel, die freitags und sonntags gespielt werden, zu einem unentschieden führen.
Die Idee fände ich gut. Vorstellen könnte ich mir auch, dass demnächst einmal die Zuschauer das Turnier boykottieren. Ob es den Spielern Freude macht, vor leeren Tribünen zu spielen?
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