Desaster im Rudern: Olympia-Debakel für Deutschland-Achter

Letzter Platz statt Finale: Der Deutschland-Achter ist bei den Olympischen Spielen bereits im Hoffnungslauf gescheitert. Schon im Vorlauf war das einstige deutsche Vorzeigeteam abgehängt worden, nun fuhr das Boot erneut allen Konkurrenten weit hinterher.

Peking - Die Ruderer des Deutschland-Achters haben sich bei der olympischen Regatta in Peking blamiert und den Finaleinzug über den Umweg Hoffnungslauf verpasst. Das Paradeboot des Deutschen Ruderverbandes (DRV) kam nach dem enttäuschenden letzten Platz im Vorlauf im Hoffnungslauf erneut nicht über den letzten Rang im Sechser-Feld hinaus.

Deutsche Ruderer nach Olympia-Aus: Frust über den letzten Platz
AFP

Deutsche Ruderer nach Olympia-Aus: Frust über den letzten Platz

Die USA, Australien, die Niederlande und Polen erreichten hingegen den Endlauf. Das Feld im Finale komplettieren Weltmeister Kanada und der WM-Dritte Großbritannien, die beiden Vorlaufsieger.

Die Crew um Schlagmann Andreas Penkner kam auf der Strecke im Shunyi-Park weit abgeschlagen hinter der Konkurrenz ins Ziel. Die Maßnahme der Verbandsspitze, das Team nur zwei Monate vor der Reise nach Peking komplett auszutauschen, bewährte sich damit nicht. Der DRV muss weiter auf die erste Achter-Medaille seit 1996 in Atlanta warten.

DRV-Präsident Siegfried Kaidel war dennoch nicht unzufrieden: "Das war ein super Rennen. ich habe selten einen so starken Hoffnungslauf gesehen", so der Ruder-Boss. "Wir haben nicht ganz umsetzen können, was wir wollten. Es werden nicht gleich personelle Konsequenzen gezogen. Nach Olympia wird der Posten des Cheftrainers eingeführt. Mit ihm müssen wir die Richtung abstimmen."

Roland Baar, ehemaliger Achter-Schlagmann, sah das anders: "An so ein Desaster kann ich mich nicht erinnern. Da kann man sich lieber wünschen, nicht an den Start zu gehen." Der Silbermedaillengewinner von Atlanta 1996 übte scharfe Kritik: "Die Leute, die für die Zusammenstellung verantwortlich waren, müssen Verantwortung übernehmen. Aber auch das WM-Silber des alten Achters im vergangenen Jahr ist etwas überschätzt worden", so Baar.

Ruder-Weltmeister zurückgetreten

Sieben Ruder-Weltmeister von 2006 haben unterdessen geschlossen ihren Rücktritt erklärt. Zwei Monate nach dem Umbau des Deutschland-Achters beendeten Bernd Heidicker, Philipp Stüer, Thorsten Engelmann, Sebastian Schulte, Ulf Siemes, Stephan Koltzk und Jörg Dießner ihre aktive Karriere.

"Wir gehen davon aus, dass uns der Deutsche Ruderverband - wie auch Generationen von erfolgreichen Athleten vor uns - nicht verabschieden wird. Darauf schließen wir, weil uns die Mietzuschüsse gestrichen wurden und der Kaderstatus in den ungeförderten B-Kader geändert wurde. Deshalb möchten wir uns selbst verabschieden", hieß es in einer Erklärung der Ruderer.

Damit brachten die Ruderer ihren Unmut über ihre Ausbootung aus dem Olympia-Team zum Ausdruck, die mit dem mäßigen Saisonstart des Paradebootes begründet worden war.

all/fpf/sid/dpa

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