Mixed Zone: Tischtennis-Herren weiter erfolgreich, Damen mit erster Niederlage

Die deutschen Tischtennis-Herren haben ihre Siegesserie bei der WM fortgesetzt, die Frauen verloren erstmals. Der Bundesverband Deutscher Gewichtheber hat sich über mangelnde Dopingkontrollen beklagt. Und: Die deutschen Olympia-Teilnehmer werden strenger auf Doping kontrolliert als je zuvor.

Tischtennisprofi Boll: Sieg gegen Portugal Zur Großansicht
DPA

Tischtennisprofi Boll: Sieg gegen Portugal

Hamburg - Auch der EM-Dritte Portugal konnte Timo Boll und Co. nicht stoppen. Durch einen 3:0-Erfolg haben Deutschlands Tischtennis-Herren das Tor zum WM-Viertelfinale weit aufgestoßen. Beim vierten Sieg im vierten Gruppenspiel gewann Boll sein viertes Einzel, gab aber erstmals einen Satz ab. Die restlichen beiden Zähler für den WM-Zweiten holten in Dortmund Dimitrij Ovtcharov und Bastian Steger.

Die DTTB-Damen hatten im Spitzenspiel der Gruppe C gegen Japan 0:3 das Nachsehen. Nur Kristin Silbereisen verbuchte einen Satzgewinn. Trotz der ersten, unerwartet deutlichen Niederlage steht das Team von Bundestrainerin Jie Schöpp vorzeitig als Gruppenzweiter im Achtelfinale.

Am Rande der Team-WM wurde zudem bekannt, dass die Tischtennis-Weltmeisterschaft 2015 in China stattfindet. Austragungsort ist die Stadt Suzhou. Das hat der Kongress des Weltverbandes ITTF in Dortmund beschlossen. Als neue Mitgliedsverbände nahm die ITTF die Karibik-Insel St. Martin und den Tschad auf. Insgesamt sind es nun 217 Verbände.

Die deutschen Olympia-Teilnehmer werden vor den Sommerspielen in London so streng auf Doping kontrolliert wie nie zuvor. "Die Mannschaft wird sehr rigiden Anti-Doping-Maßnahmen unterworfen sein", sagte Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), nach einer Präsidiumssitzung in Frankfurt am Main. Der Spitzenfunktionär verwies unter anderem auf die verstärkten Zielkontrollen. Mit etwa 400 deutschen Athleten rechnet der DOSB für die Spiele vom 27. Juli bis 12. August. Vor vier Jahren in Peking waren es 441, allerdings haben sich diesmal unter anderen die Basketballer, Handballer und Fußballfrauen nicht qualifiziert.

Der Bundesverband Deutscher Gewichtheber (BVDG) hat sich beim Weltverbands-Präsidenten Tamas Ajan über mangelnde Dopingkontrollen beklagt. In einem offenen Brief werfen die Deutschen dem 73 Jahre alten Ungarn Täuschung und Desinformation im Kampf gegen Doping vor. Vorschläge des BVDG zur Verbesserung des unzureichenden Kontrollsystems würden ignoriert, heißt es. "Wir können diese Situation einfach nicht mehr hinnehmen", sagte Christian Baumgartner, Anti-Doping-Beauftragter und BVDG-Vizepräsident. Insbesondere im vorolympischen Jahr seien die ungemeldeten Dopingtests des Weltverbandes in den meisten Ländern rapide eingebrochen.

Die Basketballer des FC Barcelona haben als erstes Team das Final Four der Euroleague (11. bis 13. Mai) erreicht. Bei Unics Kazan siegte das Team 67:56 und holte damit den dritten Sieg im dritten Spiel der Best-of-Five-Serie. Gute Aussichten, ebenfalls ins Final Four einzuziehen, hat Maccabi Tel Aviv durch ein 65:62 in eigener Halle gegen Panathinaikos Athens. Tel Aviv führt damit 2:1.

Handball-Bundesligist SG Flensburg-Handewitt hat im Kampf um die Qualifikation zur Champions League mit einem hohen Sieg vorgelegt und Platz drei gefestigt. Drei Tage nach der schwachen Vorstellung beim folgenlosen 27:32 im Europapokal der Pokalsieger gegen HC Motor Saporoschje/Ukraine rehabilitierte sich das Team mit einem hochverdienten 32:21 (19:8) gegen einen enttäuschenden SC Magdeburg.

Derweil ging das Debüt von Trainer Kai Wandschneider bei der abstiegsbedrohten HSG Wetzlar daneben. Die Mannschaft verlor bei den Rhein-Neckar Löwen 25:28 (12:13) und schweben mit 18:34 Punkten weiter in Abstiegsgefahr. Die Löwen sind mit 37:13 Zählern Fünfter.

jar/dpa/sid

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Sport
Twitter | RSS
alles zum Thema Mixed Zone
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
Fotostrecke
Bitte lächeln!: Hoch das Beinchen

Zur Person: Timo Boll
AFP
Timo Boll wurde am 8. März 1981 in Erbach geboren. Sein erstes Länderspiel bestritt er mit 16 Jahren.
Er ist neunfacher Deutscher Meister und gewann 15 EM-Titel im Einzel, Doppel und mit der deutschen Mannschaft.
Boll gilt als legitimer Nachfolger der deutschen Tischtennis-Legenden Eberhard Schöler und Jörg Roßkopf. Zu seinen größten Erfolgen zählen Olympia-Silber mit der Mannschaft 2008 sowie mehrere Silber- und Bronzemedaillen bei Weltmeisterschaften. Als bislang einziger Deutscher führte er die Tischtennis-Weltrangliste an.