DTM-Chaos in Budapest Drei Verletzte nach Unfällen in der Boxengasse

Das DTM-Rennen am Hungaroring ist nach mehreren schweren Unfällen für eine halbe Stunde unterbrochen worden. Am Ende feierte BMW einen Dreifachsieg. Zuvor hatte Mercedes für einen Eklat gesorgt.

DTM am Hungaroring
imago/ HochZwei

DTM am Hungaroring


BMW-Pilot Marco Wittmann hat das Sonntagsrennen der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) in Budapest gewonnen. Der 28 Jahre alte Ex-DTM-Meister setzte sich auf dem Hungaroring vor seinen Markenkollegen Timo Glock und Philipp Eng durch. Glock übernahm durch den zweiten Rang wieder die Führung in der Fahrerwertung.

Das sechste DTM-Rennen in Budapest war zuvor nach schweren Unfällen in der Boxengasse unterbrochen worden. Kurz nach Rennstart hatte starker Regen eingesetzt. Daraufhin verloren drei Piloten beim Versuch, die Reifen zu wechseln, die Kontrolle über ihre Autos.

Zunächst war Lucas Auer in der Boxengasse mit seinem Wagen frontal gegen einen Streckenposten gerutscht. Der Funktionär wurde zwischen einer Betonwand und der Motorhaube des Mercedes eingeklemmt. Die Rennleitung berichtete, dass der Marshall eine schwere Beinverletzung erlitten habe und mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht worden sei. Lebensgefahr bestehe nicht.

Auch Edoardo Mortara (Mercedes) sowie Bruno Spengler (BMW) kollidierten mit Personen in der Boxengasse. Die beiden Mechaniker mussten ebenfalls ins Krankenhaus, ihre Verletzungen waren aber wohl weniger schlimm als die des Marshalls.

"Das sind Bilder, die keiner sehen will"

"Das war rutschig wie Schmierseife", sagte Mercedes-Teamchef Ulrich Fritz bei Sat.1. "Das sind Bilder, die keiner sehen will." Dennoch wurde das Rennen nach rund 30 Minuten Unterbrechung fortgesetzt. Die im Qualifying und im Samstagsrennen noch unterlegenen BMW-Piloten profitierten anschließend von ihrer Boxenstopp- und Reifenstrategie.

Schon zuvor hatte es Aufregung in Budapest gegeben: Mercedes-Pilot Auer war im ersten Lauf des Wochenendes am Samstag in Führung liegend in der 22. Runde von seinem Markenkollegen Paul di Resta überholt worden. Der Schotte hatte anschließend gewonnen, Auer wurde Zweiter. Er zeigte beim Überholvorgang keinerlei Gegenwehr und fuhr in der Runde auffällig langsam.

DTM-Chef Gerhard Berger, der Onkel von Auer, habe zunächst an eine "Stallorder" gedacht, "was eine komplett inakzeptable Geschichte wäre. Sie ist unsportlich. Es wäre für die DTM ein Rückschritt." In einem persönlichen Gespräch hätte Mercedes-Teamchef Fritz diesen Vorwurf aber glaubwürdig widerlegt, betonte Berger.

"Es gab definitiv keine Teamorder", versicherte Fritz. Die Piloten würden solche Situationen untereinander regeln. Auer sprach von einem normalen Vorgang.

ngo/dpa/sid

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