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Leichtathletik-Meeting in Zürich: Deutscher Sprinter wütend wegen Einladung von Doping-Sündern

Die Organisatoren des Diamond-League-Meetings Zürich haben mit Tyson Gay, Mike Rodgers und Asafa Powell drei Dopingsünder für den 100-Meter-Sprint verpflichtet. Dem deutschen Rekordhalter Julian Reus passt das gar nicht.

Leichtathletikstar Reus: Fans "für dumm verkauft" Zur Großansicht
DPA

Leichtathletikstar Reus: Fans "für dumm verkauft"

Hamburg - Sprinter Julian Reus wettert gegen die Veranstalter des Diamond-League-Meetings "Weltklasse Zürich". Auf seiner Facebook-Seite kritisiert der 26-Jährige, dass in der Startliste des 100-Meter-Rennens am Donnerstagabend auch ein Trio mit Doping-Vergangenheit steht. "Soll der Zuschauer für dumm verkauft werden?", fragt Reus, der den deutschen Rekord Ende Juli auf 10,05 Sekunden verbessert hat.

"Letzte Woche noch ein aktiver Kampf gegen Doping und mit einem Mal stehen über 100 Meter drei Dopingsünder in der Startliste", schreibt Reus. Die drei Sprinter, die er meint, sind Michael Rodgers, Tyson Gay (beide USA) und der Jamaikaner Asafa Powell. Reus: "Wie die Öffentlichkeit durch solche Aktionen belogen wird, ist für mich eine Frechheit und macht den Sport kaputt, und das Vertrauen geht verloren. Mich macht das traurig, wütend und sprachlos zugleich!"

Bei der EM in Zürich gewann Reus als Startläufer mit der deutschen Silberstaffel über 4x100 Meter Silber, beim Diamond-League-Meeting ist er allerdings nicht dabei.

Meeting-Direktor Patrick K. Magyar versuchte, das Vorgehen und die Einstellung der Veranstalter zu erklären: "Athleten, die eine Dopingsperre von zwei Jahren oder länger erhalten haben, werden von uns nicht eingeladen. Das ist der Beschluss der Generalversammlung von 2009 - und daran halten wir uns." Ausnahmen gebe es, wenn ein Athlet als Diamond-Race-Spitzenreiter nach Zürich komme oder innerhalb einer Staffel starte. "Wir wollen keine Instanz für eine Doppelbestrafung sein", sagte Magyar.

Die 100 Meter sollen ein Highlight des Meetings sein, doch wegen der Absage von Weltrekordler Usain Bolt mussten die Veranstalter einen neuen A-Lauf zusammenstellen. Zu den Eingeladenen gehören nun vier Top-Ten-Sprinter der ewigen Weltbestenliste und die britischen Europameister James Dasaolu (100 Meter) und Adam Gemili (200 Meter).

"Ein Großteil der vorherigen Sprinter wurde in das B-Rennen abgeschoben", kritisierte Reus. Damit meinte er auch seinen Staffelkollegen von Zürich, Lucas Jakubczyk. Als EM-Fünfter darf er bei seinem ersten Auftritt in der Diamond League nur noch im Vorprogramm rennen.

psk/dpa

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insgesamt 7 Beiträge
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1. 3 Dopingsünder
wiebkedunker 27.08.2014
Die Organisatoren des Diamond-League-Meetings Zürich haben mit Tyson Gay, Mike Rodgers und Asafa Powell drei Dopingsünder für den 100-Meter-Sprint verpflichtet. Dem deutschen Rekordhalter Julian Reus passt das gar nicht. Julian Reus: Dann nehme nicht daran teil!
2. Falscher Adressat
qwer 27.08.2014
Sicher sehr sympathisch, wie sich unsere Sprinter verkaufen; nur leider werden sie, glaube ich, so rein gar nichts bewirken. Der Veranstalter eines solchen Meetings ist darauf angewiesen, dass Leute Eintrittskarten kaufen. Solange (mir unverständlicherweise) die Zuschauer bei solchen Meetings diesen Sprintern aus der Karibik & den USA dermaßen vorbehaltlos zujubeln, ist da für die Veranstalter wenig zu machen. Hier müsste man den Hebel ansetzen (ist natürlich deutlich schwerer zu bewerkstelligen, schon klar)
3. Leichtathletik halt
Connor Larkin 27.08.2014
Jammern über mangelnde Zuschauer und schlechte Quoten bei der EM. Da habt ihr die Antwort. Die Leichtathletik ist sowas von dopingverseucht und langsam macht sich das bemerkbar beim Zuschauerinteresse. Der immer angeprangerte Radsport hat doch deutlich weniger Dopingfälle als die Leichtathletik.
4. Tja,
Checkker 27.08.2014
dann muss er halt weiter hinterher rennen, wenn ihm das nicht passt. dem Zuschauer ist das doch egal, da gehts ums Spektakel. Die können alle voll bis oberkante Unterlippe sein, Hauptsache sie rennen wie die Hasen. Die Tests sind doch hinterher, im dunklen, eine Randnotiz. Thats Entertainement.
5.
Connor Larkin 27.08.2014
Zitat von wiebkedunkerDie Organisatoren des Diamond-League-Meetings Zürich haben mit Tyson Gay, Mike Rodgers und Asafa Powell drei Dopingsünder für den 100-Meter-Sprint verpflichtet. Dem deutschen Rekordhalter Julian Reus passt das gar nicht. Julian Reus: Dann nehme nicht daran teil!
Schade Dass Sie den Artikel nicht gelesen haben, aber warum kommentieren Sie ihn dann? Im Artikel steht, dass Julian Reuss nicht teil nimmt, er ist nicht eingeladen.
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Weltmeister über 100 Meter
Jahr Sprinter Zeit*
2011 Yohan Blake (Jamaika) 9,92
2009 Usain Bolt (Jamaika) 9,58
2007 Tyson Gay (USA) 9,85
2005 Justin Gatlin (USA) 9,88
2003 Kim Collins (St. Kitts und Nevis) 10,07
2001 Maurice Green (USA) 9,82
1999 Maurice Green (USA) 9,80
1997 Maurice Green (USA) 9,86
1995 Donovan Bailey (Kanada) 9,97
1993 Linford Christie (Großbritannien) 9,87
1991 Carl Lewis (USA) 9,86
1987 Carl Lewis (USA) 9,93
1983 Carl Lewis (USA) 10,07
*in Sekunden

100-Meter-Weltrekorde der Männer
Zeit* Sprinter Jahr
10,60 Donald Lippincott (USA) 1912
10,20 Jesse Owens (USA) 1936
10,00 Armin Hary (Deutschland) 1960
9,95 James Hines (USA) 1968
9,92 Carl Lewis (USA) 1988
9,86 Carl Lewis (USA) 1991
9,84 Donovan Bailey (Kanada) 1996
9,79 Maurice Greene (USA) 1999
9,77 Asafa Powell (Jamaika) 2005
9,74 Asafa Powell (Jamaika) 2007
9,72 Usain Bolt (Jamaika) 2008
9,69 Usain Bolt (Jamaika) 2008
9,58 Usain Bolt (Jamaika) 2009
*in Sekunden
Sprinten, Höchstgeschwindigkeiten

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0m
50
100
150
200
250

Usain Bolt
12,4 m/s

Nordafrikanischer Strauß
18 m/s

Gepard
29 m/s

Gabelbock
24,6 m/s

Windhund
19,2 m/s

Dromedar
9,8 m/s

Die Grafik zeigt, wie weit die Läufer kommen, wenn sie zehn Sekunden in ihren jeweiligen Höchstgeschwindigkeiten sprinten würden. Langsamere Phasen beim Start und zum Ende eines Sprints hin sind nicht mit eingerechnet. Für Usain Bolt wurde die Spitzengeschwindigkeit seines 100-Meter-Weltrekordsprints aus dem Jahr 2009 verwendet.

Quellen: Craig Sharp: Animal athletes in "Veterinary Record", 28. Juli 2012; Ross Tucker: Analysis of Bolt's 9,58 World Record in "The Science of Sport", 17. August 2009



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