Diebstahlserie in Polen Friedensfahrern gehen die Autos aus

Die Friedensfahrt wird derzeit von einer mysteriösen Plage heimgesucht. Innerhalb weniger Stunden wurden mehrere Begleitfahrzeuge der derzeit in Polen gastierenden Radprofis gestohlen.


Etappensieger Thomas Eric Bruun (l.) aus Dänemark hatte am Dienstag sein Gefährt gut im Griff
DPA

Etappensieger Thomas Eric Bruun (l.) aus Dänemark hatte am Dienstag sein Gefährt gut im Griff

Zielona Gora - Am Dienstagabend war ein VW-Transporter im Wert von 50.000 Euro nach der fünften Etappe über 213 Kilometer von Jawor nach Zielona Gora (Grünberg) entwendet worden. Der Fahrer hatte den Wagen nur kurz vor seinem Hotel auf einem angeblich bewachten Parkplatz abgestellt, um zu duschen. Als er zurück kam, war das Fahrzeug gestohlen.

Am Mittwochmorgen vor dem sechsten Tagesabschnitt nach Frankfurt an der Oder wurde das Fehlen eines weiteres Fahrzeug aus Wolfsburger Produktion entdeckt. Damit erhöhte sich der Schaden auf insgesamt 100.000 Euro. Während der Etappe am Dienstag hatte es auch noch die Mitarbeiter des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) erwischt. Im Zielbereich wurde dem Sender ein Kleinbus entwedet, samt der technischen Ausstattung.

Auch der als "Tour-Teufel" bekannte Radsportanhänger Dieter Senft, der erstmals bei der Friedensfahrt dabei ist, hatte Ärger. Der in Kolbin bei Fürstenwalde lebende Fan, der im roten Teufelskostüm regelmäßig die Frankreich-Rundfahrt begleitet, wurde bei der Übernachtung zum Dienstag in Jawor von fünf Unbekannten überfallen. Die Täter schlugen eine Scheibe seines Kleinbusses ein und demolierten die Karosserie.

Friedensfahrtdirektor Pavel Dolezel sagte niedergeschlagen: "Die Arbeit von Jahren macht uns eine Automafia in einer Nacht kaputt." Der Tscheche, hauptverantwortlich für die Drei-Länder-Tour, befürchtet, dass sich die Volkswagen AG als betroffener Automobil-Sponsor von der Rundfahrt zurückziehen könnte.



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