Ehrung im Weißen Haus Zu viele Absagen - Trump bläst Besuch von NFL-Champion ab

Eigentlich sollten die Philadelphia Eagles für den Gewinn des Super Bowls vom US-Präsidenten empfangen werden. Weil aber etliche Spieler nicht kommen wollten, hat Donald Trump die Zeremonie abgesagt.

Donald Trump, Ex-NFL-Star Herschel Walker (v.)
REUTERS

Donald Trump, Ex-NFL-Star Herschel Walker (v.)


US-Präsident Donald Trump hat den Philadelphia Eagles aus der amerikanischen Profi-Footballliga NFL eine Absage erteilt. Wie das Weiße Haus am Montag (Ortszeit) mitteilte, wird der Super-Bowl-Sieger nicht wie sonst üblich vom Präsidenten persönlich geehrt werden.

Der Mitteilung zufolge ist der Grund für die Absage, dass viele Spieler der Eagles die Teilnahme an der für Dienstag geplanten Veranstaltung verweigerten und nur eine kleine Delegation im Weißen Haus erschienen wäre. Laut Nachrichtenagentur AP plante weniger als die Hälfte von Philadelphias Spielern, ins Weiße Haus zu kommen.

"Während des Abspielens der Nationalhymne im Umkleideraum zu bleiben ist ebenso respektlos unserem Land gegenüber wie das Knien (während der Hymne)", twitterte Trump.

Der 71-Jährige hatte Spieler, die während der Nationalhymne protestierten, in der Vergangenheit als "Hurensöhne" bezeichnet, die entlassen werden sollten. Eagles-Fans, die beim Besuch ihres Teams im Weißen Haus dabei sein wollten, wurden eingeladen, an einer Ersatzveranstaltung teilzunehmen.

Der "Hymnenstreit" geht zurück auf die Aktion von Colin Kaepernick, der 2016 das Knie beugte. Damit wollte der Quarterback auf systematischen Rassismus in den USA und Polizeigewalt gegen Schwarze aufmerksam machen. Zahlreiche Profis schlossen sich dem Protest an.

Mittlerweile steht das Knien unter Strafe. Darauf hatten sich die 32 Teameigner der NFL verständigt. Diejenigen Footballer, die sich ihren Protest nicht nehmen lassen wollen, müssen künftig in der Kabine bleiben.

Wide Receiver Torrey Smith reagierte via Twitter auf die Absage. Im Team seien viele unterschiedliche Ansichten vertreten. Wer zu Trump wollte, dem hätte man das auch ermöglichen sollen, so Smith. Es zeuge von Feigheit, die Feier abzusagen, weil die Mehrheit der Spieler den Präsidenten nicht sehen wollte. So zu tun, als sei der Hymnenstreit der Grund dafür, sei närrisch. Smith war in der vergangenen Saison bei den Eagles und steht mittlerweile bei den Carolina Panthers unter Vertrag.

Philadelphias Bürgermeister Jim Kenney ergriff in einem Statement Partei für die Eagles. Die Mannschaft "repräsentiert die Diversität unserer Nation - einer Nation, in der wir die Freiheit besitzen, unsere Meinung zu sagen". Die Eagles auszuladen, zeige, dass Präsident Trump ein "Egomane" sei, der sich fürchte, "eine Party zu schmeißen, zu der niemand kommen will", so Kenney. Er gehört den Demokraten an, Trump den Republikanern.

Im vergangenen August waren mehrere Profis der New England Patriots, dem Super-Bowl-Sieger von 2017, der Zeremonie im Weißen Haus ferngeblieben. Als Grund gaben sie Differenzen mit Präsident Trump an. Im Februar sagte NBA-Champion Golden State Warriors seinen Besuch bei Trump ab. Die Basketballer gingen stattdessen ins Museum für Afroamerikanische Geschichte und Kultur.

mon/dpa/AP



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