Doping Drei Armstrong-Helfer lebenslang gesperrt

Die amerikanische Anti-Doping-Agentur Usada macht ernst. Einen Monat nach Anklageerhebung gegen Lance Armstrong hat sie dreien seiner ehemaligen Helfer ein lebenslanges Berufsverbot erteilt. Der Tour-Rekordsieger hat unterdessen erneut Klage gegen die Usada eingereicht.

Ex-Radprofi Armstrong: Drei ehemalige Unterstützer lebenslang wegen Dopings gesperrt
dpa

Ex-Radprofi Armstrong: Drei ehemalige Unterstützer lebenslang wegen Dopings gesperrt


Hamburg - Der Druck auf Lance Armstrong wird immer größer: Einen Monat nach Anklageerhebung sperrte die US-Anti-Doping-Agentur Usada nun drei ehemalige Unterstützer Armstrongs: Michele Ferrari, Luis Garcia del Moral und Jose Marti wurden wegen Manipulationen sowie Handel und Anweisungen zum Gebrauch von Dopingmitteln wie Steroiden, EPO und Wachstumshormonen zwischen 1999 und 2007 lebenslänglich von jeglichen Funktionen im Radsport ausgeschlossen.

Das Verfahren gegen Armstrong, der bislang alle Doping-Vorwürfe bestreitet, läuft noch. Dem offenbar von mehreren Ex-Teamkollegen bei der Usada belasteten Armstrong droht bei einer Verurteilung nachträglich ebenfalls eine lebenslängliche Sperre sowie die Aberkennung all seiner Titel. Armstrong hatte in seiner Karriere siebenmal die Tour de France gewonnen.

Zu Wochenbeginn war eine Klage Armstrongs gegen die Usada und ihre Vorgehensweise von einem US-Gericht nicht zur Verhandlung zugelassen worden. Daraufhin haben Armstrongs Anwälte nachgearbeitet und eine von 80 auf 25 Seiten zusammengekürzte Fassung vorgelegt.

Ferrari war schon mehrfach im Visier der Doping-Fahnder

Die Usada sieht in den Sperren für Armstrongs einstige Gehilfen die einzig mögliche Strafe. "Diese Individuen dauerhaft aus dem Sport zu entfernen ist ein kraftvolles Signal, das die jetzige und nächste Generationen von Sportlern von ihrem Einfluss schützt und die Integrität künftiger Wettbewerbe bewahrt", hieß in einer Mitteilung der Agentur.

Der Italiener Ferrari ist ein höchst umstrittener Sportarzt und hatte bereits mehrfach nicht nur aufgrund seiner Zusammenarbeit mit Armstrong wegen seiner Praktiken im Visier der Doping-Fahnder gestanden. Del Moral fungierte bei Armstrongs Ex-Team US Postal als Mannschaftsarzt, während Marti zum Trainerstab gehörte und später auch über mehrere Jahre den spanischen Dopingsünder Alberto Contador betreute.

Mitte Juni hatte die Usada auf Basis der Aussagen bislang noch unbekannter Zeugen Anklage gegen Armstrong und fünf Personen aus seinem Umfeld erhoben. Zu den Beschuldigten gehören außerdem Ex-Teamchef Johan Bruyneel und der ehemalige Mannschaftsarzt Pedro Celaya.

leh/sid

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insgesamt 47 Beiträge
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Kosmopolit08 11.07.2012
1.
Zitat von sysopdpaDie amerikanische Anti-Doping-Agentur macht ernst. Einen Monat nach Anklageerhebung gegen Lance Armstrong hat sie dreien seiner ehemaligen Helfer ein lebenslanges Berufsverbot erteilt. Sie sollen mit verbotenen Substanzen gehandelt haben. http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,843723,00.html
Es wird Zeit, dass diese Heuchelei von Medien, Sportverbänden und Dopingagenturen ein Ende hat. Wer einmal richtig Sport betrieben hat weiß, dass die Leistungen ALLER Profis nur erreichbar sind, wenn das Training durch Mittelchen unterstützt wird, dass die Regeneration und den Muskelaufbau beschleunigt. Das Einzige wofür die Sportler bestraft gehören ist, dass sie sich mit diesen Mitteln selbst enormen gesundheitlichen Risiken aussetzen. Wenn es um die Täuschung der Zuschauer geht, sind alle anderen ebenso beteiligt: Medien, Sportverbände, Sponsoren, Pharmaindustrie, Dopingbehörden und die Zuschauer selbst.
eltajin 11.07.2012
2. Es geschehen noch Zeichen und Wunder!
Damit hätte niemand mehr gerechnet. Endlich geht es Bush-Freund Armstrong an den Kragen. Der größte Doper aller Zeiten, der im Komplott mit der UCI und kriminellen Ärzten das umfassendste Doping aufzog, was man sich vorstellen kann. Das bezog auch seine Helfer bei der Tour de France mit ein. Ich denke da nur an Popowitsch oder Hincapie, um nur 2 Namen zu nennen. Wenn Armstrong seine sieben Tour de France Siege aberkannt werden, machen wir eine Flasche Schampus auf. Aber bis dahin ist es wohl noch ein weiter Weg. Wir denken an den kleinen Doper Ullrich, der mit dem größeren Talent gesegnet war, aber gegen die belgisch (Eddy steckt da wohl auch mit drin)-amerikanische Armstrong-Mafia keine Chance hatte. Wir hoffen, das Jan wieder auf die Beine kommt und dass die deutschen Medien das gerechte „Schimpfmaߓ wiederfinden.
l.augenstein 11.07.2012
3. Wie geht das denn?
Zitat von sysopdpaDie amerikanische Anti-Doping-Agentur macht ernst. Einen Monat nach Anklageerhebung gegen Lance Armstrong hat sie dreien seiner ehemaligen Helfer ein lebenslanges Berufsverbot erteilt. Sie sollen mit verbotenen Substanzen gehandelt haben. http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,843723,00.html
Wie bitte kann die amerikanische Anti-Doping-Agentur einem italienischen Arzt und Staatsbürger ein lebenslanges Berufsverbot erteilen?
l.augenstein 11.07.2012
4. Gut - schlecht?
Zitat von eltajinDamit hätte niemand mehr gerechnet. Endlich geht es Bush-Freund Armstrong an den Kragen. Der größte Doper aller Zeiten, der im Komplott mit der UCI und kriminellen Ärzten das umfassendste Doping aufzog, was man sich vorstellen kann. Das bezog auch seine Helfer bei der Tour de France mit ein. Ich denke da nur an Popowitsch oder Hincapie, um nur 2 Namen zu nennen. Wenn Armstrong seine sieben Tour de France Siege aberkannt werden, machen wir eine Flasche Schampus auf. Aber bis dahin ist es wohl noch ein weiter Weg. Wir denken an den kleinen Doper Ullrich, der mit dem größeren Talent gesegnet war, aber gegen die belgisch (Eddy steckt da wohl auch mit drin)-amerikanische Armstrong-Mafia keine Chance hatte. Wir hoffen, das Jan wieder auf die Beine kommt und dass die deutschen Medien das gerechte „Schimpfmaߓ wiederfinden.
Kleiner Doper Ulrich - großer Doper Armstrong? Haben Sie schon vergessen, dass das gesamte Telekom-Team in Bussen nach Freiburg zur Blutwäsche gekart wurde? Ich denke, dass sich da die Teams untereinander nichts schenken. Deshalb können Sie sich Ihre Hasstiraden gegen Armstrong ruhig sparen. Der war halt nicht nur auf dem Rad einen Tick besser als Ulrich!
klangarchitekten.de 11.07.2012
5. Chancengleichheit herstellen
Die Kontrollen können doch den Maßnahmen der Athleten immer nur hinterherlaufen, und es werden immer einige unentdeckt bleiben - die dann defakto einen unlauteren Vorteil haben. Stellt endlich Chancengleicheit her und gebt das Doping endlich komplett frei. Die Sportler schaden doch nur sich selbst damit - sollen Sie doch !! Wer am meisten und am besten gedopt hat gewinnt. Absolut fair.
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