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Doping im Radsport: Franke zeigt Gerolsteiner-Ärzte an

Doping-Jäger Franke: Anzeige gegen Gerolsteiner-Ärzte und -Funktionäre Zur Großansicht
DPA

Doping-Jäger Franke: Anzeige gegen Gerolsteiner-Ärzte und -Funktionäre

Werner Franke macht ernst: Der Anti-Doping-Experte hat Anzeige gegen zwei Ärzte des früheren Radsport-Teams Gerolsteiner gestellt. Auch Funktionäre des Teams werden von ihm belangt. Franke beruft sich dabei auf Aussagen des ehemaligen Gerolsteiner-Profis Stefan Schumacher.

Hamburg - Der Molekular-Biologe und Anti-Doping-Experte Werner Franke hat zwei ehemalige Ärzte des Radsport-Teams Gerolsteiner wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz, Körperverletzung und Rezeptbetrug angezeigt. Außerdem seien "Funktionäre des Radsportteams Gerolsteiner" angezeigt worden. Das bestätigte am Dienstag Wolfgang Maier, Oberstaatsanwalt in Freiburg, der den Vorgang der Staatsanwaltschaft Stuttgart auf seinen Schreibtisch bekam.

"Ich bestätige den Eingang. Wir müssen jetzt prüfen, ob Delikte im nicht verjährten Bereich vorliegen", sagte Maier am Dienstag. Franke habe sich nach den Worten des Juristen auf einen SPIEGEL-Artikel bezogen. Der frühere Gerolsteiner-Profi Stefan Schumacher, dessen Prozess vor dem Stuttgarter Landgericht derzeit läuft, hatte in einem Interview schwere Vorwürfe gegen das Team und seine Leitung erhoben. Ob und wann ein Verfahren eröffnet wird, steht nicht fest.

Im laufenden Betrugsprozess gegen Schumacher hatte der Radprofi vor dem Landgericht den Namen eines Arztes genannt, der bei der Deutschland-Tour 2006 einem Fahrer angeblich das Doping-Präparat Synacthen gespritzt habe. Bis zur Auflösung des Gerolsteiner-Teams 2008 waren mindestens drei deutsche, ein italienischer und ein russischer Arzt in der Mannschaft von Hans-Michael Holczer tätig.

aha/dpa

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insgesamt 6 Beiträge
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1.
juli 30.04.2013
Anzeige mit Bezug auf einen Medienbericht? Sollte nicht die Justiz, d.h. Staatsanwaltschaft, von allein entsprechend aktiv werden, wenn im Rahmen eines Verfahrens neue (strafrechtsrelevante) Informationen bekannt werden? Vielleicht ist das auch geschehen, und Herr Franke braucht nur einen weiteren Medienbericht, um nicht selbst in Vergessenheit zu geraten.
2. Warum ...
cm1 30.04.2013
hat der ehemalige Teamchef noch keine Anzeige gegen seine damaligen medizinischen Mitarbeiter gestellt. Er ist doch auch ein Geschädigter oder hat er vielleicht Angst, die Beschuldigte würden ihn belasten?
3. Franke braucht Geld
Stelzi 30.04.2013
Jetzt kursiert sein Name wieder in den Medien, jetzt wird er wieder zu Talkshows eingeladen - diese erratischen Auftritte lässt er sich ja gut bezahlen. Wieso kann nicht ein ernstzunehmender Mann oder Frau diese Rolle von Franke übernehmen?
4. Wiedermal
noodles64 30.04.2013
Immer feste drauf auf den Radsport. Franke nervt mittlerweile. Der Herr sollte sich mal in anderen Sportarten umsehen. Da gibt es noch vieles aufzuklären. Im Radsort ist doch bekannt das alle seit 100 Jahren nur mit Hilfe von Mittelchen ihre Leistung erbringen. Die UCI und ihre Funktionäre geben das ja mehr oder weniger zu. Also Herr Franke, mal ran an den Speck und die Fußballer, Biathleten, Leichtathleten usw mal in den Focus rücken. Aber da ist das ja nicht so einfach. Da gibt es keine Selbstanzeigen. Da müsste der Herr Dopingjäger ja selbst mal was rausfinden. Ach hab ich doch glatt vergessen! Die Fußballer habens ja nicht so mit WADA und flächdenkende Dopingtests. Deshalb kann (oder will) da nix finden.
5. Guter Wissenschaftler und Vorbild
plagiatejäger 30.04.2013
Franke ist ja als hart arbeitender Molekularbiologe berühmt geworden. Mir persönlich bis heute unklar, warum er sich seit 20 Jahren plötzlich gg. Doping bzw. für Sport einsetzt. Allerdings bezweifle ich finanzielle Motive. Dt. Staatsanwälte sind aber wohl angehalten wegzuschauen, wenn es um dt. Medaillen geht. Doping erzeugt Krebs, was dann die Solidargemeinschaft bezahlen soll. Leistungssport sollte einfach verboten werden oder nicht mehr im Dernsehen gezeigt werden.
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  • AP
    Gedopt, gelogen, gestanden: Der ehemalige Gerolsteiner-Profi Stefan Schumacher hat in einem Gespräch mit dem SPIEGEL Doping zugegeben. Er ist aber nicht der erste deutsche Radsportler, der ein Geständnis ablegt.

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