Früherer DLV-Boss Digel "Dopingproblem in der Natur" der Leichtathletik

Schneller, höher, weiter: Für den früheren deutschen Leichtathletik-Präsidenten Helmut Digel ist dieses olympische Motto eindeutig die Triebfeder für Doping. So lange die Rekordjagd herrsche, werde in der Leichtathletik auch weiter gedopt, ist er überzeugt.

Ex-DLV-Präsident Digel: "Steigerungsimperativ" befördert Doping
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Ex-DLV-Präsident Digel: "Steigerungsimperativ" befördert Doping


Hamburg - Der Ehrenpräsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), Helmut Digel, sieht das Dopingproblem seiner Sportart in der ewigen Jagd nach Rekorden begründet. "Die Leichtathletik hat ein besonderes Dilemma. Man kann gute und schlechte Leistungen voneinander unterscheiden, weil sie gemessen werden", sagte der emeritierte Sportwissenschaftler der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Dies führe zu einem "Steigerungsimperativ", sagte Digel, der von 1993 bis 2001 DLV-Präsident war. "Wenn man 6,80 Meter weit gesprungen ist, ist die nächste Herausforderung, 6,90 zu springen. Das hat zur Folge, dass unerlaubte Grenzüberschreitungen mit anwachsen." Das Fazit des 68-Jährigen: "Das Dopingproblem liegt in gewisser Weise in der Natur der Sportart."

Daher spricht sich Digel dagegen aus, Rekorde finanziell zu belohnen. "Mir ist wichtig, sie nicht ins Zentrum der Kommunikation zu stellen. Ich halte das Signal für falsch, hohe Rekordprämien auszuloben", sagte er. Digel, Mitglied im Council des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF, glaubt allerdings nicht an Veränderungen: "Die große Mehrheit hängt dieser Rekord-Ideologie an."

aha/sid



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insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
l.augenstein 17.07.2012
1. Nett gemeint
Zitat von sysopAPSchneller, höher, weiter: Für den früheren deutschen Leichtathletik-Präsidenten Helmut Digel ist dieses olympische Motto eindeutig die Triebfeder für Doping. So lange die Rekordjagd herrsche, werde in der Leichtathletik auch weiter gedopt, ist er überzeugt. http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,844809,00.html
Eine ziemlich ehrliche Aussage, die Helmut Digel da gemacht hat. Nur wird man das Problem nicht damit lösen, dass man keine Rekordprämien mehr bezahlt. Der Hauptwert der Rekorde liegt doch in deren anschließend möglichen werblichen Vermarktung. Und nur deshalb wird weiterhin gedopt werden.
exilostfriese 17.07.2012
2. mutig
Endlich mal ein Offizieller, der das öffentlich ausspricht. Aber nicht nur die Rekordjagd, auch die Nominierungsrichtlinien führen dazu. Warum nicht einfach den besten aus einer Disziplin zur EM, WM, Olympischen Spielen schicken, egal ob er Endkampfchancen hat oder nicht? Bei manchen Disziplinen ist die Messlatte durch Doping so hoch gesetzt, dass kaum jemand unter normalen Umständen diese schafft. Zudem ist es ein schlechtes Signal: Entweder du schaffst diese Leistung oder du bist nicht dabei. Wird da nicht sogar indirekt dazu gezwungen unerlaubt nach zu helfen?
alwin.wagner 17.07.2012
3. optional
Das Dopingproblem liegt nicht nur in der Natur der Leichtathletik, sondern es gibt viele Sportarten, die in den Spitzenleistungen nicht ohne Doping auskommen. Zu meiner aktiven Zeit wurde der Betrug zumindest in der DDR vom Staat befohlen und organisiert. Doping war deshalb Staatspolitik. In der Bundesrepublik wurde Doping gefördert und stillschweigend weggesehen, denn man wollte sportlich mit der DDR zu konkurrieren. In den letzten Jahren wurde immer deutlicher, dass viele bundesdeutsche Sportorganisationen und deren Repräsentanten sowie Trainer und vor allem auch Ärzte in ein systematisches Doping verstrickt waren und dies auch tolerierten. Wie zu meiner Zeit vor 30 Jahren, zählen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen nur Endkampfplatzierungen oder gar nur Medaillen. Um Sponsoren zu finden oder mit öffentlichen Mitteln gefördert zu werden, sind viele Athleten auf Ausnahmeleistungen angewiesen. Und wenn man ehrlich wäre, müsste man erkennen, dass die Teilnahme in London bei den Olympischen Spielen in einigen Wettbewerben an Leistungsvoraussetzungen geknüpfte sind, die ohne Doping oder Unterstützungen kaum erreichbar sind. Aber Doping ist kein deutsches Problem, sondern vielmehr ein internationales Phänomen.
spon-facebook-10000404883 17.07.2012
4.
Zitat von alwin.wagnerDas Dopingproblem liegt nicht nur in der Natur der Leichtathletik, sondern es gibt viele Sportarten, die in den Spitzenleistungen nicht ohne Doping auskommen. Zu meiner aktiven Zeit wurde der Betrug zumindest in der DDR vom Staat befohlen und organisiert. Doping war deshalb Staatspolitik. In der Bundesrepublik wurde Doping gefördert und stillschweigend weggesehen, denn man wollte sportlich mit der DDR zu konkurrieren. In den letzten Jahren wurde immer deutlicher, dass viele bundesdeutsche Sportorganisationen und deren Repräsentanten sowie Trainer und vor allem auch Ärzte in ein systematisches Doping verstrickt waren und dies auch tolerierten. Wie zu meiner Zeit vor 30 Jahren, zählen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen nur Endkampfplatzierungen oder gar nur Medaillen. Um Sponsoren zu finden oder mit öffentlichen Mitteln gefördert zu werden, sind viele Athleten auf Ausnahmeleistungen angewiesen. Und wenn man ehrlich wäre, müsste man erkennen, dass die Teilnahme in London bei den Olympischen Spielen in einigen Wettbewerben an Leistungsvoraussetzungen geknüpfte sind, die ohne Doping oder Unterstützungen kaum erreichbar sind. Aber Doping ist kein deutsches Problem, sondern vielmehr ein internationales Phänomen.
Na endlich sprichts mal jemand aus was ich eigentlich schon immer gesagt habe ;-) Und das in der Leichtathletik so kurz vor Olympia- unfassbar! Wo wir doch immer zu wissen glaubten, dass einzig und allein im Radsport gedopt wird! Es soll sogar Fernsehsender gegeben haben, die deswegen ihre Berichterstattung eingestellt haben und nun auf auf völlig dopingfreie Sportarten wie Gewichtheben, Biathlon, Springreiten, Schwimmen udn Rudern umgeschwenkt sind. ;-)
moi1 17.07.2012
5.
Zitat von spon-facebook-10000404883Na endlich sprichts mal jemand aus was ich eigentlich schon immer gesagt habe ;-) Und das in der Leichtathletik so kurz vor Olympia- unfassbar! Wo wir doch immer zu wissen glaubten, dass einzig und allein im Radsport gedopt wird! Es soll sogar Fernsehsender gegeben haben, die deswegen ihre Berichterstattung eingestellt haben und nun auf auf völlig dopingfreie Sportarten wie Gewichtheben, Biathlon, Springreiten, Schwimmen udn Rudern umgeschwenkt sind. ;-)
Boxen nicht zu vergessen !! ;-)
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