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Nach positivem Dopingtest: Marathon-Star Jeptoo will B-Probe öffnen lassen

Marathon-Läuferin Jeptoo: "Athletin hat von ihrem Recht Gebrauch gemacht" Zur Großansicht
DPA

Marathon-Läuferin Jeptoo: "Athletin hat von ihrem Recht Gebrauch gemacht"

Im September war Rita Jeptoo bei einer Dopingkontrolle positiv getestet worden. Nun beantragt die Weltklasse-Marathonläuferin die Öffnung der B-Probe - gegen den Rat ihres Managers.

Hamburg - Die kenianische Weltklasse-Marathonläuferin Rita Jeptoo hat nach ihrem positiven Dopingtest im September die Öffnung der B-Probe beantragt. Das wurde nach einem Treffen in der Hauptstadt Nairobi zwischen Jeptoo und dem kenianischen Leichtathletik-Verband Athletics Kenya bekannt.

"Die Athletin hat von ihrem Recht Gebrauch gemacht, die B-Probe öffnen zu lassen. Dies ist entsprechend des Reglements an die IAAF weitergeleitet worden", teilte der kenianische Verband mit. Jeptoos Manager Federico Rosa hatte ihr zuvor von diesem Schritt abgeraten, "wegen dem, was gefunden wurde".

Die 33-Jährige, eine der bestimmenden Läuferinnen der vergangenen Jahre, war Ende September nach einer Trainingkontrolle positiv auf Epo getestet worden. Daraufhin hatte der Weltverband IAAF den kenianischen Verband Athletic Kenya informiert.

Jeptoo hat dreimal den Boston- (2006, 2013 und 2014) und zweimal den Chicago-Marathon (2013 und 2014) gewonnen und stand bereits vor dem New-York-Marathon am vergangenen Sonntag, an dem sie nicht teilgenommen hatte, als Gesamtsiegerin der World Marathon Majors (WMM) der Saison 2013/2014 fest.

Sollte sich der positive Test auch in der B-Probe bestätigen, würde die Afrikanerin diesen Titel und die damit verbundene Siegprämie über 500.000 Dollar verlieren und müsste seitens des nationalen Verbandes mit "sehr drastischen Maßnahmen" rechnen, sagte Vizepräsident David Okeyo. Jeptoo droht eine zweijährige Sperre.

Kenia will derweil den Kampf gegen Doping verstärken. Bis Ende des Jahres soll eine neue Anti-Doping-Agentur gegründet werden. Zuletzt hatte Craig Reedie, Chef der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada, den kenianischen Verband aufgefordert, stärker gegen Doping vorzugehen: "Die Welt erwartet von Kenia, mehr zu tun".

mon/sid/dpa

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Dopingsubstanzen und ihre Wirkung
Epo/HGH
Die Ausdauerleistung ist wesentlich davon abhängig, wie gut der Körper Sauerstoff aufnehmen kann. Das Hormon Erythropoetin (Epo) stimuliert die Produktion roter Blutkörperchen. Die erhöhte Anzahl der im Organismus zirkulierenden Erythrozyten verbessert die Kapazität des Blutes, Sauerstoff aufzunehmen und steigert damit Ausdauerleistungsfähigkeit.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verbietet den Gebrauch von Epo seit langem. Seit 1983 ist es möglich, Epo synthetisch herzustellen. Entwickelt wurde es für Patienten mit schweren Nierenleiden, die an Blutarmut leiden.

Das Wachstumshormon HGH wird bei Kleinwüchsigkeit eingesetzt. HGH lässt nicht nur die Muskeln, sondern auch die Knochen wachsen, das führt zu langen Gliedmaßen, einem verformten Kopf und Riesenhänden. Zudem verändert sich die Struktur der Organe. (mit dpa)
Anabolika
Anabolika sind künstlich hergestellte Verwandte des männlichen Sexualhormons Testosteron. Diese Steroid- oder Wachstumshormone haben sowohl eine den Muskelaufbau fördernde (anabole) als auch eine vermännlichende (androgene) Wirkung. Anabolika können als Tabletten als auch injiziert werden. In Deutschland sind sie rezeptflichtig, werden aber nur selten zur Therapie beispielsweise von Schwächezuständen eingesetzt.

Illegal werden Anabolika parallel zu entsprechendem Training eingenommen, um den Aufbau von Muskelmasse zu fördern – also als Dopingmittel missbraucht. Bekannte Anabolika-Präparate sind unter anderen Nandrolon, Metandienon und Stanozolol.
Stimulanzien
Als Stimulanzien (lat. stimulare = "anregen") werden Substanzen bezeichnet, die anregend auf den Organismus wirken. Sie stimulieren die Aktivität des Zentralnervensystems. Als Aufputschmittel werden sie kurz vor oder während des Wettkampfs eingenommen. Sie steigern die motorische Aktivität, erhöhen die Risikobereitschaft und vertreiben die Müdigkeit, aber auch das Gespür für die natürliche Leistungsgrenze. Bekannteste Stimulanzien sind Amphetamine, Kokain, Ephedrin und Koffein (nur in hohen Mengen verboten).

Viele Stimulanzien können bei regelmäßigem Konsum abhängig machen. Bei Überdosierung drohen je nach Substanz Bluthochdruck, Herzrasen, Schweißausbrüche und Übelkeit. Nach mehreren Todesfällen im Sport, die auf die Einnahme von Stimulanzien zurückzuführen waren, wurden sie 1967 auf die Dopingliste gesetzt.
Narkotika
Betäubungs- und Schmerzmittel wie Morphine werden eingesetzt, um bei Höchstleistungen auftretende Schmerzen zu unterdrücken - beispielsweise bei einem Marathon. Die Medikamente machen abhängig, weitere Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen und Kreislauflähmungen. Von Radsportlern werde berichtet, dass diese auf den letzten Kilometern gerne Alkohol trinken, sagt Patrick Diel vom Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin der Deutschen Sporthochschule Köln. "Das dämpft den Schmerz, liefert Energie und hebt die Stimmung."

Ebenso wie Amphetamine seien auch die meisten Narkotika leicht nachweisbar und würden deshalb eher selten im Spitzensport verwendet. Zudem handle es sich auch hierbei um eine "Wettkampf-Droge", die direkt beim jeweiligen Sportereignis eingenommen werden müsse. Entsprechend hoch sei die Gefahr der Entdeckung. (mit dpa)


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