Doping im Pferdesport ARD will Reiten aus dem Programm nehmen

Der deutsche Reitsport in der Krise: Nach Informationen des SPIEGEL planen die Sportchefs der ARD, die Berichterstattung ab nächstem Jahr einzustellen. Grund ist der interne Umgang mit der Dopingproblematik - zuletzt waren alle suspendierte Kaderreiter begnadigt worden.


Die Sportchefs der ARD sind mehrheitlich dagegen, den Fernsehvertrag der Öffentlich-Rechtlichen mit der Reiterlichen Vereinigung (FN) zu verlängern, der Ende des Jahres ausläuft.

Springreiter Beerbaum: Erst suspendiert, dann grünes Licht
dpa

Springreiter Beerbaum: Erst suspendiert, dann grünes Licht

Zudem haben einige Sender im Ersten intern angekündigt, Berichte über Reitveranstaltungen bis dahin stark einzuschränken. Grund der Verstimmung: der Zwischenbericht einer Kommission des Deutschen Olympischen Sportbundes unter Vorsitz von Udo Steiner, die Dopingvorwürfe im Reitsport untersucht.

Nach Befragung von 53 Reitern und 13 Funktionären kam die sogenannte Steiner-Kommission zu der Erkenntnis, dass die jüngst bekannt gewordenen Dopingfälle Einzelfälle seien, der Pferdesport sei "nicht strukturell unredlich".

Alle Kaderreiter wie Ludger Beerbaum, die von der FN wegen ihres Verhaltens in Dopingfragen suspendiert worden waren, erhielten grünes Licht. Von diesen "Persilscheinen" zeigten sich die ARD-Sportchefs "entrüstet bis bestürzt", wie ein Insider sagt: "Die Lust, Reitsport zu zeigen, ist extrem gesunken."

Wegen der Dopingfälle waren die Gespräche über einen neuen TV-Vertrag zwischen ARD/ZDF und der FN, der dem Verband und Turnierveranstaltern pro Jahr eine Million Euro einbringt, ausgesetzt worden.

Der zuletzt für Nationenpreise suspendierte Beerbaum hatte mit Aussagen zum Thema Medikation die Auflösung der Kader letztlich initiiert. "Erlaubt ist, was nicht gefunden wird", hatte Beerbaum gesagt.



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.