Doping im Radsport: Ermittler sammeln Beweise gegen Armstrong

Für Lance Armstrong wird es langsam ungemütlich: Chefermittler Jeff Novitzky hat belastende Aussagen von Ex-Kollegen des Radchampions eingeholt. Danach soll Armstrong Doping in seinem Team gekannt und gebilligt haben.

Ex-Champion Armstrong: Es wird eng für den US-Amerikaner Zur Großansicht
AFP

Ex-Champion Armstrong: Es wird eng für den US-Amerikaner

Hamburg - US-Dopingermittler Jeff Novitzky hat offenbar neue Indizien gegen den ehemaligen Radchampion Lance Armstrong gesammelt. Wie die "New York Times" vermeldet, haben ehemalige Teamgefährten des siebenfachen Tour-de-France-Siegers gegenüber Novitzky ausgesagt und über Dopingpraktiken im früheren US-Postal-Team berichtet. Namen wurden dabei allerdings nicht genannt.

Gegen Armstrong und seinen langjährigen sportlichen Leiter Johan Bruyneel wird in den USA wegen Betrugs ermittelt. Es soll geklärt werden, ob staatliche Gelder, die US Postal in den neunziger Jahren erhielt, für Doping missbraucht wurden. Armstrong hat das immer bestritten, wird aber unter anderem durch seinen früheren Mitfahrer Floyd Landis schwer belastet.

Die "New York Times" zitiert einen anonym gebliebenen ehemaligen Helfer Armstrongs mit der Aussage, Novitzky habe ihn vernommen. Er habe dabei Einzelheiten seines eigenen Dopinggebrauchs offengelegt. Dies sei mit dem Wissen und der Billigung Armstrongs geschehen.

Armstrong selbst nahm zu den neuen Vorwürfen keine Stellung. Er präsentierte am Mittwoch Pläne für eine neue US-Rundfahrt im Staate Colorado. Anfragen zum Dopingthema ließ Armstrong dabei nicht zu.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 13 Beiträge
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1. Doping gehört zum Radsport
Bernd Paysan 05.08.2010
wie der Schweiß zum Trikot. Das peinliche ist da weniger das Doping an sich, sondern die permanent aufrechterhaltene Legende vom sauberen Sport, in dem es einige bedauerliche Einzelfälle gibt, die eben doch gedopt haben.
2. ...
heidehase 05.08.2010
Wie lange wird's denn eigentlich noch "langsam ungemütlich" für Armstrong? Alle 2 Wochen wird die Suppe aufgewärmt, ohne dass der Kellenschlag daraus satt macht. Das wird ja wirklich langsam ungemütlich...
3. Hallo Bernd Paysan,
eknoes 05.08.2010
Zitat von Bernd Paysanwie der Schweiß zum Trikot. Das peinliche ist da weniger das Doping an sich, sondern die permanent aufrechterhaltene Legende vom sauberen Sport, in dem es einige bedauerliche Einzelfälle gibt, die eben doch gedopt haben.
Ihre kurze und klare Umschreibung trifft es auf den Punkt. Unabhängig davon, dass Sie und ich in keiner Weise dem Doping das Wort reden, ist eines aber schon jetzt klar: All die Anderen, die in diesem Forum folgen, werden sehr wahrscheinlich nicht bereit sein, diese nüchterne Erkenntnis zu der Ihrigen zu machen. Das ist auch total i.O. Ziehen wir uns also warm an und hoffen einfach auf nicht zu viele Träumer. Eknoes
4. Ich schon!
psycho_moni 05.08.2010
Zitat von eknoes..., ist eines aber schon jetzt klar: All die Anderen, die in diesem Forum folgen, werden sehr wahrscheinlich nicht bereit sein, diese nüchterne Erkenntnis zu der Ihrigen zu machen. Eknoes
Also, ich sehe das genauso. Ist total simpel: früher wurde schon gedopt (mit chemischen Keulen wie Amphetamin u.a.), und je besser die Kontrollen wurden, desto schwieriger wurden die Dopingmittel nachzuweisen. Es spricht so vieles dafür dass wirklich ALLE Leistungssportler (in dieser Leistungsklasse) dopen und sehr wenig spricht dafür, schon allein die Leistung. Basta!
5. Wer wurde Betrogen und welchen "Schaden" erlitt diese Person ?
keats 05.08.2010
Zitat von sysopFür Lance Armstrong wird es langsam ungemütlich: Chefermittler Jeff Novitzky hat belastende Aussagen von Ex-Kollegen des Radchampions eingeholt. Danach soll Armstrong Doping in seinem Team gekannt und gebilligt haben. http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,710358,00.html
Lächerlich, wegen "Betrugs" wird nun ermittelt, was soll das. Wer wurden denn wann, wie, wo und von wem nun wirklich ernsthaft Betrogen und welchen Schaden hat er davon getragen. Die US-Gefängnisse sind schon überfüllt, in keinem "Westlichen" Land sind soviel Menschen , in Bezug zur Gesamtzahl, eingesperrt wie in der rassistischen USA. Sollen jetzt alle (mind. 90 %) der Leistungssportler noch dazu kommen. Die sind doch so Bibelgläubig, also wer nicht Betrogen hat werfe den ersten Stein ! Oh ich vergas, die lieben ja nur das Altetestament, doch da wird auch mit Steinen geworfen, auf jeden der einem nicht passt.
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Lance Armstrong: Königsetappe vor Gericht

Epo und Epo-Doping
Erythropoetin (Epo)
Die Ausdauerleistungsfähigkeit ist wesentlich vom Sauerstoffaufnahmevermögen abhängig. Erythropoetin (Epo) ist ein Eiweißhormon, das die Produktion roter Blutkörperchen (Erythrozyten) im Körper stimuliert. Je mehr Erythrozyten im Blut, desto mehr Sauerstoff kann aufgenommen und zu den Körperzellen transportiert werden - die Leistungsfähigkeit steigt.
Struktur und Wirkung
Natürliches Erythropoetin ist ein komplexes Eiweißmolekül aus 165 Aminosäuren, an das noch Zuckermoleküle angelagert sind. Es wird hauptsächlich in der Niere gebildet und bewirkt im Knochenmark die Bildung von Erythrozyten.
Künstliches Epo
Seit den achtziger Jahren kann Epo gentechnisch hergestellt werden. Seither gibt es eine große Zahl von Epo-Präparaten. Sie müssen injiziert werden, in der Regel mehrmals pro Woche. Zahlreiche Pharmakonzerne haben Epo-Präparate entwickelt, in denen das natürliche Epo-Molekül chemisch abgewandelt wurde - mit dem Ziel, die Verträglichkeit, die Wirksamkeit und die Wirkdauer zu steigern. Eines der lang wirksamen Epo-Präparate ist CERA des Konzerns Hoffmann-La Roche. Es muss nur einmal im Monat verabreicht werden.
Nebenwirkungen
Bei Überdosierung nimmt die Anzahl der roten Blutkörperchen im Blut zu hohe Werte an. Das Risiko von Blutgerinnseln steigt, Herzinfarkt, Lungenembolie oder ein Hirnschlag können die Folge sein.
Epo-Mimetika
Statt des Originalmoleküls oder den chemisch leicht abgewandelten Formen gibt es auch sogenannte Epo-Mimetika - Präparate, die sich chemisch vom Erythropoetin-Molekül unterscheiden, im Körper aber dieselbe oder eine sehr ähnliche Wirkung entfalten.
Epo-Doping und Nachweis
Seit Beginn der industriellen Produktion von Epo Ende der achtziger Jahre wird es zur Leistungssteigerung genutzt. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verbietet seit vielen Jahren den Gebrauch von Epo. Unerlaubt zugeführtes Epo kann mit speziellen Methoden im Urin nachgewiesen werden. Allerdings wird der Nachweis aufgrund der mittlerweile riesigen Anzahl an Epo-Präparaten, die abgewandelte Epo-Moleküle oder Epo-Mimetika enthalten, immer schwieriger.