Russland Insider spricht von systematischem Doping

Bei den Olympischen Spielen in Sotschi sollen 15 russische Medaillengewinner gedopt haben. Das sagte der ehemalige Chef des Doping-Kontroll-Labors der "New York Times". Die Wada kündigte eine Untersuchung an.

Wada-Zentrale in Montreal
REUTERS

Wada-Zentrale in Montreal


Neue Enthüllungen über mutmaßlich gedopte russische Sportler bei den Olympischen Winterspielen 2014 alarmieren die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada. In einer Erklärung nach einer Sitzung des Stiftungsrates in Montreal hieß es: "Seien Sie versichert, dass sich die Wada umgehend mit diesen zusätzlichen Anschuldigungen beschäftigen wird." Der Stiftungsrat ist höchstes Entscheidungsgremium der Agentur.

Grigori Rodschenkow, ehemals Chef des russischen Doping-Kontroll-Labors, hatte der "New York Times" die detaillierte Planung, Anwendung und Vertuschung staatlichen Dopings Dutzender Sportler geschildert. Nach diesen Angaben waren 15 russische Medaillengewinner bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi 2014 gedopt. Keiner der russischen Athleten war damals des Dopings überführt worden. Das Team gewann in Sotschi 33 Medaillen.

Laut Rodschenkow gaben Athleten Monate vor den Spielen saubere Urinproben ab und begannen dann zu dopen. Während der Spiele seien dann die Urinproben von Dopingsündern gegen saubere ausgetauscht worden. Rodschenkows Aussagen können bislang nicht unabhängig bestätigt werden.

cte/dpa

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insgesamt 23 Beiträge
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Seite 1
weem 13.05.2016
1. Sauber verliert
Nachts in das Labor einbrechen und die "verseuchten" Dopingproben mit den "sauberen", vorher in der Wand versteckten, austauschen. Sollte sich dieser Verdacht bestätigen (und ich fürchte er wird sich bestätigen), dann ist von einer immensen kriminellen Energie auszugehen. Das bedeutet imo einen mehrjährigen Ausschluss des gesamten russischen Teams. ABER, ich bin auch der Meinung, dass systematisches Doping nicht nur die Russische Nation betrifft. Anderen Nationen konnte man Doping bis dato nur noch nicht in dieses Ausmaß, aus welchen Gründen auch immer (vielleicht gab es ja ein Loch im Fußboden), nachweisen. Eigentlich wissen wir doch alle, dass ohne Doping bei diesen Wettkämpfen so gut wie keine Medaille zu holen ist.
thomas haupenthal 13.05.2016
2. Liebe Sportsfreunde...
...lasst es doch bleiben.Der ganze Spitzensport ist doch hinueber.was soll das Ganze noch? Man kann davon ausgehen, dass die meisten Erfolge der letzten 40 Jahre, egal ob in der Leichathletik, im Radfahren oder in den Kampf- und Kraftsportarten auf Doping beruhen und zwar auf allem Seiten, egal ob es sich um Russland, die anderen Europaeer, die USA, China oder die afrikanischen bzw.karibischen Vertreter handelt. Die Vergabe der Spiele wurde gekauft, die Ergebnisse verbogen und alle machen dazu ein unschuldiges Gesicht. Ich persoenlich werde mír im Sommer keine Minute dieses Spektakels mehr ansehen. Dafuer ist die Zeit einfach zu schade.
arrache-coeur 13.05.2016
3.
"Rodschenkows Aussagen können bislang nicht unabhängig bestätigt werden." - Ok, also sind es wie so oft nur unbewiesene Behauptungen.
GrinderFX 13.05.2016
4.
Zitat von weemNachts in das Labor einbrechen und die "verseuchten" Dopingproben mit den "sauberen", vorher in der Wand versteckten, austauschen. Sollte sich dieser Verdacht bestätigen (und ich fürchte er wird sich bestätigen), dann ist von einer immensen kriminellen Energie auszugehen. Das bedeutet imo einen mehrjährigen Ausschluss des gesamten russischen Teams. ABER, ich bin auch der Meinung, dass systematisches Doping nicht nur die Russische Nation betrifft. Anderen Nationen konnte man Doping bis dato nur noch nicht in dieses Ausmaß, aus welchen Gründen auch immer (vielleicht gab es ja ein Loch im Fußboden), nachweisen. Eigentlich wissen wir doch alle, dass ohne Doping bei diesen Wettkämpfen so gut wie keine Medaille zu holen ist.
Verstehe die Logik sowieso nicht. Angesichts dessen, dass es nicht verestertes Testosteron gibt, welches das älteste und wirkungsvollste ist und eine Nachweisbarkeit von wenigsten Stunden hat, sind eh alle Profisportler auf dem Zeug drauf. Gedopt sind somit nahezu alle ohne auch nur die Chance der Nachweisbarkeit zu haben. Dass dann noch andere Sachen konsumiert werden, zeigt wie am Limit sich die Personen bewegen.
oanda 13.05.2016
5.
Interessant ist auch, was dazu führte, dass dieser Dr. inzwischen der ehemalige Chef ist.
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