Doping Rogge fordert Aufklärung an der Uni Freiburg

IOC-Boss Jacques Rogge hat sich "entsetzt" über die Dopingpraktiken an der Uni Freiburg im Zusammenhang mit dem Radsport gezeigt. Was dort getan worden sei, müsse rücksichtslos aufgeklärt werden. Beim Skandal um die Vergabe der Fußball-WM an Katar ist er dagegen zurückhaltender.

IOC-Präsident Rogge: "Herausfinden, was wirklich passiert ist"
AFP

IOC-Präsident Rogge: "Herausfinden, was wirklich passiert ist"


Hamburg - Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge, hat sich für eine lückenlose Aufklärung des Dopingskandals an der Uni Freiburg stark gemacht. "Es wäre schön, wenn die Untersuchung dort erfolgreich ist und die Kommission herausfinden kann, was wirklich passiert ist", sagte Rogge der "Süddeutschen Zeitung".

Die Verwicklung der Freiburger Ärzte in den Skandal um das ehemalige Radsportteam Deutsche Telekom/T-Mobile habe ihn entsetzt. "Zu sehen, dass so etwas an einer Universität geschieht trotz der Reputation, welche die Leute dort haben, das ist schockierend", sagte Rogge. Anders als bei der spanischen Fuentes-Affäre, über die "wir leider nie alles erfahren werden", hoffe er, dass dies in Freiburg der Fall sein werde.

An ein institutionalisiertes Problem in Deutschland glaubt Rogge jedoch nicht. Es habe das organisierte Doping in der DDR gegeben, "ich sehe aber nichts Vergleichbares, schon gar nicht im aktuellen Verhalten des deutschen Sports", sagte der Belgier.

Anlässlich der immer wieder aufkommenden Korruptionsvorwürfe bezüglich der Vergabe der Fußball-WM 2022 nach Katar mahnte Rogge zur Behutsamkeit. "Wir müssen vorsichtig mit Anklagen sein, wenn es keine Beweise gibt. Entschieden hat dies der Fifa-Vorstand, ich bin da kein Mitglied, kenne die Debatten um Katar nicht. Was sie wussten, ist, dass es bei diesem neuen Projekt keine finanziellen Grenzen gibt. Und dass die Einrichtungen funktionieren", sagte Rogge.

Zudem verteidigte Rogge die Entscheidung, das Ringen aus dem Programm für die Spiele 2020 zu nehmen. "Eine konstante Erneuerung ist Teil unseres Programms. Wir müssen auf die Bedürfnisse der Menschen eingehen - Menschen aus allen Generationen", sagte Rogge. Zudem sei die Tür für die klassische Sportart noch nicht geschlossen: "Wer aus der Kernsportgruppe rausfällt, kann sich gegen die neuen Mitbewerber immer noch durchsetzen."

aha/sid



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