Doping IOC sperrt vier weitere russische Skilangläufer lebenslang

Das IOC hat die nächsten vier russischen Athleten wegen Dopings bestraft, der bekannteste ist Maxim Vylegzhanin. Damit verliert Russland zwei weitere Silbermedaillen der Sotschi-Spiele.

Maxim Vylegzhanin
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Maxim Vylegzhanin


Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat wegen Dopings nach Alexander Legkov und Evgeniy Belov vier weitere russische Skilangläufer lebenslang gesperrt. Dies berichten russische Medien. Prominentester Sportler aus diesem Quartett ist Maxim Vylegzhanin, zweimaliger Silbermedaillengewinner bei den Winterspielen in Sotschi 2014. Seine Ergebnisse vom Wettkampf in Russland werden gestrichen, die der drei anderen Betroffenen ebenfalls. Sie waren in Sotschi ohne Medaillen geblieben.

Außerdem wurden Alexei Petukhov, Weltmeister 2013 im Teamsprint, Julia Ivanova, WM-Dritte 2013 mit der Staffel, und Yevgeniya Shapovalova gesperrt. Alle waren wie Olympiasieger Legkov und Belov bereits im Dezember 2016 vom Ski-Weltverband Fis suspendiert worden.

Das IOC hatte Anfang des Monats Legkov und Belov wegen Dopings bei den Winterspielen in Sotschi lebenslang in allen Funktionen für Olympia gesperrt. Die Entscheidung fiel nach einer ersten Anhörung der insgesamt sechs von der Fis suspendierten russischen Athleten durch die vom IOC eingesetzte Oswald-Kommission.

Diese Kommission ist für die Sanktionierung der im Bericht von Wada-Sonderermittler Richard McLaren genannten 28 verdächtigen russischen Sotschi-Starter zuständig. Mit weiteren Sperren wird gerechnet.

Die oberste russische Ermittlungsbehörde hatte erst am Mittwoch mitgeteilt, sie glaube, dass alle Vorwürfe der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada wegen angeblichen Staatsdopings widerlegt seien. Der McLaren-Bericht, dem zufolge bei den Winterspielen 2014 belastete Dopingproben russischer Sportler gegen unbelastete ausgetauscht worden seien, stimme nicht.

jan/sid

insgesamt 4 Beiträge
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m.gu 09.11.2017
1. Es wird mit zweierlei Maßstäben gerechnet.
Das IOC misst mit 2 verschiedenen Maßstäben. Siehe Quelle: "Sprit: Von Johnson bis Gay." Amerikanische Weltmeister die Sprinter Justin Gattin und Tyson Gay bekommen eine Sperre von 2 Jahren und können danach weiter Medaillen sammeln, russische Spitzensportler bekommen lebenslange Sperren. Ungerecht, wie viele Dinge vor allem im Sport bisher gelaufen sind. USA Bonus auf der einen Seite, jedoch auf der anderen Seite hartes Durchgreifen für russische Sportler. Entweder werden alle Doping Sünder lebenslang gesperrt oder nicht.
Bundestrainer 09.11.2017
2. Die Entscheidung ist OK
Die Russen haben nicht nur ein konspiratives, staatlich organisiertes Dopingsystem entwickelt und betrieben, sie haben noch etwas viel Schlimmeres getan: sie haben sich erwischen lassen. Und ein Insider hat ausgepackt. Peinlich. Peinlich. Der Wada-Bericht ist eindeutig. Man sollte den russischen Sportlern sämtliche Medaillen der letzten Spiele aberkennen und sie für zukünftige Spiele sperren. Die IAAF hat vorgemacht, wie es geht.
rimaldo 10.11.2017
3. weiter so
Das aktuell eher Russlandfreundliche IOC traut sich endlich angemessene Strafen auszusprechen. Bei diesen Sportlern konnte erstmals die gesamte Dopinghistorie bewiesen werden, weshalb eine lebenslange Sperre notwendig war. Prinzipiell sollten aber alle Sportler lebenslang für Wettbewerbe gesperrt werden, die nachweislich gedopt haben.
oliverschlumberger 13.11.2017
4. Das Problem ist nicht nur...
dass mit zweierlei Maß gemessen wird, sondern vielmehr, dass sich Herr Bach als persönlicher Freund Putins zu dessen Gehilfen macht indem er glaubt, durch ein paar individuelle Sperren eine Sperre Russlands als Verband umgehen zu können. ich hoffe, dass ihm dies nicht gelingt. Russland jetzt als Verband sperren aufgrund des staatlich verordneten Systems, danach bitte dann mit derselben Verve gegen andere notorische Sünder wie USA vorgehen!
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