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Gedopter Sprint-Star: Olympiasiegerin Simpson für anderthalb Jahre gesperrt

Ein halbes Jahr nach dem Bekanntwerden ihrer positiven B-Probe ist die jamaikanische Sprinterin Sherone Simpson für ihr Vergehen bestraft worden. Auch ihrem Landsmann Asafa Powell droht eine lange Sperre.

Sprint-Star Simpson (r.): Olympia-Silber 2008 in Peking Zur Großansicht
REUTERS

Sprint-Star Simpson (r.): Olympia-Silber 2008 in Peking

Hamburg - Die jamaikanische Sprinterin Sherone Simpson ist von der Anti-Doping-Disziplinarkommission ihres Heimatlands wegen Dopings für 18 Monate gesperrt worden. Die 29-Jährige war bei den Landesmeisterschaften 2013 positiv auf das verbotene Stimulans Oxilofrin getestet worden.

Simpson hatte angegeben, die Substanz hätte sich in einem neuen Nahrungsergänzungsmittel befunden, das sie von dem kanadischen Fitnesstrainer Chris Xuereb erhalten hatte. Das Urteil über Ex-Weltrekordler Asafa Powell, der ebenfalls positiv auf Oxilofrin getestet worden war, wird am Donnerstag erwartet.

Powell war 2008 mit Jamaikas Staffel Olympiasieger über 4x100 Meter geworden. Er hielt den Weltrekord (9,74 Sekunden) über 100 Meter, ehe er von Landsmann Usain Bolt (9,58) abgelöst wurde. Simpson gewann 2004 mit Jamaikas Frauen über 4x100 Meter Olympia-Gold und holte 2012 Jahr in London olympisches Staffel-Silber. In Peking 2008 gewann sie Silber über 100 Meter.

Auch Diskuswerferin Allison Randall ist von der jamaikanischen Anti-Doping-Behörde bestraft worden. Das Gremium hat die 26-Jährige bis Juni 2015 gesperrt. Bei Olympia-Teilnehmerin Randall war im Juni vergangenen Jahres bei den nationalen Meisterschaften die verbotene Substanz Hydrochlorothiazid festgestellt worden.

asi/sid

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1. Macht es ...
Thorkh@n 08.04.2014
... überhaupt noch Sinn, Bücher über Olympiaden, Welt- & Europameisterschaften, Radrundfahrten und a. m. zu veröffentlichen, wenn nach Jahren wegen Dopings die Siegerlisten eh andauernd geändert werden? Sie dopen (fast) alle - also gebts frei. Wer sich mit dem Zeug partout umbringen will, nun, es sind erwachsene Menschen, die wissen sollten, was sie tun.
2. und jetzt...
thomas haupenthal 08.04.2014
...der Bolt.Es ist nur eine Frage der Zeit. Wenn der sauber ist und alle anderen in seiner Umgebung nicht, dann bin ich Olympiasieger. Aber an den werden sie sich in Jamaika wohl nicht herantrauen...
3. Immerhin...
dr.joe.66 09.04.2014
Immerhin scheint der Leichtathletik-Verband Jamaikas aufräumen zu wollen. Zu wünschen wäre es. Schließlich ist die merkwürdige Häufung von Sprint-"Talenten" bei gerade mal 2.8 Mio. Einwohnern statistisch nicht zu erklären. Für die Athleten geht es schlicht um Geld. Und sie verkaufen für den "Erfolg" ihre Seele und ihre Gesundheit.
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Dopingsubstanzen und ihre Wirkung
Epo/HGH
Die Ausdauerleistung ist wesentlich davon abhängig, wie gut der Körper Sauerstoff aufnehmen kann. Das Hormon Erythropoetin (Epo) stimuliert die Produktion roter Blutkörperchen. Die erhöhte Anzahl der im Organismus zirkulierenden Erythrozyten verbessert die Kapazität des Blutes, Sauerstoff aufzunehmen und steigert damit Ausdauerleistungsfähigkeit.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verbietet den Gebrauch von Epo seit langem. Seit 1983 ist es möglich, Epo synthetisch herzustellen. Entwickelt wurde es für Patienten mit schweren Nierenleiden, die an Blutarmut leiden.

Das Wachstumshormon HGH wird bei Kleinwüchsigkeit eingesetzt. HGH lässt nicht nur die Muskeln, sondern auch die Knochen wachsen, das führt zu langen Gliedmaßen, einem verformten Kopf und Riesenhänden. Zudem verändert sich die Struktur der Organe. (mit dpa)
Anabolika
Anabolika sind künstlich hergestellte Verwandte des männlichen Sexualhormons Testosteron. Diese Steroid- oder Wachstumshormone haben sowohl eine den Muskelaufbau fördernde (anabole) als auch eine vermännlichende (androgene) Wirkung. Anabolika können als Tabletten als auch injiziert werden. In Deutschland sind sie rezeptflichtig, werden aber nur selten zur Therapie beispielsweise von Schwächezuständen eingesetzt.

Illegal werden Anabolika parallel zu entsprechendem Training eingenommen, um den Aufbau von Muskelmasse zu fördern – also als Dopingmittel missbraucht. Bekannte Anabolika-Präparate sind unter anderen Nandrolon, Metandienon und Stanozolol.
Stimulanzien
Als Stimulanzien (lat. stimulare = "anregen") werden Substanzen bezeichnet, die anregend auf den Organismus wirken. Sie stimulieren die Aktivität des Zentralnervensystems. Als Aufputschmittel werden sie kurz vor oder während des Wettkampfs eingenommen. Sie steigern die motorische Aktivität, erhöhen die Risikobereitschaft und vertreiben die Müdigkeit, aber auch das Gespür für die natürliche Leistungsgrenze. Bekannteste Stimulanzien sind Amphetamine, Kokain, Ephedrin und Koffein (nur in hohen Mengen verboten).

Viele Stimulanzien können bei regelmäßigem Konsum abhängig machen. Bei Überdosierung drohen je nach Substanz Bluthochdruck, Herzrasen, Schweißausbrüche und Übelkeit. Nach mehreren Todesfällen im Sport, die auf die Einnahme von Stimulanzien zurückzuführen waren, wurden sie 1967 auf die Dopingliste gesetzt.
Narkotika
Betäubungs- und Schmerzmittel wie Morphine werden eingesetzt, um bei Höchstleistungen auftretende Schmerzen zu unterdrücken - beispielsweise bei einem Marathon. Die Medikamente machen abhängig, weitere Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen und Kreislauflähmungen. Von Radsportlern werde berichtet, dass diese auf den letzten Kilometern gerne Alkohol trinken, sagt Patrick Diel vom Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin der Deutschen Sporthochschule Köln. "Das dämpft den Schmerz, liefert Energie und hebt die Stimmung."

Ebenso wie Amphetamine seien auch die meisten Narkotika leicht nachweisbar und würden deshalb eher selten im Spitzensport verwendet. Zudem handle es sich auch hierbei um eine "Wettkampf-Droge", die direkt beim jeweiligen Sportereignis eingenommen werden müsse. Entsprechend hoch sei die Gefahr der Entdeckung. (mit dpa)


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