Acht Jahre Sperre wegen Sabotage Japanischer Kanute dopte seinen Konkurrenten

Er wollte seine Chance auf die Sommerspiele 2020 erhöhen: Ein japanischer Kanute hat einen Teamkollegen gedopt. Er stahl auch Wettkampfausrüstung. Nun folgte die Sperre.

Yasuhiro Suzuki (Archiv, 2010)
AP/ Kyodo News

Yasuhiro Suzuki (Archiv, 2010)


Die japanische Anti-Doping-Agentur (JADA) hat den Kanuten Yasuhiro Suzuki wegen der Sabotage eines Konkurrenten für acht Jahre gesperrt. Suzuki hatte zugegeben, seinem teaminternen Rivalen Seiji Komatsu die verbotene Substanz Methandienone, bekannt als Dianabol, zum Muskelaufbau ins Getränk gemischt zu haben. Dies teilte der Weltverband ICF mit.

Mit seinem Verhalten solle Suzuki versucht haben, seine Chancen auf einen Kaderplatz für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio zu erhöhen. Der 25-jährige Komatsu wurde im vergangenen September nach seinem Sieg über die 200 Meter-Distanz im Kajak-Einer bei den nationalen Sprint-Meisterschaften in Ishikawa des Dopings überführt. Der sieben Jahre ältere Suzuki wurde Achter, gab aber später zu, das Getränk seines Teamkollegen mit einem anabolen Steroid versetzt zu haben, erklärte der japanische Kanu-Verband.

Suzuki, der zu den vielversprechendsten Kandidaten für Olympia gehörte, begründete sein Verhalten mit der Befürchtung, bei dem Turnier nicht antreten zu können.

"Ich wollte bei den Olympischen Spielen in Tokio im Kajak-Vierer dabei sein, aber ich war nur auf Rang fünf. Ich wusste, wenn es so weiterginge, dass ich mich nicht für die Olympischen Spiele qualifizieren werde, also habe ich das Mittel reingelegt", wird Suzuki auf der Weltverbands-Homepage zitiert. Er habe sich mittlerweile - von Schuldgefühlen geplagt - bei Komatsu sowie dem Verband entschuldigt.

Der japanische Verband stellte außerdem fest, dass Suzuki wiederholt versucht habe, andere Wettkämpfer zu manipulieren, indem er Trainings- und Wettkampf-Ausrüstung stahl. "Ein Ereignis dieser Art hat es in der Geschichte des Sports in Japan noch nie gegeben und ist sehr enttäuschend", sagte der Vorsitzende der Japanischen Sport-Agentur Daichi Suzuki.

ngo/dpa



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touri 09.01.2018
1.
Das hört sich doch irgendwie konstruiert an. Kann es nicht einfach sein, dass er seinen (besseren) Kollegen geschützt hat?
Stäffelesrutscher 09.01.2018
2.
»Der 25-jährige Komatsu wurde im vergangenen September nach seinem Sieg über die 200 Meter-Distanz im Kajak-Einer bei den nationalen Sprint-Meisterschaften in Ishikawa des Dopings überführt.« Komische Formulierung, wenn aus dem Artikel hervorgeht, dass Komatsu nicht gedopt hat.
Larnaveux 10.01.2018
3.
Zitat von Stäffelesrutscher»Der 25-jährige Komatsu wurde im vergangenen September nach seinem Sieg über die 200 Meter-Distanz im Kajak-Einer bei den nationalen Sprint-Meisterschaften in Ishikawa des Dopings überführt.« Komische Formulierung, wenn aus dem Artikel hervorgeht, dass Komatsu nicht gedopt hat.
Warum ist das eine komische Formulierung. Objektiv betrachtet ist sie vollkommen korrekt. Der Sportler hat unerlaubte Substanzen genommen, also wurde er des Dopings überführt. Die weiterführende Frage ist dann eben, ob er schuldhaft gedopt hat oder ob er quasi vergiftet wurde. Wäre übrigens interessant zu wissen, wie nun mit dem Opfer verfahren wird. Wird er trotzdem gesperrt? Darf er weiter Wettkämpfe bestreiten? Das fehlt in dem Artikel leider völlig.
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