Nach Harvard-Studie Leichtathletik-Verband räumt hohe Doping-Dunkelziffer ein

Im Spitzensport wird wesentlich mehr gedopt, als nachgewiesen wird - das geht aus einer Studie der Universitäten Harvard und Tübingen hervor. Der Leichtathletik-Weltverband IAAF hat das Ergebnis nun bestätigt.

Dopingproben
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Dopingproben


Wenn Top-Athleten in der Leichtathletik dopen, bleibt das meist unentdeckt. Das ist das Resultat einer Studie der Universitäten Harvard und Tübingen - und wurde nun von der Integritätseinheit des Internationalen Leichtathletikverbandes IAAF bestätigt. Einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zufolge habe die Einheit eingeräumt, dass die Anzahl dopender Leichtathleten "signifikant höher" sei als die der tatsächlich überführten Dopingsünder.

Am Dienstag hatten die Universitäten eine Studie veröffentlicht, aus der hervorgeht, dass im Spitzensport deutlich mehr gedopt wird als durch Kontrollen nachgewiesen. Mindestens 30 Prozent der Starter der Leichtathletik-Weltmeisterschaft 2011 und 45 Prozent der Sportler bei den Panarabischen Spielen 2011 gaben bei einer Befragung an, Dopingmittel genommen zu haben.

Tatsächlich überführt worden ist allerdings nur ein Bruchteil: 0,5 Prozent der Tests bei der WM in Daegu waren positiv. Bei den Panarabischen Spielen in Doha waren es 3,6 Prozent.

Die Studie hatte die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) in Auftrag gegeben. Allerdings verweigerten die Wada und der Leichtathletik-Weltverband IAAF jahrelang die Zustimmung für eine Veröffentlichung.

mon/bka

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