Doping Nada kritisiert Kontrollverfahren bei Fußball-WM

"Der Sport darf sich nicht selbst kontrollieren": Die Vorstandsvorsitzende der Nada hat mit scharfen Worten Kritik an den Dopingkontrollen der Fifa geübt. Auch der Fall Paolo Guerrero sorgt für Ärger.

Duschgel mit der Aufschrift "Sauber bleiben"
DPA

Duschgel mit der Aufschrift "Sauber bleiben"


Die Nationale Anti Doping Agentur (Nada) hat das Dopingkontrollverfahren bei der Fußball-WM in Russland (14. Juni bis 15. Juli) scharf kritisiert. Der Weltverband Fifa führt während der Endrunde die Kontrollen in Eigenregie durch.

"Der Sport kontrolliert sich selbst. Das ist genau das, was wir eigentlich nicht mehr wollen", sagte Andrea Gotzmann, Vorstandsvorsitzende der Nada in Berlin. "Der Sport darf sich nicht selbst kontrollieren. Da sind die Interessenskonflikte einfach zu groß", sagte sie.

Im Gegensatz zu anderen Sportveranstaltungen, bei denen Anti-Doping-Agenturen für die Kontrolle der Tests zuständig sind, wird die Fifa bei der WM in Russland hierfür verantwortlich sein. Die entnommenen Proben sollen in einem Labor im schweizerischen Lausanne analysiert werden.

Lars Mortsiefer, Vorstandsmitglied und Chefjustiziar der Nada, ärgerte sich mit Blick auf die WM vor allem über den Fall des peruanischen Kapitäns Paolo Guerrero. Der frühere Bundesliga-Spieler hatte vor dem Schweizer Bundesgericht erwirkt, dass seine Dopingstrafe wegen Kokainmissbrauchs ausgesetzt wurde und er doch noch an der WM-Endrunde teilnahmen darf.

"Das Argument, dass man die Sperre verringern soll, weil der Saisonhöhepunkt ansteht, darf nicht ziehen. So etwas hören wir fast in jedem Verfahren", sagte Mortsiefer. "Das torpediert den Anti-Doping-Kampf. Es gab eine Sanktionierung, die einzuhalten ist. Es bleibt ein ungutes Gefühl, wenn Guerrero jetzt bei der WM spielt, und vielleicht erfolgreich spielt, dann ist da ein fader Beigeschmack", sagte Mortsiefer.

Guerrero hatte gegen seine Dopingsperre gekämpft, sprach sogar bei Fifa-Präsident Gianni Infantino vor. Die Nationalmannschaftskapitäne von Perus Gruppengegnern, Hugo Lloris (Frankreich), Mike Jedinak (Australien) und Simon Kjaer (Dänemark), hatten zudem in einem offenen Brief für die Aussetzung der Sperre plädiert. Das alles habe nach Einschätzung von Mortsiefer offenbar Wirkung auf das Bundesgericht in der Schweiz gehabt.

bam/sid



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rabkauhala 05.06.2018
1. Super
Das macht ja richtig Lust auf die WM. Die Fifa als Ansammlung von Menschen mit sehr wenig Skrupeln und einem doch sehr fragwürdigen Verständnis von Anstand, Recht und Moral "wacht" über die Dopingkontrollen und -proben. Ein Gremium das vielfach bewiesen hat, denkbar ungeeignet zu sein irgendetwas zu kontrollden ist mal wieder der Bock der zum Gärtner gemacht wird. Das zusammen mit dem sauberen Herrn Mutko eröffnet der russischen Nationalmannschaft ja doch wieder Möglichkeiten und es darf mit dem Finaleinzug, vielleicht sogar dem Titel gerechnet werden. Wir werden sehen, das Drehbuch wurde in Sotchi geschrieben, denn die Russen interessiert danach mal garnicht mehr, das von den vielen Medaillien in Sotchi heute nur noch wenige übriggeblieben sind. Am Ende schauen nur die sauberen Sportler und richtigen Fans in die Röhre und wundern sich. Die Fifa und russlands Administration werden auch dieses sportliche Großereignis zur Farce machen und nationalistischen Zielen opfern.
susybntp11-spiegel 05.06.2018
2. Die Fifa mit all ihren mafiösen Strukturen,
ist nicht nur für den korrupten Sport zuständig sondern plaziert auch Personal geziehlt um Greldströmen zu kontrollieren und generieren.
CarlosderSchakal 05.06.2018
3. Aha Kokainmissbrauch also
Paolo Guerrero hat maßgeblichen Anteil für die Teilnahme Perus, eine nicht Teilnahme wäre eine Farce, liebe Nada! Vlt war es ja auch dadurch bedingt, dass er Koka-Tee getrunken hat, eine Kulturpflanze mit viel Tradition in diesen Ländern und Nährstoffen. Aber selbst wenn das Abbauprodukt vom Kokain käme, wo ist der sportliche Vorteil bitte? Der würde eher umklappen...einfach lächerlich diese Diskussion. Werden einfach seine sportlichen Leistungen in den Schmutz gezogen, nur weil die westliche Welt meint was gute und schlechte Substanzen sind...man sollte das ganze System auf wissenschaftlichen Erkenntnissen anpassen, welche klar einen Wettbewerbsvorteil erbringen und nicht den ideologischen...
Hollowmen 05.06.2018
4.
Zitat von CarlosderSchakalPaolo Guerrero hat maßgeblichen Anteil für die Teilnahme Perus, eine nicht Teilnahme wäre eine Farce, liebe Nada! Vlt war es ja auch dadurch bedingt, dass er Koka-Tee getrunken hat, eine Kulturpflanze mit viel Tradition in diesen Ländern und Nährstoffen. Aber selbst wenn das Abbauprodukt vom Kokain käme, wo ist der sportliche Vorteil bitte? Der würde eher umklappen...einfach lächerlich diese Diskussion. Werden einfach seine sportlichen Leistungen in den Schmutz gezogen, nur weil die westliche Welt meint was gute und schlechte Substanzen sind...man sollte das ganze System auf wissenschaftlichen Erkenntnissen anpassen, welche klar einen Wettbewerbsvorteil erbringen und nicht den ideologischen...
Sie haben aber mal so gar keine Ahnung zur Wirksamkeit von Kokain (im Leistungssport). Kokain wirkt anregend, steigert die Aktivität, verringert die Müdigkeit, senkt das Schmerzempfinden. Alles Attribute die im Leistungssport dem Konsumenten einen Vorteil verschaffen und deshalb natürlich zurecht verboten sind. Insofern steht Kokain nicht aus ideologischen sondern aus wissenschaftlich nachvollziehbaren Gründen der Leistungssteigerung auf der Verbotsliste. Vollkommen zu Recht wurde Guerrero gesperrt und hätte seine Strafe auch bis zum letzten Tag absitzen müssen!
bristolbay 05.06.2018
5. Ahnungslos
Zitat von CarlosderSchakalPaolo Guerrero hat maßgeblichen Anteil für die Teilnahme Perus, eine nicht Teilnahme wäre eine Farce, liebe Nada! Vlt war es ja auch dadurch bedingt, dass er Koka-Tee getrunken hat, eine Kulturpflanze mit viel Tradition in diesen Ländern und Nährstoffen. Aber selbst wenn das Abbauprodukt vom Kokain käme, wo ist der sportliche Vorteil bitte? Der würde eher umklappen...einfach lächerlich diese Diskussion. Werden einfach seine sportlichen Leistungen in den Schmutz gezogen, nur weil die westliche Welt meint was gute und schlechte Substanzen sind...man sollte das ganze System auf wissenschaftlichen Erkenntnissen anpassen, welche klar einen Wettbewerbsvorteil erbringen und nicht den ideologischen...
Steht Kokain auf der Dopingliste? Ja, dann ist es ein Vergehen und muss nach den Regeln des Verbandes sanktioniert werden. Nein, warum wurde er dann gesperrt?
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