Oprah über Armstrong-Interview: "Am Ende waren wir beide erschöpft"

"Das größte Interview, das ich je gemacht habe" - TV-Moderatorin Oprah Winfrey äußert sich erstmals über das Gespräch mit Radstar und Dopingsünder Lance Armstrong. Das Treffen geriet so ausführlich, dass es jetzt in zwei Teilen ungekürzt ausgestrahlt werden soll.

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REUTERS/ Harpo Studios

Armstrong, Winfrey: Interview wird in zwei Teilen ausgestrahlt

Hamburg - So einiges über Lance Armstrongs Talkshow-Auftritt bei Oprah Winfrey ist bereits durchgesickert, jetzt versucht die Talkmasterin selbst, noch einmal Spannung zu erzeugen. Armstrong sei nicht so gewesen, "wie ich das erwartet habe", kommentierte sie die TV-Aufzeichnung am Montag. Sie überlasse es "anderen zu entscheiden, ob er zerknirscht aufgetreten" sei.

Die Sendung wird am Donnerstag in den USA ausgestrahlt. Das Gespräch soll sogar, um Kürzungen zu vermeiden, in zwei Teilen an zwei Abenden hintereinander mit einer Dauer von je 65 Minuten gesendet werden.

Es sei "das größte Interview gewesen, das ich je gemacht habe", teilte Winfrey noch mit: "Am Ende waren wir beide erschöpft." Zuvor war bereits bekannt geworden, dass der ehemalig siebenfache Tour-de-France-Sieger erstmals öffentlich den Gebrauch von Doping gestanden hatte. Armstrong sei "gut vorbereitet" gewesen, befand die Talkmasterin: "Ich fand ihn bedacht und ernsthaft."

Details zu Armstrongs Äußerungen werden von der Redaktion der Show zwar noch sorgsam als Geheimnis behütet, dennoch sickerte schon Armstrongs Ankündigung durch, gegen führende Radsportfunktionäre aussagen zu wollen. Damit dürften vor allem der Chef des Radsport-Weltverbandes UCI, Pat McQuaid, und dessen Vorgänger Hein Verbruggen gemeint gewesen sein.

Die UCI selbst hat jede Stellungnahme vor der Ausstrahlung der Sendung abgelehnt. "Wir nehmen keine Stellung, bevor das Interview veröffentlicht wird", teilte der Verband mit. Wenn Medienmeldungen der Wahrheit entsprächen, dass Armstrong Doping während seiner Karriere gestanden habe, sollte er vor der vom Verband ins Leben gerufenen unabhängigen Kommission aussagen, empfahl die UCI in ihrer Stellungnahme.

Im November vorigen Jahres war eine dreiköpfige Kommission unter Vorsitz des englischen Richters Sir Philip Otton gebildet worden. Sie soll die angeblichen Verstrickungen der UCI in die Dopingfälle der Jahre 1999 bis 2005 untersuchen und Korruptionsvorwürfe klären. Bis spätestens Juni 2013 - vor dem Start der 100. Tour de France - sollen die Ergebnisse des Gremiums laut UCI auf dem Tisch liegen.

Währen die UCI schweigt, meldet sich ein anderer zu Wort. Jan Ullrich, der gefallene deutsche Radsport-Held, wurde von der "Bild"-Zeitung zitiert: "Das ist alles für mich nichts Neues. Ich nehme es zur Kenntnis. Aber die Zeit von Lance und mir im Radsport liegt schon so lange zurück, dass das auf mein Leben keinen Einfluss hat", sagte Ullrich.

aha/pit/rtr/sid/dpa

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