Doping im Radsport: Dekker will ohne Rücksicht auf Verluste auspacken

Radprofi Dekker (l.), Ex-Teamkollege Flecha: "Fast jeder hat Transfusionen bekommen" Zur Großansicht
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Radprofi Dekker (l.), Ex-Teamkollege Flecha: "Fast jeder hat Transfusionen bekommen"

"Ich werde helfen, die Radsportwelt zu säubern." Jahrelang war Thomas Dekker Teil des systematischen Dopingsystems im Radsport. Jetzt will der niederländische Profi damit radikal brechen und gegen die Doper aussagen. Er kündigte dabei an, auch Namen zu nennen.

Hamburg - Der geständige Dopingsünder Thomas Dekker will in vollem Umfang mit der niederländischen Anti-Doping-Agentur kooperieren. Er werde sein ganzes Wissen offenlegen und Namen, Daten und Details nennen, kündigte der Niederländer in einer Stellungnahme auf der Internetseite seines Managements SEG an.

"Es gibt viele Details und Menschen, die in meine Doping-Vergangenheit involviert waren. Das alles, auch die Namen jener, die mir geholfen haben, werden genannt", sagte Dekker. Ein erstes Gespräch mit den Verantwortlichen soll in zwei Wochen stattfinden. "Ich werde aussagen und helfen, die Radsportwelt zu säubern," kündigte der 28-Jährige an.

Damit könnte wieder Bewegung in den Humanplasma-Skandal kommen. Dekker, der im Jahr 2009 des Epo-Dopings überführt und für zwei Jahre gesperrt worden war, soll wie eine Reihe weiterer Fahrer des früheren Rabobank-Teams in Wien illegale leistungssteigernde Praktiken angewandt haben. Erst am Wochenende hatten Dekker und Danny Nelissen von organisiertem Blutdoping bei Rabobank berichtet. "Die Transfusionen waren der Weg zum Erfolg glaube ich", sagte Dekker: "Fast jeder Top-Fahrer hat sie bekommen."

aha/dpa

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insgesamt 12 Beiträge
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1.
pauschaltourist 23.01.2013
Zitat von sysopJetzt will der niederländische Profi damit radikal brechen und gegen die Doper aussagen. Er kündigte dabei an, auch Namen zu nennen.
Wäre er Belgier oder dort wohnen, würde er zeitnah wohl in einen tragischen Verkehrsunfall verwickelt werden.
2.
dickerulle 23.01.2013
Das mag der Deutsche! Denunziantentum. In einem Land, wo es völlig normal ist, dass ein großer Teil der NPD Mitglieder vom Staat als V-Männer bezahlt werden, ist das wohl nur hinzunehmen. Ekelhaft!
3.
unimatrix 23.01.2013
Zitat von dickerulleDas mag der Deutsche! Denunziantentum. In einem Land, wo es völlig normal ist, dass ein großer Teil der NPD Mitglieder vom Staat als V-Männer bezahlt werden, ist das wohl nur hinzunehmen. Ekelhaft!
Wurde er von der WADA als Doper bezahlt, um dann die Praktiken offen zulegen? Wenn ein Bankräuber andere verpfeift und man dadurch aller habhaft werden kann, sehe ich nichts Verkehrtes darin. Wenn der Staat einen Bankräuber bezahlt, und er Überfälle begeht damit der Staat die Komplizen greifen kann, wäre das tatsächlich ekelhaft. Ich glaube nicht, dass beides so einfach miteinander vergleichbar ist.
4. Geht im Tennis, alles mit rechten Dingen zu?
helmutderschmidt 23.01.2013
Thomas Dekker soll tun was er für richtig hält. Aber geht im Tennis, alles mit rechten Dingen zu? Zum Beispiel bei den beiden Kraftpaketen, den Williams-Sisters?
5. Sie haben ja eine seltsame Rechtsauffassung
greentiger 23.01.2013
Zitat von dickerulleDas mag der Deutsche! *Denunziantentum*. In einem Land, wo es völlig normal ist, dass ein großer Teil der NPD Mitglieder vom Staat als V-Männer bezahlt werden, ist das wohl nur hinzunehmen. Ekelhaft!
Der Mann ist, genauso, wie die anderen Teilnehmer an einem systematischen Doping, nichts anderes als ein Verbrecher. Leider sind bestimmte Arten von Klagen in Europa kaum möglich, weil diesen Leuten ansonsten seitens Eltern von Kindern, ähnlich wie im Fall "Milli-Vanilli" (oder wie die hiessen), Klagen drohen würden. Hoffentlich wird jetzt die organisierende Rad-"Sport"-Mafia endlich mal auseinander genommen und Radsport wird etwas, das man Kindern und Jugendlichen als Sport empfehlen kann.
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Groteske Geständnisse: Die besten Dopingerklärungen

Kampf gegen Doping
Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada)
Am 10. November 1999 wurde auf Initiative des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) die unabhängige Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) in Lausanne gegründet. Zusammen mit den nationalen NOKs und staatlichen Organisationen will die Wada die internationale Dopingbekämpfung fördern und einheitliche Standards für Kontrollen in allen Ländern schaffen. Das Anti-Doping-Programm der Wada wurde im März 2003 von allen Delegierten der internationalen Sportverbände, der Regierungen und dem IOC auf der Welt-Anti-Doping-Konferenz in Kopenhagen angenommen. Der Welt-Anti-Doping-Codex löste im darauffolgenden Jahr den Anti-Doping-Code der Olympischen Bewegung ab und gilt seit den Spielen in Athen 2004 auch für die Olympischen Spiele.
Welt-Anti-Doping-Programm
Der Welt-Anti-Doping-Codex löste 2004 den Anti-Doping-Code der Olympischen Bewegung ab und gilt seit den Spielen in Athen im selben Jahr auch für die Olympischen Spiele. Das Programm besteht aus drei Ebenen: 1. Welt-Anti-Doping-Code (WADC), 2. Vier Internationale Standards, 3. Erarbeitungen von Empfehlungen für die bestmögliche praktische Umsetzung durch Anti-Doping-Organisationen und Verbände.
Welt-Anti-Doping-Code (WADC)
Der Welt-Anti-Doping-Code wurde erstmalig im Jahre 2003 verabschiedet und ist das Basisdokument des Welt-Anti-Doping-Programms. 2004 traten das Programm und der Codex in Kraft. Der überarbeitete Welt-Anti-Doping-Code ist seit dem 1. Januar 2009 gültig. Er vereinheitlicht Regeln und Verfahren, die bisher von Land zu Land und von Sportart zu Sportart verschieden waren und regelt die Verantwortlichkeiten der einzelnen Interessengruppen. Der Code stellt keine Definition des Dopings mehr auf, sondern bezeichnet Doping als einen Verstoß gegen nachfolgende Bestimmungen: Nachweis oder Gebrauch einer verbotenen Substanz oder Methode, Verweigerung einer Dopingkontrolle und Verletzung der Informationspflicht über den Aufenthaltsort sowie Verfälschung einer Dopingkontrolle und Besitz oder Handel von Substanzen durch einen Athleten oder sein Umfeld.
Internationale Standards
Sie ergänzen die Anforderungen des Codes durch nähere Beschreibungen und sollen dazu beitragen, national übergreifend einheitliche Formen für die Anti-Doping-Arbeit zu schaffen. Dies betrifft insbesondere die Dopingliste, die Dopingkontrolle Dopinglabors und Ausnahmebewilligungen für Medikamente.
Verbotene Substanzen
Die Dopingliste gilt weltweit und wird durch eine spezielle Kommission der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) erstellt. Sie wird jedes Jahr erneuert und tritt jeweils am 1. Januar in Kraft. Auf der Liste werden nur Wirkstoffe und Methoden veröffentlicht, die mindestens zwei von drei Kriterien entsprechen: Gemäß medizinischen oder anderen wissenschaftlichen Erkenntnissen hat der Wirkstoff oder die Methode das Potential zur Leistungssteigerung im Sport. Gemäß medizinischen oder anderen wissenschaftlichen Erkenntnissen besitzt der Wirkstoff oder die Methode ein aktuelles oder potentielles Gesundheitsrisiko. Gemäß Wada verstößt die Anwendung des Wirkstoffs oder der Methode gegen die Ethik im Sport. Zu den verbotenen Substanzklassen, die teilweise ganz oder nur im Wettkampf verboten sind, gehören: 1. Alkohol, 2. Anabolika , 3. Antiöstrogene , 4. Beta-2-Agonisten , 5. Betablocker , 6. Cannabinoide (Cannabis, Haschisch, Marihuana) , 7. Glucocorticoide , 8. Hormone , 9. Maskierende Substanzen und Diuretika , 10. Narkotika , 11. Stimulanzien . Für Alkohol und Betablocker gibt es in einigen Sportarten Ausnahmen, sie werden nicht von allen internationalen Sportverbänden verboten.
Verbotene Methoden
Seit dem 1. Januar 2003 werden die verbotenen Dopingmethoden genauer beschrieben und in drei Kategorien unterteilt: 1. Erhöhung der Transportkapazität für Sauerstoff ( Blutdoping ), 2. chemische und physikalische Manipulation, 3. Gendoping . Die Anwendung verbotener Methoden ist innnerhalb als auch außerhalb des Wettkampfs verboten.
Kontrollregularien

Für Athletinnen und Athleten bestehen je nach Leistungsniveau unterschiedliche Bestimmungen zu der obligatorischen Meldepflicht. Die Ein-Stunden-Regelung verpflichtet bestimmte Athleten für jeden Tag eine Stunde zu benennen, in der sie für eine mögliche Dopingkontrolle zur Verfügung stehen. Die genaue Stunde muss jeweils am Ende eines Quartals für die nächsten drei Monate im Voraus benannt werden, darf aber innerhalb von 24 Stunden verändert und aktualisiert werden. Wird der Athlet in dieser Stunde vom Kontrolleur nicht am benannten Ort angetroffen, wird ein sogenannter Strike für das Kontrollversäumnis ausgesprochen. Wenn ein Sportler innerhalb von 18 Monaten drei Verwarnungen kassiert hat, muss er mit einer Sperre von bis zu zwei Jahren rechnen. Strikes von verschiedenen Organisationen ( Wada , Nada sowie zuständigem internationalem Verband) werden addiert.

Die Ein-Stunden-Regelung wird durch die Angabe von Aufenthaltsdaten zum Ende eines Quartals für jeden Tag der darauffolgenden drei Monate ergänzt. Wird ein Athlet bei einer Stichprobe nicht am angegebenen Ort angetroffen, kann ebenfalls ein Strike erteilt werden. Mannschaftssportler aus gering gefährdeten Sportarten werden in Mannschafts-Whereabouts getestet. Dafür melden die Vereine der Nada die Trainingspläne der Mannschaft.

Aufgrund des seit Beginn 2009 gültigen neuen Nada-Codes werden Athleten je nach Risikobewertung der Agentur für Doping in drei unterschiedliche Testpools eingeordnet und unterliegen verschiedenen Meldepflichten: Im International Registered Testing Pool (RTP) sind rund 1400 Athleten zusammengefasst, zu denen A-Kader und A-Nationalteams der Sportarten der Gefährdungsstufe I gehören. Sie müssen nicht nur bis zum 25. des Vormonats Angaben über Aufenthaltsort und Erreichbarkeit für ein Quartal machen, sondern auch die Ein-Stunden-Regelung beachten. Im Nationalen Testpool (NTP) für Kader-Athleten der Gefährdungsstufe II und III gilt diese Regel nicht. Alle anderen Athleten werden im Allgemeinen Testpool (ATP) zusammengefasst.