Doping Russin positiv getestet

Die wegen ihrer Atmosphäre hoch gelobten Olympischen Spiele von Sydney werden auch aus einem anderen Grund in die Geschichte eingehen. Am Samstag wurde der siebte Dopingfall bekannt.


Sydney - Das Internationale Olympische Komitee hat am Samstag bekannt gegeben, dass die russische Leichtathletin Swetlana Pospelowa nach ihrem Vorlauf-Aus vor einer Woche positiv auf das verbotene Mittel Stanozolol getestet worden ist. Der 400-Meter-Halleneuropameisterin wurde damit jenes anabole Steroid zum Verhängnis, das durch den Kanadier Ben Johnson bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul unrühmliche Geschichte gemacht hat.

Vor dem jüngsten Dopingfall waren in Sydney bereits die bulgarischen Gewichtheber Iwan Iwanow, Isabella Dragnewa und Sewdalin Mintschew, der lettische Ruderer Andris Reinholds, die rumänische Kunstturnerin Andreea Raducan und Rumäniens Hammerwurf-Weltmeisterin Mihaela Melinte des Dopings überführt worden.

Unterdessen hat die australische Tageszeitung "The Australian" am Samstag schwere Vorwürfe gegen die laxe Dopingpolitik der USA erhoben und über 207 amerikanische Dopingfälle berichtet, von denen lediglich zehn zu Strafen geführt hätten. Das renommierte Blatt beruft sich dabei auf offizielle Unterlagen aus den USA. Dort seien, so der "Australian", 29 Fälle von Missbrauch mit Muskelaufbaupräparaten und 158 Verstöße gegen die ebenfalls verbotene Einnahme von Aufputschmitteln aufgelistet. 20 weitere Problemfälle würden unter der Rubrik "Sonstiges" geführt.

Die USA stehen schon seit längerem wegen ihres problematischen Doping-Kontrollsystems in der Kritik. So hatte in Sydney der Chefmediziner des IOC, der Belgier Alexandre de Merode, die USA beschuldigt, vor den Spielen in Seoul 1988 fünf Dopingfälle vertuscht und die Teilnahme der fünf Aktiven in Südkorea zugelassen zu haben.



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