Doping in Leichtathletik Russische Sportler bleiben gesperrt

Der Leichtathletik-Weltverband bleibt bei seiner Linie: Russlands Sportler sind weiterhin suspendiert. Verbandsboss Sebastian Coe wehrt sich derweil gegen Vorwürfe aus dem britischen Parlament.

IAAF-Boss Sebastian Coe
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IAAF-Boss Sebastian Coe


Russlands Leichtathleten bleiben bis auf Weiteres suspendiert. Wie der Weltverband IAAF nach seiner Council-Sitzung am Dienstag mitteilte, wird der russische Verband Rusaf, der wegen des Dopingskandals seit November 2015 ausgeschlossen ist, nicht wieder aufgenommen.

"Einige Voraussetzungen sind erfüllt worden, einige wichtige aber noch nicht", sagte Rune Andersen, Vorsitzender der IAAF Task Force für Russland: "Deshalb haben wir dem Council vorgeschlagen, die Rusaf nicht wieder aufzunehmen. Das Council hat dem einstimmig zugestimmt."

Andersen drängt nun auf ein Meeting mit dem russischen Verband sowie mit dem Sportministerium, um wichtige Fragen zu klären. Ansonsten könnten auch die als neutrale Athleten für internationale Wettkämpfe zugelassenen Russen ihr Startrecht verlieren. Selbst ein kompletter Ausschluss Russlands aus der IAAF sei denkbar, sagte Andersen. Das nächste Council-Meeting der IAAF ist für Juli terminiert.

Coe weist alle Vorwürfe aus dem Unterhaus zurück

"Es gibt keine Unklarheiten bezüglich der Kriterien für Russland. Wir wollen, dass dieses Land wieder im Spiel ist - aber die Welt muss wissen, dass die Athleten in einem System von festen Überzeugungen und Vertrauen agieren", sagte IAAF-Präsident Sebastian Coe und kündigte zudem schärfere Regeln für die umstrittenen Nationenwechsel an. Unter anderem sollen Athleten zukünftig drei Jahre international nicht startberechtigt sein, bevor sie für ein neues Land antreten können. Nationenwechsel vor dem 20. Lebensjahr werden verboten, nur noch ein Nationenwechsel in der Karriere soll möglich sein.

Gleichzeitig wehrte sich Coe gegen gegen Kritik an seiner Person im Zuge des Doping- und Korruptionsskandals in der Leichtathletik. Der Bericht eines Untersuchungsausschusses hatte festgehalten, dass der Brite den Parlamentariern zu dem Thema "irreführende" Antworten gegeben habe. Dies wies der 61-Jährige zurück.

Coe hatte im Dezember 2015 ausgesagt, dass er erst durch die ARD-Berichte im Dezember 2014 von den Anschuldigungen gegen Russland erfahren habe. Unterlagen legen aber den Schluss nahe, dass er schon im August 2014 davon wusste. "Dies sind Angelegenheiten von größter Bedeutung, und sie beeinträchtigen den Ruf sowohl der IAAF als auch von Lord Coe", heißt es in dem Bericht. Coe antwortete trotzig: "Unser Sport liegt nicht in Trümmern, er ist extrem stark."

aha/sid



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