Doping im Radsport Staatsanwaltschaft fordert Verurteilung von Schumacher

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart fühlt sich vom Prozessverlauf bestätigt: Sie verlangt, dass Radprofi Stefan Schumacher wegen Betrugs verurteilt wird. Dagegen plädiert die Verteidigung auf Freispruch.

Radprofi Schumacher: Staatsanwaltschaft will Bestrafung
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Radprofi Schumacher: Staatsanwaltschaft will Bestrafung


Hamburg - Radprofi Stefan Schumacher droht weiterhin die Verurteilung als Doping-Betrüger: Im Prozess gegen den 32-Jährigen vor dem Landgericht Stuttgart forderte die Staatsanwaltschaft am Dienstag die Bestrafung Schumachers wegen Betruges, was mit einer Geldstrafe von 16.800 Euro zu ahnden sei. Eine Haftstrafe muss der inzwischen geständige Dopingsünder Schumacher aber nicht befürchten. Seine Verteidigung plädierte auf Freispruch.

In einem mehr als zweistündigen Plädoyer stellte Staatsanwalt Peter Holzwarth die Glaubwürdigkeit des früheren Spitzenfahrers im Gerolsteiner-Rennstall massiv infrage und stärkte eindeutig die Zeugenaussagen des vermeintlich betrogenen ehemaligen Gerolsteiner-Bosses Hans-Michael Holczer.

"Ein Doping-System Holczer, wie zum Beispiel bei Lance Armstrong, hat es nicht gegeben", sagte der Jurist. Das Fazit: Holczer habe tatsächlich nichts von den Dopingpraktiken seines einstigen Schützlings gewusst - und wurde deshalb in den betreffenden Monaten im Jahr 2008 betrogen.

"Bestraft bin ich so oder so"

Schumacher, der die Aussagen des Staatsanwalts ohne sichtbare Regung verfolgte, äußerte: "Für mich ist klar, dass ich freigesprochen werden müsste, darum geht es für mich." Die Aussage Holzwarths, der Prozess würde keinen großen Auswirkungen auf die Karriere Schumachers haben, wies der Radprofi zurück. "Bestraft worden bin ich so oder so", sagte er.

Holzwarth unterstrich das geforderte Strafmaß bereits zu Beginn des 18. Verhandlungstages. Die 16. Große Strafkammer machte vor dem Abschluss der Beweisaufnahme den Vorschlag, das Verfahren gegen eine Zahlung von 10.000 Euro einzustellen. Während das Schumacher-Lager zumindest darüber beraten wollte, lehnte die Staatsanwaltschaft entschieden ab.

Die Staatsanwaltschaft wirft Schumacher vor, Holczer hintergangen und sich mit seinen Verfehlungen laut Anklageschrift einen "rechtswidrigen Vermögensvorteil" erschlichen zu haben. Diesen korrigierte Holzwarth während seines Plädoyers allerdings von 150.000 auf 100.000 Euro, weil die Werbeleistungen Schumachers in den betreffenden Monaten nicht berücksichtigt werden dürften. Das Strafmaß allerdings erhöhte er "etwas", weil kein Geständnis von Schumacher vorliege.

aha/sid



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