Dopingstudie Bach fordert Veröffentlichung des Abschlussberichts

Jetzt kommt Bewegung in die Angelegenheit: Sowohl DOSB-Präsident Thomas Bach als auch das Bundesinnenministerium haben sich für eine Veröffentlichung des Abschlussberichts zur Studie Doping in Deutschland ausgesprochen. Der Sportausschuss des Bundestages plant eine Sondersitzung.

DOSB-Präsident Bach: Abschlussbericht der Öffentlichkeit zugänglich machen
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DOSB-Präsident Bach: Abschlussbericht der Öffentlichkeit zugänglich machen


Hamburg - Nach den Berichten zur Studie Doping in Deutschland fordert Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), eine zeitnahe Veröffentlichung des Abschlussberichts. "Wir hoffen, dass uns der Abschlussbericht baldmöglichst zugeht", sagte Bach: "Und wir würden es im Sinne einer größtmöglichen Transparenz begrüßen, wenn der Abschlussbericht dann auch umgehend der Öffentlichkeit zugänglich gemacht würde."

Unter Berufung auf Ergebnisse der Arbeit einer Forschergruppe der Berliner Humboldt Universität (HU) hatte die "Süddeutsche Zeitung" über systematisches Doping in der Bundesrepublik seit Beginn der siebziger Jahre berichtet. Der Abschlussbericht der vom DOSB 2008 initiierten und vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) mit rund 550.000 Euro bezuschussten Arbeit ist derzeit noch unter Verschluss.

Hintergrund ist ein Streit zwischen dem Forscherteam der HU und dem BISp, das dem Bundesinnenministerium (BMI) untersteht. Als die Forscher ihren Abschlussbericht vorlegten, bemängelte der BISp-Beirat, dieser würde gegen Datenschutzrichtlinien verstoßen, weil Namen von Ärzten und Funktionären darin genannt wurden. Die Forscher überarbeiteten daraufhin ihren Bericht und legten ihn erneut vor. Mittlerweile sind die datenschutzrechtlichen Prüfungen abgeschlossen. Veröffentlichen will das BISp den Bericht aber nicht.

Innenministerium will auf Veröffentlichung hinwirken

"Die Veröffentlichung der Inhalte aus dem Forschungsprojekt liegt ausschließlich in der Verantwortung der Forschungsnehmer, die als Urheber aufgefordert sind, ihre Ergebnisse zu publizieren", heißt es in einem Statement des BISp. Die Forscher ihrerseits fordern von ihrem Auftraggeber Rechtsschutz, weil sie Klagen von in der Studie genannten, noch aktiven Funktionären, Trainern und Athleten fürchten. Das BISp aber lehnt einen solchen Rechtsschutz ab.

Kritiker bemängeln, das BMI und das BISp wollten eine Veröffentlichung der Studie verhindern, um darin genannte Personen nicht zu belasten. Diesen Vorwurf hat das BMI zurückgewiesen. "Das Bundesinnenministerium hat großes Interesse an einer lückenlosen Aufklärung und Bewertung der Dopingvergangenheit in beiden Teilen Deutschlands", betonte ein Sprecher. Das Ministerium werde gegenüber dem BISp darauf hinwirken, dass der Bericht möglichst bald veröffentlicht werde und "damit einer umfassenden fachsportlichen und politischen Diskussion und Bewertung zugänglich ist".

Wie auch immer das Ergebnis der Diskussion sein wird, in einem ist sich DOSB-Generaldirektor Michael Vesper sicher: "Was meines Erachtens nicht geht, ist die Gleichsetzung dessen, was bei uns in Westdeutschland passiert ist, mit dem, was in der DDR Praxis war. Nämlich organisiertes Staatsdoping, oft ohne Kenntnis der Sportler. Da muss man schon differenzieren."

Der Sportausschuss des Deutschen Bundestages will den Abschlussbericht, nachdem dieser zweimal aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht vorgelegt wurde, nun endlich einsehen und bei einer möglichen Sondersitzung Anfang September über die Ergebnisse der Studie beraten. SPD und FDP haben sich bereits dafür ausgesprochen. "Parlamentarier sind keine Bittsteller. Wir haben ein Recht auf die verlangten Auskünfte", sagte die Sportausschussvorsitzende Dagmar Freitag.

ham/sid/dpa



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insgesamt 18 Beiträge
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raber 04.08.2013
1. Organisiertes Staatsdoping oder Vereinsdoping
In wie weit es sich um organisiertes Staatsdoping wird man dann dem Bericht entnehmen können. Auf jeden Fall sollten die Betrüger die ihren Konkurrenten dadurch überlegen waren, Preis- und Werbegelder kassiert haben und das Publikum getäuscht haben nicht unbestraft davonlaufen können. Und dann die ganzen Jahre über die DDR gelästert. Typisch nach dem Motto: Wir sind die Besten. Die Titel müssten ihnen aberkannt werden wie im Fall Lance Armstrong. Die Nicht-Sportler die an dieser ganzen vorsätzlichen und jahrelangen Betrügerei teilgenommen haben, sollten auch bestraft werden.
hubertrudnick1 04.08.2013
2. Herr Bach
Zitat von sysopDPAJetzt kommt Bewegung in die Angelegenheit: Sowohl DOSB-Präsident Thomas Bach als auch das Bundesinnenministerium haben sich für eine Veröffentlichung des Abschlussberichts zur Studie Doping in Deutschland ausgesprochen. Der Sportausschuss des Bundestages plant eine Sondersitzung. http://www.spiegel.de/sport/sonst/doping-studie-bach-fordert-veroeffentlichung-des-abschlussberichts-a-914729.html
Herr Bach, sie wollen jetzt die Flucht nach vorne machen, aber wir glauben ihnen nichts mehr, sie haben jahrelang nur auf das Sportsystem der DDR geschimpft, dabei war das der alten BRD nicht viel besser. Täuschen, tricksen, betrügen und mit dem Finger auf andere zeigen. Auch die deutschen Medien haben dazu, also zur Vertuschung mit beigetragen, kritische Fragen zum BRD Sport wurde ständig zensiert und nicht veröffentlicht, aber nun ist das Geschrei groß, wieder ist man mal ertappt worden.
lestat1804 04.08.2013
3.
Ist doch logisch, das der Westen besser ist als der Osten! lächerlich!!! Wenn staatliche Institutionen daran beteiligt sind,denn ist die Systematik dahinter genau so schlimm wie bei uns! Und ob die Teenies davon wußten, was Ihnen da verabreicht wurde, glaube ich auch nicht so ganz!
karrli 04.08.2013
4. optional
"Das Bundesinnenministerium hat großes Interesse an einer lückenlosen Aufklärung und Bewertung der Dopingvergangenheit in beiden Teilen Deutschlands" Wahnsinn! Haben die, na sowas! Bin gespannt, was sie sich wieder zurechtlügen. Die integeren, selbstlosen, christlichen Sportler aus der BRD sind doch von DDR-Leuten hinterhältig verführt worden.
Nachtheinigte 04.08.2013
5. Doping Studie
Zitat von sysopDPAJetzt kommt Bewegung in die Angelegenheit: Sowohl DOSB-Präsident Thomas Bach als auch das Bundesinnenministerium haben sich für eine Veröffentlichung des Abschlussberichts zur Studie Doping in Deutschland ausgesprochen. Der Sportausschuss des Bundestages plant eine Sondersitzung. http://www.spiegel.de/sport/sonst/doping-studie-bach-fordert-veroeffentlichung-des-abschlussberichts-a-914729.html
Das ist in vielen Fällen so, dass was Deutschen und ihre Medien anderen vorwerfen, und das ist nicht nur beim Doping so, wird fleißig zum eigenen Nutzen selbst betrieben , natürlich Top-Secret. Dabei sind wir immer die Guten und die anderen natürlich die Bösen, einziges Glücksumstand ist, dass so etwas meist doch irgendwann herauskommt. So ist auch heute eine klare Linie gegen das Dumping , weder bei der REgierung (die will nicht mehr zahlen und überläßt alles der Marktwirtchaft) noch beim DSOB, ( der hat Angst gar keine Medaillen für die beste Nation der Welt mehr zu bekommen.) zu erkennen.
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