Doping im Radsport Armstrong droht hohe Millionen-Strafe

Im Kampf um seine Sponsoreneinnahmen hat Lance Armstrong eine juristische Niederlage erlitten. Der Texaner muss womöglich Prämien in zweistelliger Millionenhöhe zurückzahlen - und das ist nur der Auftakt einer Klage-Serie gegen den ehemaligen Tour-de-France-Sieger.

Doping-Sünder Armstrong: Rückzahlung in Millionenhöhe droht
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Doping-Sünder Armstrong: Rückzahlung in Millionenhöhe droht


Hamburg - Nächster Rückschlag für Ex-Radstar Lance Armstrong: Ein texanisches Schiedsgericht hat am Mittwoch entschieden, dass die Klage einer Versicherungsgesellschaft gegen den Doping-Sünder auf Rückzahlung von Bonuszahlungen zur Verhandlung zugelassen wird. Nun droht dem Amerikaner die Rückzahlung zwölf Millionen Dollar (etwa 8,7 Millionen Euro) Prämien und Anwaltskosten an SCA Promotions.

Das Unternehmen aus Dallas hatte sich einst geweigert, 7,5 Millionen Dollar für den Gewinn seines sechsten Sieges bei der Frankreich-Rundfahrt 2004 an Armstrong zu überweisen. 2006 kam es zum Prozess, in dem Armstrong schwor, keine leistungssteigernden Mittel eingenommen zu haben.

Das Gericht glaubte dem Texaner, SCA Promotions musste damals zahlen. Nun fordert der Ex-Sponsor nicht nur dieses Geld zurück, sondern alle zwischen 2002 und 2005 an Armstrong gezahlten Prämien, zuzüglich anschließender Anwaltskosten - insgesamt etwa zwölf Millionen Dollar. Das Vermögen Lance Armstrongs wird auf 45 bis 85 Millionen Euro geschätzt.

Dem gefallenen Radstar drohen noch weitere Strafen und Rückzahlungen. Der aktuelle Fall bildet nur den Auftakt einer Welle von Millionenklagen, die derzeit auf Armstrong zurollt. Im September 2012 hatte der Weltverband UCI Lance Armstrong alle Toursiege aberkannt. Im Zuge des Ermittlungsverfahrens durch die amerikanische Anti-Doping-Agentur Usada war der Texaner zugleich lebenslang gesperrt worden.

Im Januar legte Armstrong nach jahrelangen Unschuldsbeteuerungenin einem TV-Interview schließlich ein Dopinggeständnis ab. Im Juni behauptete er in einem weiteren Interview, es sei nicht möglich, die Tour de France ohne Doping zu gewinnen.

roe/dpa

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