Doping-Vorwürfe: US-Behörde ermittelt wegen Betrugs gegen Armstrong

Rekord-Tour-Sieger Lance Armstrong droht neues Ungemach: Die US-Arzneimittelbehörde ermittelt wegen Betrugs und Verschwörung gegen Armstrongs früheres Team US Postal. Auch die Welt-Anti-Doping-Agentur bestätigte laufende Untersuchungen.

Radprofi Armstrong: Signifikante Untersuchungen Zur Großansicht
dpa

Radprofi Armstrong: Signifikante Untersuchungen

Hamburg - Die US-Bundesbehörde, die im Fall von Lance Armstrongs' früherem Team US Postal prüft, ob Dopingmittel und illegale Drogen gegen Geldzahlungen vertrieben wurden, weitet die Ermittlungen wegen des Verdachts auf Betrug und Verschwörung aus. Die Untersuchungen leitet Chefermittler Jeff Novitzky von der US-Arzneimittelbehörde, der bereits im Balco-Skandal aktiv geworden war.

Dabei könnte Lance Armstrong und früheren Verantwortlichen des US-Postal-Rennstalls ein amerikanisches Anti-Mafia-Gesetz zum Verhängnis werden. Seit 1970 gilt in den Vereinigten Staaten der Racketeer Influenced and Corrupt Organizations (Rico) Act, ein Bundesgesetz, das zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität und des Drogenhandels erlassen worden war.

Die Ermittler hatten sich eingeschaltet, weil der Radrennstall von der amerikanischen Post, einem Staatsunternehmen, als Hauptsponsor finanziert worden war. Der ehemalige Radprofi Floyd Landis, von 2002 bis 2004 Armstrongs Teamkollege, hatte berichtet, er sei bei US Postal in Dopingpraktiken eingeführt worden und habe von Armstrong persönlich Epo-Präparate erhalten.

Beschuldigte weisen Vorwürfe zurück

Landis hatte in E-Mails an den Radsport-Weltverband UCI und den nationalen Verband US Cycling die jahrelange Einnahme unerlaubter Substanzen zugegeben und zugleich Armstrong sowie weitere Profis von US Postal wie Levi Leipheimer, George Hincapie und David Zabriskie des Dopings bezichtigt. Unter anderem seien positive Tests bei der Tour de Suisse 2001 nicht öffentlich gemacht worden, hatte Landis behauptet.

Alle Beschuldigten wiesen die Vorwürfe zurück. Armstrong betonte, dass Landis "seine Glaubwürdigkeit vor langer Zeit verloren hat". Landis selbst hatte eingeräumt, dass er für seine Anschuldigungen keinerlei Beweise habe. Er wurde nach seinem Tour-Sieg 2006 des Testosteron-Dopings überführt. Der 34-Jährige verlor daraufhin seinen Titel und bekam eine zweijährige Sperre.

Auch bei der Wada haben die Doping-Anschuldigungen von Landis eine "signifikante Untersuchung" ausgelöst. Das sagte David Howman, Generaldirektor der Welt-Anti-Doping-Agentur. Die Wada habe dabei den US-Behörden geholfen, Kontakte zu europäischen Organisationen wie Interpol herzustellen. "Die Untersuchungen laufen bereits seit Wochen und ich denke, sie werden auch noch viele Wochen in Anspruch nehmen", sagte Howman.

jar/sid/dpa

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insgesamt 7 Beiträge
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1. Wem droht?
Gegengleich 07.07.2010
Wieso droht Armstrong neues Ungemach? Uns droht es nicht nur, wir haben's schon: - Es wird wieder über diesen Chemie-Sportler berichtet - Er darf immer noch an Wettkämpfen teilnehmen
2. Nun ja
der.letzte.dodo 07.07.2010
Der Anzeichen sind viele, aber Beweise gibt es nicht. Ob man noch welche findet, nach so langer Zeit? Was kann man dabei einem Landis noch glauben? Eine vertrackte Situation
3. .
frubi 07.07.2010
Zitat von sysopRekord-Tour-Sieger Lance Armstrong droht neues Ungemach: Die US-Arzneimittelbehörde ermittelt wegen Betrug und Verschwörung gegen Armstrongs früheres Team US Postal. Auch die Welt-Anti-Doping-Agentur bestätigte laufende Untersuchungen. http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,705161,00.html
Endlich mal. Ich glaube aber, dass er nicht verurteilt wird solange es keine handfesten Beweise gibt. Soll ja auch so sein. Das der vollgepumpt war bis zum Exodus sollte allerdings auch jedem klar sein. Auch wenn er nicht verurteilt wird. Dementsprechend skandalös ist es, dass die Tour überhaupt eine Sekunde Sendezeit in den ÖRA`s bekommt.
4. Die Radsportfarce
Klo, 07.07.2010
Zitat von sysopRekord-Tour-Sieger Lance Armstrong droht neues Ungemach: Die US-Arzneimittelbehörde ermittelt wegen Betrug und Verschwörung gegen Armstrongs früheres Team US Postal. Auch die Welt-Anti-Doping-Agentur bestätigte laufende Untersuchungen. http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,705161,00.html
Wie langweilig. Jeder weiß doch, dass er sein ganzes Leben lang gedopt hat. Was soll daran jetzt neu sein?
5. Muh
nanokain 07.07.2010
Zitat von KloWie langweilig. Jeder weiß doch, dass er sein ganzes Leben lang gedopt hat. Was soll daran jetzt neu sein?
Denk doch mal nach. Wenn es ihm nachgewiesen wird, dann werden seine betrügerisch erreichten erfolge im klo runtergespühlt - und nichts würde ihn mehr treffen. Ausserdem öffnet es tür und tor für zivilklagen und die tun in den USA richtig weh. Ich würde es ihm gönnen!
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