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Doping: Wada misstraut kenianischen Läufern

Kenianische Läufer: Zu wenig kontrolliert? Zur Großansicht
REUTERS

Kenianische Läufer: Zu wenig kontrolliert?

Sie können schneller und länger laufen als die Athleten der meisten anderen Nationen: Kenianische Sportler sind für ihre Ausdauerfähigkeit bekannt. Doch nun gerät das NOK des Landes in den Fokus der Welt-Anti-Doping-Agentur - wegen nicht ausreichender Kontrollen.

Hamburg - Die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada hat nach der Sprintnation Jamaika nun auch die Langstrecken-Großmacht Kenia ins Visier genommen. Nach einem Bericht der BBC will die Wada das afrikanische Land zu einem Hauptthema bei ihrer Konferenz über Doping im Sport im November in Johannesburg machen.

Demnach ist die Agentur verärgert darüber, dass das kenianische Olympische Komitee einen angeforderten Bericht über sein Anti-Doping-Programm auch nach Monaten noch nicht geliefert hat. "Wir sind sehr frustriert", sagte der für Afrika zuständige Wada-Funktionär Rodney Swigelaar.

Ähnlich wie die jamaikanischen Sportler stehen kenianische Leichtathleten im Verdacht, von ihren nationalen Verbänden kaum kontrolliert zu werden. Erst im vergangenen Jahr hatte eine ARD-Reportage für Aufsehen gesorgt, die über weit verbreitete Dopingpraktiken bei kenianischen Läufern berichtete.

Jamaika hatte die Wada wegen der laxen Kontrollen kürzlich mit einem Ausschluss des Karibik-Lands bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro gedroht.

psk/dpa

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insgesamt 7 Beiträge
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1. Es sind die Gene!
roedaelefanten 30.10.2013
Wer etwas anderes behauptet... ;-) Im Ernst. Doping mit unerlaubten Mitteln ist Alltag in nahezu allen Sportarten. Die Öffentlichkeit will es aber auch nicht anders oder lässt es kalt. Betrug, Vertuschung, Manipulation, Bestechung etc. sind wir ja schon von unseren 'Volks'(Vertreter) gewöhnt und wollen sie dennoch nicht wirklich loswerden. :-(
2. optional
StefanOWL 30.10.2013
Im Langstreckenbereich wird nicht gedopt. Gutes, intensives Training, das ist der Grund für die Leistungen.
3. Frauen, nicht Männer!
Hugh 30.10.2013
Auf dem Bild sind Läufer-innen- zu sehen. Das sollte man schon unterscheiden können. Und zwei von denen passen nun überhaupt nicht zur Bildunterschrift. Falsches Geschlecht, falsches Land.
4. Lol
Monoton&Minimal 30.10.2013
Zitat von StefanOWLIm Langstreckenbereich wird nicht gedopt. Gutes, intensives Training, das ist der Grund für die Leistungen.
Nein, ganz sicher nicht... Allgemein ist Doping in allen Ausdauersportarten vollkommen sinnlos, und wird unter keinen Umstaenden praktiziert. :-D.
5. optional
guteronkel 30.10.2013
Wenn Sarazin behauptet, durch die Gene sei ein bestimmtes Verhalten begründet, dann läuft die Nation Sturm. Behauptet man es aber von Afrikanern bezüglich ihrer Laufleistungen, dann scheint das in Ordnung zu sein. Eine Organisation, die nicht in der Lage ist für alle Beteiligten für gleiche Verhältnisse zu sorgen, sollte sofort aufgelöst werden.
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Groteske Geständnisse: Die besten Dopingerklärungen

Dopingsubstanzen und ihre Wirkung
Epo/HGH
Die Ausdauerleistung ist wesentlich davon abhängig, wie gut der Körper Sauerstoff aufnehmen kann. Das Hormon Erythropoetin (Epo) stimuliert die Produktion roter Blutkörperchen. Die erhöhte Anzahl der im Organismus zirkulierenden Erythrozyten verbessert die Kapazität des Blutes, Sauerstoff aufzunehmen und steigert damit Ausdauerleistungsfähigkeit.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verbietet den Gebrauch von Epo seit langem. Seit 1983 ist es möglich, Epo synthetisch herzustellen. Entwickelt wurde es für Patienten mit schweren Nierenleiden, die an Blutarmut leiden.

Das Wachstumshormon HGH wird bei Kleinwüchsigkeit eingesetzt. HGH lässt nicht nur die Muskeln, sondern auch die Knochen wachsen, das führt zu langen Gliedmaßen, einem verformten Kopf und Riesenhänden. Zudem verändert sich die Struktur der Organe. (mit dpa)
Anabolika
Anabolika sind künstlich hergestellte Verwandte des männlichen Sexualhormons Testosteron. Diese Steroid- oder Wachstumshormone haben sowohl eine den Muskelaufbau fördernde (anabole) als auch eine vermännlichende (androgene) Wirkung. Anabolika können als Tabletten als auch injiziert werden. In Deutschland sind sie rezeptflichtig, werden aber nur selten zur Therapie beispielsweise von Schwächezuständen eingesetzt.

Illegal werden Anabolika parallel zu entsprechendem Training eingenommen, um den Aufbau von Muskelmasse zu fördern – also als Dopingmittel missbraucht. Bekannte Anabolika-Präparate sind unter anderen Nandrolon, Metandienon und Stanozolol.
Stimulanzien
Als Stimulanzien (lat. stimulare = "anregen") werden Substanzen bezeichnet, die anregend auf den Organismus wirken. Sie stimulieren die Aktivität des Zentralnervensystems. Als Aufputschmittel werden sie kurz vor oder während des Wettkampfs eingenommen. Sie steigern die motorische Aktivität, erhöhen die Risikobereitschaft und vertreiben die Müdigkeit, aber auch das Gespür für die natürliche Leistungsgrenze. Bekannteste Stimulanzien sind Amphetamine, Kokain, Ephedrin und Koffein (nur in hohen Mengen verboten).

Viele Stimulanzien können bei regelmäßigem Konsum abhängig machen. Bei Überdosierung drohen je nach Substanz Bluthochdruck, Herzrasen, Schweißausbrüche und Übelkeit. Nach mehreren Todesfällen im Sport, die auf die Einnahme von Stimulanzien zurückzuführen waren, wurden sie 1967 auf die Dopingliste gesetzt.
Narkotika
Betäubungs- und Schmerzmittel wie Morphine werden eingesetzt, um bei Höchstleistungen auftretende Schmerzen zu unterdrücken - beispielsweise bei einem Marathon. Die Medikamente machen abhängig, weitere Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen und Kreislauflähmungen. Von Radsportlern werde berichtet, dass diese auf den letzten Kilometern gerne Alkohol trinken, sagt Patrick Diel vom Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin der Deutschen Sporthochschule Köln. "Das dämpft den Schmerz, liefert Energie und hebt die Stimmung."

Ebenso wie Amphetamine seien auch die meisten Narkotika leicht nachweisbar und würden deshalb eher selten im Spitzensport verwendet. Zudem handle es sich auch hierbei um eine "Wettkampf-Droge", die direkt beim jeweiligen Sportereignis eingenommen werden müsse. Entsprechend hoch sei die Gefahr der Entdeckung. (mit dpa)

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