Prozess in Madrid Dopingarzt Fuentes will Namen seiner Kunden nennen

Beginnt nun das große Zittern? Mehr als 200 Sportler soll der Dopingarzt Eufemiano Fuentes allein zwischen 2003 und 2006 betreut haben. Nun ist der Spanier offenbar bereit, Namen zu nennen. Im Gegenzug erwarte er eine "wechselseitige Zusammenarbeit" mit den Anti-Doping-Agenturen.

Eufemiano Fuentes: "Wechselseitige Zusammenarbeit"
DPA

Eufemiano Fuentes: "Wechselseitige Zusammenarbeit"


Hamburg - Der spanische Dopingarzt Eufemiano Fuentes hat sich grundsätzlich bereit erklärt, die Namen seiner Kunden zu nennen. Er wolle mit der spanischen Anti-Doping-Agentur (AEA) und der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) zusammenarbeiten, wenn er darum gebeten werde, sagte der Mediziner am Mittwoch am Rande des Prozesses um die "Operación Puerto" in Madrid.

"Ich weiß allerdings nicht, ob das, was ich beizutragen hätte, für die Agenturen hilfreich ist." Er erwarte für eine Zusammenarbeit als Gegenleistung keinen Strafnachlass im laufenden Gerichtsverfahren, in dem Fuentes der Hauptangeklagte ist. Er verlange aber eine "wechselseitige Zusammenarbeit", betonte der Arzt. "Wenn es im Rahmen dieser Kooperation notwendig ist, dass ich meine Kundenliste herausrücke, würde ich sie ihnen (den Agenturen) geben."

In dem Verfahren um den größten Dopingskandal in der spanischen Sportgeschichte hatte die Staatsanwaltschaft zwei Jahre Haft für Fuentes gefordert. Der Mediziner betonte, er habe nie gegen die Gesetze oder die ärztlichen Pflichten verstoßen.

Die rund 200 Sportler, die Fuentes allein zwischen 2003 und 2006 betreut haben soll, müssen nun befürchten, dass auch ihre Namen öffentlich werden. Der gelernte Gynäkologe Fuentes hatte bereits zuvor zugegeben, dass er ein Notizbuch mit den Namen all seiner Ex-Kunden habe, das er in einem Safe gut verschlossen halte, "damit es mir niemand klaut".

Neben den 58 namentlich identifizierten Fuentes-Kunden im Radsport - unter ihnen die ehemaligen Spitzenfahrer Jan Ullrich, Ivan Basso und Joseba Beloki - waren wohl auch Sportler aus anderen Disziplinen darunter.

chp/dpa



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insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
username987 20.03.2013
1. jetzt wird es interessant
über den spanischen höhenflug der letzten 20 jahre, in allen erdenklichen sportarten kann einen ja nur ins grübeln bringen. bin gespannt.
awun 20.03.2013
2.
Zitat von username987über den spanischen höhenflug der letzten 20 jahre, in allen erdenklichen sportarten kann einen ja nur ins grübeln bringen. bin gespannt.
Denke nicht das was kommen wird. Interpretiere die Aussage eher so, dass sein Konto leer ist und er seine ehemaligen Klienten nach einen kleine "Hilfe" bitten will sein Leben normal weiter zu führen...
lc2010 20.03.2013
3. Marktwert steigern
Schonunglos auszupacken ist mit Sicherheit nicht im staatlichen und sportpolitischen Interesse. Das sieht mir eher nach einer Drohgebärde aus um möglichst viel Kapital für sein Schweigen zu erhalten.
stefansaa 21.03.2013
4.
Zitat von username987über den spanischen höhenflug der letzten 20 jahre, in allen erdenklichen sportarten kann einen ja nur ins grübeln bringen. bin gespannt.
Würde mich nicht wundern, wenn er plötzlich "einen Unfall" hat und entweder danach beerdigt wird oder seine Aussagen zurückzieht...
Blödmanns-Gehilfe 21.03.2013
5. Genau das...
Zitat von awunDenke nicht das was kommen wird. Interpretiere die Aussage eher so, dass sein Konto leer ist und er seine ehemaligen Klienten nach einen kleine "Hilfe" bitten will sein Leben normal weiter zu führen...
... habe ich auch spontan gedacht. Nicht, dass er da andere Reaktionen seiner Ex-Kunden bekommt...
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