Dopingermittlungen Olympiastützpunkt wehrt sich gegen Vorwürfe

Der Olympiastützpunkt von Rheinland-Pfalz und Saarland bestreitet jegliche Dopingvorwürfe vehement. Die Sportausschuss-Vorsitzende Dagmar Freitag spricht von "mafiösen Strukturen" im Breiten- und Spitzensport. Der Bund will sich bald explizit mit den Olympiastützpunkten beschäftigen.

Anti-Doping-Labor: "Mafiöse Strukturen"
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Anti-Doping-Labor: "Mafiöse Strukturen"


Hamburg - Einen Monat vor den Olympischen Spielen in London droht dem deutschen Spitzensport ein erneuter Dopingskandal. Während der betroffene Olympiastützpunkt Rheinland-Pfalz/Saarland den Dopingverdacht als "völlig unbegründet" zurückwies, fand die Sportausschuss-Vorsitzende Dagmar Freitag drastische Worte und sprach von "mafiösen Strukturen" in Spitzen- und Breitensport.

Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks ermittelt die Staatsanwaltschaft München gegen einen ehemaligen Mitarbeiter des Olympiastützpunktes, der Kunde eines bereits verurteilten Doping-Dealers aus Bayern gewesen sein soll. Der frühere Mitarbeiter der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement habe, so weit bestätigte OSP-Leiter Steffen Oberst die Meldung, "in ausgewählten Sportarten Vorträge für Bundeskaderathleten und deren Trainer gehalten". Zudem wurden vereinzelt Athleten in Ernährungsfragen individuell beraten.

Jedoch habe der OSP unmittelbar nach dem Bekanntwerden der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen reagiert und "die Zusammenarbeit am 12.06.2012 beendet", hieß es in einer Stellungnahme des OSP. Zudem wurden die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada), der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und der Trägerverein des Olympiastützpunktes "umfassend informiert". Oberst verweist darauf, dass "sämtliche Regelungen der Antidopingbestimmungen im Bereich des Olympiastützpunktes eingehalten wurden".

"Es ist viel zu früh, ein Urteil zu sprechen"

Mit der Prüfung dieses Sachverhalts beschäftigt sich jetzt die Task Force der Nationalen Anti Doping Agentur (Nada). "Die Nada steht in Kontakt mit dem DOSB, der Staatsanwaltschaft München sowie dem Olympiastützpunkt", sagte Nada-Sprecher Berthold Mertes. Der Stützpunkt betreut momentan insgesamt 301 Athleten, darunter 29 aus dem A-Kader. Der OSP Rheinland-Pfalz/Saarland wäre nach dem Thüringer Stützpunkt in Erfurt der zweite mit einem Doping-Problem.

DOSB-Generaldirektor Michael Vesper warnte aber vor voreiligen Schlüssen. "Nach dem heutigen Stand ist nicht erkennbar, ob überhaupt ein Athlet etwas gemacht hat. Es ist viel zu früh, ein Urteil zu sprechen", sagte Vesper und sprach der Nada sein Vertrauen aus: "Es ist mal wieder ein Beweis dafür dass das System funktioniert."

Die Sportausschuss-Vorsitzende Freitag hatte zuvor angekündigt, dass "wir uns aus Bundessicht explizit mit den Olympiastützpunkten beschäftigen und genau hinsehen, wer eigentlich das Sagen hat". Das Thema stehe bereits auf der Agenda des Bundestags-Sportauschusses und werde nach der Sommerpause aufgegriffen.

Sowohl im Breiten- als auch im Spitzensport herrschten "mafiöse Strukturen", die Konsumenten "erleiden teilweise schwerste körperliche Schädigungen, und im Spitzensport wird darüber hinaus betrogen", sagte die SPD-Politikerin, was Vesper entschieden zurückwies: "Jetzt Pauschalurteile rauszuhauen, hat nichts mit seriöser Kritik zu tun."

Die Staatsanwaltschaft München I teilte auf Nachfrage mit, sich mit der Durchführung von "Ermittlungen im Bereich der Abnehmer des zwischenzeitlich verurteilten Betreibers eines sogenannten Untergrundlabors aus dem Landkreis Rosenheim" zu befassen.

jar/sid

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insgesamt 2 Beiträge
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Seite 1
nitram2 26.06.2012
1. Alle sind gleich
Der DOSB spricht der Nada das Vertrauen aus. Erstaunlich !?. Sollte man nicht lieber an die mafiösen Zustände bei allen Beteiligten glauben ?
derandersdenkende 26.06.2012
2. Ich kanns nicht glauben
Zitat von sysopDPADer Olympiastützpunkt von Rheinland-Pfalz und Saarland bestreitet jegliche Dopingvorwürfe vehement. Die Sportausschuss-Vorsitzende Dagmar Freitag spricht von "mafiösen Strukturen" im Breiten- und Spitzensport. Der Bund will sich bald explizit mit den Olympiastützpunkten beschäftigen. http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,840887,00.html
Der Bund will Dopingvorwürfen in bundesdeutschen Olympiastützpunkten nachgehen und wie es aussieht diesmal nicht nur im Osten. So sehr dies zu begrüßen ist, aber das Dopingproblem kann man nur von den Wurzeln her aufrollen. Und diese scheinen an den Unis in Freiburg und Köln zu liegen. Möchte sich Frau Freitag wirklich mit den Mächtigen einschließlich dem damaligen für den Leistungssport zuständigen Innenminioster anlegen oder mit dem Ehrenmitglied des deutschen Ruderachters?
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