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Dopingfall Fuentes: Chronologie der "Operacion Puerto"

Dopingarzt Fuentes: Vom Gericht in Madrid geschontZur Großansicht
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Dopingarzt Fuentes: Vom Gericht in Madrid geschont

Ein Jahr auf Bewährung: Dopingarzt Eufemiano Fuentes ist von Madrider Richtern äußerst milde behandelt worden. Dabei hatte der Spanier jahrelang Spitzensportler mit unerlaubten Mitteln versorgt. Eine Chronologie seiner Praktiken.

DAS JAHR 2005

17. September: Der Radprofi Roberto Heras wird bei der Spanien-Rundfahrt, die er gewann, positiv auf EPO getestet. Dieser Vorfall gilt als zentraler Ausgangspunkt der Ermittlungen der Guardia Civil.

DAS JAHR 2006

23. Mai: Im Zuge von Razzien werden in Madrid und Saragossa insgesamt fünf Personen, darunter der Frauenarzt Eufemiano Fuentes, festgenommen.

25. Mai: Jan Ullrich gerät in Verdacht, Kunde von Fuentes gewesen zu sein. Sein T-Mobile-Team bestreitet dies.

30. Juni: Am Tag des Startes der Tour de France werden auf Druck des Veranstalters ASO insgesamt neun verdächtige Radsportler von der Frankreich-Rundfahrt ausgeschlossen. Vom Team T-Mobile sind Jan Ullrich und Oscar Sevilla betroffen.

4. Juli: Fuentes sagt im Interview mit dem spanischen Radiosender Cadena Ser: "Auch Sportler anderer Sportarten wurden betreut, besonders Fußballer. Namen, die auftauchen müssten, wurden noch nicht genannt, ich weiß nicht warum."

20. Juli: Die Bielefelder Rechtswissenschaftlerin und Kriminologin Britta Bannenberg erstattet Anzeige gegen Jan Ullrich wegen Betruges, der Heidelberger Molekularbiologe Werner Franke schließt sich kurz darauf an.

August: Die Bonner Staatsanwaltschaft nimmt die Ermittlungen auf.

9. Oktober: Die Staatsanwaltschaft Madrid verfügt, dass kein Radsportverband belastendes Material aus der "Operacion Puerto" für eigene Verfahren benutzen darf. Das Verfahren müsse zunächst beendet werden.

24. November: Spanische Medien berichten, dass in 8 von 90 in Fuentes' Wohnungen gefundenen Blutbeuteln EPO nachgewiesen wurde. Doping ist in Spanien kein krimineller Tatbestand. Fuentes droht jedoch eine Anklage wegen Gefährdung der öffentlichen Gesundheit.

8. Dezember: Die französische Tageszeitung "Le Monde" interviewt Fuentes und schreibt dann über Verstrickungen mehrerer spanischer Fußball-Clubs, darunter Real Madrid und der FC Barcelona. Fuentes dementiert seine Aussagen öffentlich, bestätigt sie aber angeblich intern. Real und Barça verklagen "Le Monde" auf je drei Millionen Euro Schadenersatz, die Zeitung muss schließlich je 15.000 Euro zahlen.

DAS JAHR 2007

26. Februar: Jan Ullrich kündigt während einer Pressekonferenz in Hamburg sein Karriereende an. Nach einem 43-minütigen Monolog ließ er keine Fragen zu. Erst in einem späteren "Bild"-Interview bestritt er erneut Doping: "Niemals. Ganz klipp und klar."

9. Juli: Jan Ullrichs langjähriger Betreuer Rudy Pevenage bestätigt Kontakte zu Fuentes.

12. März: Die spanische Justiz beendet die "Operacion Puerto". Gut ein Jahr später werden erneut Ermittlungen aufgenommen und im Oktober 2008 wieder abgebrochen.

DAS JAHR 2008

14. April: Die Staatsanwaltschaft Bonn stellt das Verfahren gegen Jan Ullrich gegen eine Zahlung in sechsstelliger Höhe an eine gemeinnützige Einrichtung und die Staatskasse ein. Oberstaatsanwalt Friedrich Apostel stellte dennoch fest: "Unsere Ermittlungen über 21 Monate haben ergeben: Jan Ullrich hat gedopt." Ullrich erklärte: "Die Zahlung ist kein Schuldeingeständnis. Ein Geständnis konnte es auch deshalb nicht geben, weil es keinen Betrogenen gibt."

DAS JAHR 2011

10. Januar: Alberto Leon, ehemaliger Mountainbiker und Fuentes' mutmaßlicher Kurier, erhängt sich in seinem Haus.

15. März: Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Eufemiano Fuentes, dessen Schwester Yolanda, den ehemaligen Radsport-Manager Manolo Saiz und zwei weitere Fuentes-Komplizen wegen Gefährdung der öffentlichen Gesundheit.

DAS JAHR 2013

28. Januar: Erster Verhandlungstag.

30. April: Fuentes wird zu einem Jahr Haft, die nach spanischem Recht auf Bewährung ausgesetzt wird, vier Jahren Berufsverbot und 4500 Euro Geldstrafe verurteilt. Vier Monate (auf Bewährung) und vier Monate Berufsverbot erhielt der Mitangeklagte Jose Ignacio Labarta. Freigesprochen wurden Fuentes' Schwester Yolanda sowie die früheren Teamchefs Manolo Saiz und Vicente Belda. Die Blutbeutel der rund 200 Spitzenathleten bleiben unter Verschluss. Richterin Julia Patricia Santamaría argumentiert, eine Freigabe würde die Persönlichkeitsrechte der Sportler verletzen.

leh/sid

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  • Dienstag, 30.04.2013 – 16:46 Uhr
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