Gesetzesänderung Staat stellt 3,15 Millionen Euro mehr für Dopingopfer zur Verfügung

Der Bundesrat hat wie erwartet die Erhöhung des Hilfsfonds für Dopingopfer beschlossen. 13,65 Millionen Euro sind zukünftig im Topf. Zuletzt hatte es Ärger um die Frage gegeben, wer als Geschädigter gelten soll.

Test von Urinproben
REUTERS

Test von Urinproben


Der Staat stellt mehr Geld für Dopingopfer zur Verfügung. Der Bundesrat hat eine Änderung des Zweiten Dopingopferhilfegesetzes und eine Aufstockung des Hilfsfonds von 10,5 Millionen auf 13,65 Millionen Euro beschlossen. Zudem wurde die Frist für Antragsteller um ein Jahr bis zum 31. Dezember 2019 verlängert. Der Bundestag hatte am 18. Oktober einen entsprechenden Entwurf des Bundesinnenministeriums angenommen.

Anerkannte Dopingopfer haben einen Anspruch auf eine Einmalzahlung in Höhe von 10.500 Euro aus dem Hilfsfonds. Bisher gingen im Rahmen des zweiten Gesetzes beim zuständigen Bundesverwaltungsamt über 900 Anträge ein, etwa zwei Dritteln wurde stattgegeben. Das 2016 eingeführte Gesetz ist eine späte Reaktion auf das Staatsdopingsystem in der DDR. 2002 hatten im Rahmen eines ersten Gesetzes 194 ehemalige DDR-Sportler Entschädigungen erhalten.

Zuletzt hatte es einen Streit zwischen Dopingexperten um den Heidelberger Molekularbiologen Werner Franke und Ines Geipel, der Vorsitzenden des Doping-Opfer-Hilfevereins (DOH), über das Gesetz gegeben. Die Kritiker, die sich in einem Brief an die Mitglieder des Sportausschusses des Bundestages wandten, fürchten wegen angeblich unzureichender Nachweisverfahren Missbrauch durch Betrüger. Zudem zweifeln sie die Annahme des DOH an, dass Schädigungen von DDR-Dopingopfern auch an deren Kinder vererbt werden können.

Geipel wies die Vorwürfe mit Verweis auf neue wissenschaftliche Erkenntnisse einer Forschergruppe zurück und warf den Experten, zu denen neben Franke noch der Sportpädagoge Gerhard Treutlein, die ehemalige Leichtathletin Claudia Lepping und der Skilanglauftrainer Henner Misersky gehören, mangelnde Kenntnis des aktuellen Sachstandes vor.

bka/sid



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