Dopingskandal Auch US-Brauerei wendet sich von Armstrong ab

Lance Armstrong gehen die Sponsoren aus: Die Brauerei Anheuser-Busch wird den auslaufenden Vertrag mit dem ehemaligen Radstar nicht verlängern. Zuvor hatte bereits Nike die Zusammenarbeit wegen des Dopingskandals beendet.

Ehemaliger Radstar Armstrong: Sponsoren wenden sich ab
REUTERS

Ehemaliger Radstar Armstrong: Sponsoren wenden sich ab


Hamburg - Die Sorgen von Lance Armstrong werden größer. Im Zuge des Dopingskandals um den ehemaligen Radstar beenden immer mehr Sponsoren die Zusammenarbeit mit dem 41-Jährigen. Die Brauerei Anheuser-Busch kündigte an, den 2012 auslaufenden Vertrag mit Armstrong nicht verlängern zu wollen. Die Organisation "Livestrong" solle aber weiterhin unterstützt werden.

Zuvor hatte bereits Sponsor Nike die Zusammenarbeit mit Armstrong beendet. "Aufgrund der offenbar unüberwindbaren Hinweise, dass Lance Armstrong Dopingpraktiken angewandt und Nike für mehr als ein Jahrzehnt getäuscht hat, haben wir mit großer Traurigkeit den Vertrag mit ihm aufgelöst", hieß es in einer kurzen Mitteilung des Unternehmens. Allerdings plant auch Nike "Livestrong" weiterhin zu unterstützen. "Livestrong wurde mit dem Ziel gegründet, von Krebs betroffene Menschen zu unterstützen", hieß es in der Erklärung.

Zudem hatte Armstrong den Vorsitz seiner Krebsstiftung Livestrong niedergelegt. Der des Dopings beschuldigte ehemalige Radprofi will mit diesem Schritt mögliche Schäden von der Organisation fernhalten, sagte er in einem Statement. Livestrong solle sich auf seine Mission konzentrieren können und nicht von den Problemen des Gründers beeinträchtigt werden, so Armstrong. Der 41-Jährige wird weiter im 15-köpfigen Aufsichtsrat vertreten sein, seine Aufgaben als Chairman werde der bisherige Vize Jeff Garvey übernehmen.

Vor einer Woche hatte die US-Anti-Doping-Agentur Usada den 41-Jährigen mit der Veröffentlichung eines mehr als 1000-seitigen Berichts schwer belastet. Armstrong muss mit der Aberkennung seiner sieben Tour-Titel durch den Radsport-Weltverband UCI und Schadensersatzklagen in Millionenhöhe rechnen.

jar/sid/dpa

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insgesamt 22 Beiträge
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Seite 1
gandhiforever 17.10.2012
1. Da Armstrong ja weiterhin behauptet,
Zitat von sysopREUTERSLance Armstrong gehen die Sponsoren aus: Die Brauerei Anheuser-Busch will den auslaufenden Vertrag mit dem ehemaligen Radstar nicht verlängern. Zuvor hatte bereits Nike die Zusammenarbeit für beendet erklärt. http://www.spiegel.de/sport/sonst/dopingskandal-brauerei-will-zusammenarbeit-mit-armstrong-beenden-a-861909.html
unschuldig zu sein, waere es nun an der Zeit, dass der unschuldige Armstrong seine Beschuldiger vor Gericht zerrt und Schadenersatz verlangt. Ob er das tun wird? Er ist ein typisches Beispiele fuer die Leute , die meinen, sie stuenden ueber allem, duerften sich erlauben, was ihnen passt. Verachtungswuerdig , ist alles, was mir da einfaellt.
trontäger 17.10.2012
2. Immer nur meckern !
Ich gehe davon aus dass alle Tour-Fahrer gedopt waren und sind. Unter all den Gedopten war Armstrong 7mal der Beste - also hat er seine Titel zurecht !
ariston666 17.10.2012
3. Tour de Dope!
Die Tour de France ist eine einzige Dopingtour.Armstrong und die meisten der Gewinner dopten wie die Weltmeister.Einfach beenden und die Fahrer die gedopt haben bestrafen.
kannmanauchsosehen 17.10.2012
4.
Zitat von trontägerIch gehe davon aus dass alle Tour-Fahrer gedopt waren und sind. Unter all den Gedopten war Armstrong 7mal der Beste - also hat er seine Titel zurecht !
Ich muss sie enttäuschen - nicht alle Fahrer dopen, man braucht z.B. immer Fahrer, die ihr Urin für einen gedopten Fahrer abgeben, um diesen zu schützen ;-) Im allgemeinen scheint es, dass das Dopingsystem von Armstrong viel besser organisiert war, als das er anderen - daher hat er immer gewonnen. Normalerweise muss ein Durchschnittsfahrer sein Doping so einnehmen, dass der Effekt während eines Wettbewerbes noch anhält, die Stoffe bei den Kontrollen aber unter dem Grenzwert liegen. Bei einer sehr langen Tour ist dies schon schwierig. Die höhere Kunst besteht also darin, munter während der ganzen Tour weiter zu dopen, die Proben aber zu vertauschen, d.h. ein nicht gedopter Fahrer gibt sein eigenes Urin, um damit den "Champion" zu schützen. Dazu ist es interessant, wenn das "Team" vor den Kontrollen gewarnt wird - und genau dies ist bei US Postal passiert. Neben dem Vertauschen von Proben gibt es auch noch die Möglichkeit, Salzlösungen zur Senkung irgendeines Blutwertes einzunehmen, .. es ist unmöglich, dass alle Teams in den Vorteil dieses Vorwarnsystems gekommen sind. Daher darf man zurecht die Frage stellen, inwieweit der UCI hier mit drin hängt.
stephan87 17.10.2012
5.
Ich kann mir kaum eine jämmerlichere Persönlichkeit als Armstrong vorstellen. Welcher Sponsor kann so jemanden als Testimonial wollen?
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